Starten statt warten: „Taste the Waste“ Koch-Aktion und Podiumsdiskussion im Triebguet

Starten statt warten: „Taste the Waste“ Koch-Aktion und Podiumsdiskussion im Triebguet

Am Mittwoch, 14. August 2019 erlebten die Besucherinnen und Besucher des Triebguets einen kulinarischen Abend der besonderen Art. Es wurde viel genossen und degustiert, aber auch informiert, diskutiert und reflektiert.

Der Einstieg machte Barbara Finkenbrink von der Stadtökologie vor der Litfasssäule, die extra für diese Veranstaltung an die Limmat gewandert war. Die Organisatorin der Umweltwochen 2019 informierte die Interessierten über Nachhaltigkeit und forderte auf, beim Umweltpreis 2019 mitzumachen.

Bei der anschliessenden Kochaktion hatten sich gut 20 Personen rund um den Wok versammelt und stellten sehr gezielte Fragen zu Schimmelpilzen, gekeimten Kartoffeln, Tricks zum Lagern von Lebensmitteln und welkem Gemüse. Seline Schöpfer vom Biolade Bade hatte auf all diese Fragen sehr detaillierte und alltagstaugliche Antworten und gute Tipps parat. Sie gab den interessierten Gästen eine Liste mit Tipps und Tricks zur Foodwaste-Vermeidung sowie Rezepte zur Verwertung von altem Brot ab. Michael Schöpfer, der auch das Mittagsmenü im Biolade kocht, zauberte vor den Augen der Anwesenden ein wunderbares Menü nach Art Nasi Goreng.

Nach dieser leckeren und gesunden Stärkung konnte die Podiumsdiskussion vom Ohne.ch starten. Die Podiumsgäste Dominik Waser (Grassrooted), Katrin Spori (foodwaste.ch), Manfred Kaiser (Leiter QM Migros Aare) und Dr. Michael Beer (Vizedirektor EDI, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV) diskutierten teils hitzig über die Verantwortung und den Handlungsbedarf bei Detailhändler, Bund und KonsumentInnen.

 

 

Die Stadtökologie Baden bedankt sich beim Triebguet, beim Biolade und beim Ohne.ch für die gute Zusammenarbeit.

Artenvielfalt am Waldweg: Welchen Einfluss hat die Pflege der Wegränder auf Pflanzen und Tiere?

Artenvielfalt am Waldweg: Welchen Einfluss hat die Pflege der Wegränder auf Pflanzen und Tiere?

Waldwegränder sind wertvolle Lebensräume. Um das Zuwachsen der Wege zu verhindern, werden die Waldwegränder regelmässig gepflegt. Das Stadtforstamt Baden schneidet die Wegränder hauptsächlich mit dem Mulchmäher. Die Wegränder mit einem Balkenmäher zu mähen, wäre schonender für die Pflanzen- und Tierwelt, ist jedoch aus technischen und finanziellen Gründen kaum zu bewältigen. Um die Pflege der Waldwegränder dennoch möglichst artenschonend auszuführen, treffen die Forstwarte diverse Massnahmen.

An Waldwegränder blühen viele Blumen wie zum Beispiel die blauviolette Glockenblume.

Waldwegränder: wertvolle Lebensräume für Eidechsen, Schmetterlinge und Glockenblumen

Der grüne Streifen entlang den Waldwegen ist sehr artenreich. Ein Grund dafür sind die Wegschneisen, wodurch mehr Licht bis zum Waldboden gelangt als im dichten Wald. Davon profitieren viele Blütenpflanzen wie Glockenblumen, Giersch und Akelei. Die Artenvielfalt der Pflanzen lockt wiederum viele Tierarten an. Insekten wie Schmetterlinge, Käfer oder Wanzen, aber auch Reptilien und Amphibien nutzen die optimalen Bedingungen entlang von Waldwegen. Die Tiere haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Die einen leben bodennah, andere besuchen die Waldwegränder nur, um auf den Blüten Nektar und Pollen zu sammeln. Viele Kleintiere wie Schmetterlinge oder gewisse Käferarten nutzen die Blätter und Stängel, um ihre Eier abzulegen.

Waldwegränder müssen regelmässig gepflegt werden

So schön das bunte Treiben entlang der Waldwege auch ist – die Gräser, Kräuter und Blumen müssen zurückgeschnitten werden, um das Zuwachsen der Waldwege zu verhindern. Das Zurückschneiden der Wegränder ist wiederum wichtig für die Artenvielfalt, denn das Zuwachsen der Waldwege würde zu einem Verlust der Vielfalt führen. Waldwegränder müssen darum gemäht oder, wie häufiger praktiziert, gemulcht werden.

Beim Mähen beispielsweise mit einem Balkenmäher werden die Pflanzen abgeschnitten. Es bleibt Schnittgut übrig, welches anschliessend abgeführt werden muss. Der Mulchmäher hingegen zerkleinert das Grüngut und verteilt es gleichzeitig auf der Fläche. Dieses verrottet viel schneller und muss deshalb nicht eingesammelt werden. Der Schlegelmulcher ist der gängigste Mulchmäher und wird von vielen Betrieben für die Pflege von Weg- und Strassenrändern verwendet. Die beweglichen Schlegel des Mulchers sind an einer Rotorachse gefestigt. Der Vorteil dabei ist, dass er mit seinen robusten Klingen ohne Probleme Äste und kleine Holzstücke mithäckseln kann und Steine keine Schäden an der Maschine verursachen.

Gekippter Mulchmäher mit Sicht auf die rotierende Achse mit den beweglichen Schlegeln

Das Problem des Mulchers ist jedoch, dass die rotierende Achse einen Sog erzeugt, der Pflanzen mitsamt Insekten und Spinnen einsaugt und häckselt. Ein weiterer Nachteil des Mulchens ist das Schnittgut, das liegengelassen wird. Es ist nämlich Dünger, der wenige Pflanzenarten einseitig fördert. Dieser Nährstoffeintrag fördert nährstoffliebende Pflanzen wie zum Beispiel Brennnesseln und Löwenzahn. Diese sind einerseits wichtige Futterpflanzen für Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten, anderseits sind sie sehr dominant. Sie verdrängen Pflanzenarten, die an mageren Boden angepasst sind und wovon wiederum diverse Insekten leben.

Der gemulchte Streifen von circa einem halben Meter gibt mobilen Tieren die Möglichkeit, sich in den hinteren Teil zurückzuziehen.

Massnahmen für eine möglichst schonende Wegrandpflege

Beim Stadtforstamt Baden ist man sich bewusst, welchen Einfluss die Wegrandpflege mit dem Mulchmäher auf die Artenvielfalt hat. Trotzdem werden die meisten Waldwegränder gemulcht. Der Grund ist ganz einfach: Es gibt noch keine gleich effiziente Alternative. Auch das Mähen mit einem Balkenmäher ist keine Alternative. Die Wegränder sind meist sehr uneben, steinig und verwurzelt. Würden die Wegränder gemäht, würde die Klinge ständig beschädigt und müsste ausgewechselt werden. Bei den vielen Waldwegen im Badener Wald wäre es schier unmöglich, alle Waldwegränder zu mähen. Zudem müsste das Schnittgut nachträglich eingesammelt und entsorgt werden, was einen enormen Mehraufwand bedeuten würde.

Trotz diesem Dilemma versuchen die Forstwarte, möglichst ökologisch vorzugehen. Beispielsweise werden die Wegränder nur einmal pro Jahr im August und September gemäht. Würden sie schon im Mai oder Juni, dem Höhepunkt der Blütezeit, gemulcht, könnten die Pflanzen keine Samen bilden und mehrjährige Arten könnten keine Nährstoffe in die Speicherorgane einlagern. Die Wegrandpflege vor dem Verblühen würde vielen Tierarten die Lebensgrundlage entziehen. Mit dem Abwarten und der Reduktion auf einen Schnitt pro Jahr kann der Einfluss auf die betroffenen Arten reduziert werden. Die Forstwarte wählen eine hohe Schnitthöhe von 10 cm. Dies schont die bodennahe Vegetation. Zudem mulchen sie immer nur eine Wegrandseite und nur einen möglichst schmalen Streifen von circa einem halben Meter. So können sich mobile Tiere in den hinteren Teil zurückziehen oder die Wegrandseite wechseln.

Der zweite Waldwegrand wird dann circa einen Monat später gepflegt. Als Rückzugsort werden wertvolle Sträucher, Stein- und Asthaufen oder Baumstrünke stehen gelassen. Wo möglich werden auch neue solche Strukturen angelegt. Dem Stadtforstamt ist bewusst, dass sonnige, magere und blütenreiche Standorte wichtig für die Artenvielfalt sind. Deswegen werden geeignete Standorte im Badener Wald so gepflegt, dass sie seltenen Pflanzen optimale Bedingungen bieten. Beispiele dafür sind der lichte Wald am Sonnenberg oder die Föhren-Orchideen-Wiese Hohmatt.

Badener Brunnen: warum die damals so wichtigen Wasserspender wieder zunehmend an Bedeutung gewinnen

Badener Brunnen: warum die damals so wichtigen Wasserspender wieder zunehmend an Bedeutung gewinnen

Viele Badener Brunnen, wie zum Beispiel der Cordulabrunnen, haben eine lange Geschichte. Bis zum Bau von Leitungen in die Häuser, schöpfte die Bevölkerung Jahrhunderte lang ihr Trinkwasser aus den Brunnen. Heutzutage gewinnen sie wieder vermehrt an Bedeutung. Denn durch den Klimawandel und die zunehmende Versiegelung der Strassen und Plätze wird es in den Städten immer heisser. Brunnen und andere Wasserflächen kühlen durch Verdunstung von Wasser die Luft und spielen somit eine wichtige Rolle fürs Stadtklima.

Ich bin unterwegs in der Stadt Baden. Es ist einer dieser heissen Sommertage. Ein leichtes Lüftchen weht, jedoch ist auch dieses warm und hilft nicht wirklich, mich zu erfrischen. Sehnsüchtig schaue ich mich nach einer Abkühlung um. Schön wäre es, die Hände in einen kühlen Brunnen zu tauchen und einen kühlen Schluck Wasser zu trinken. Glücklicherweise werde ich schnell fündig. In der Stadt Baden hat es nämlich sehr viele Brunnen – 41 um genau zu sein. Bei solchen Temperaturen frisches Brunnen- oder Leitungswasser zu trinken, ist sicherlich der beste Durstlöscher. Zudem ist es auch ökologisch und gesund. Warum das so ist, erfahren Sie in meinem Artikel über das Badener Trinkwasser.
Der Cordulabrunnen steht an der Oberen Gasse.

Der Cordulabrunnen: ein Badener Urgestein

Während ich vom kühlen Wasser trinke, fallen mir die eingemeisselten Jahreszahlen am Brunnen auf. 1750 steht auf dem Nebentrog, verziert mit dem Doppelwappen der Stadt Baden. Baden hat sich seither stark verändert, aber der alte Cordulabrunnen steht schon seit eh und je an der Oberen Gasse. Gerne möchte ich mehr über diesen Brunnen erfahren und forsche nach…
Offenbar wurde der Haupttrog des Cordulabrunnens 1820 ersetzt, nur der Nebentrog blieb erhalten. Der aus einem riesigen Muschelsandsteinklotz gefertigte Brunnen wurde seither mehrmals beschädigt und wieder geflickt. Ein mit dem Brunnen verbundener Handwerkerbrauch hat sich bis heute erhalten: Buchdruckerlehrlinge, die ihre Ausbildung abschliessen, werden in dem Cordulabrunnen gegautscht und so in die Buchdrucker-Gilde aufgenommen.
Der Nebentrog ist ein Überbleibsel des alten Brunnens aus dem 18. Jahrhundert.

Badener Brunnen als wichtige Wasserspender

Solche Brunnen, wie der in der Oberen Gasse, waren Jahrhunderte lang überlebenswichtig. Die Badener Bevölkerung schöpfte ihr Trink- und Nutzwasser aus den Stadtbrunnen und dem Stadtbach, welcher durch die Weite Gasse und die Rathausgasse floss. Im Falle eines Brandes wurde ebenfalls das Löschwasser aus den Stadtbrunnen und dem Stadtbach verwendet. Erst im Jahr 1854 bauten 15 Hauseigentümer, hauptsächlich Hoteliers und Gastwirte, Leitungen zu ihren Liegenschaften. Gegen einen Pachtzins konnten sie so Quellwasser von der Stadt beziehen. Sie waren die ersten Badener, die nicht mehr von den Stadtbrunnen und dem Stadtbach abhängig waren.

Wasserflächen sind natürliche Klimaanlagen

Städtische Brunnen gewinnen heute wieder vermehrt an Bedeutung. Die durchschnittliche Temperatur in dicht gebauten Städten ist etwa 0,5 bis 1,5 °C höher als im Umland. Deswegen spricht man von sogenannten städtische Wärmeinseln. Vermutlich sind verschiedene Ursachen für die starke Erwärmung in den Städten verantwortlich, wie die Versiegelung von Flächen. Dazu gehören zum Beispiel asphaltierte Strassen und Plätze, die Wärmespeicherung von Stein und Beton und die Abwärme aus Industrie und Wohnhäusern. Um das Klima in der Stadt zu verbessern und städtische Wärmeinseln zu vermeiden, sind mehr Grünflachen und weniger versiegelte Flächen wichtig. Aber auch Wasserflächen haben einen positiven Einfluss auf das Stadtklima. Denn wenn Wasser verdunstet, entzieht dies der Luft viel Wärme. Je grösser die Wasserfläche, desto mehr Wasser verdunstet, desto grösser ist die Verdunstungskühlung. Wasserflächen dienen sozusagen als natürliche Klimaanlagen.

Es liegt auf der Hand, dass die Limmat oder ein Weiher einen grösseren Kühleffekt haben als Brunnen. Mit der Klimaerwärmung steigt trotzdem ihre Bedeutung. Denn in Baden befinden sich viele Brunnen. Oft stehen sie an Orten, die sich wegen wenig Grün und viel Grau stark erhitzen. Durch einen Brunnen findet zumindest lokal eine Abkühlung statt. Ein weiterer Vorteil: Menschen und Tiere können sich abkühlen, indem sie die Füsse, Hände oder Pfoten in das kühle Nass tauchen.

Auf versiegelten Flächen kühlen Brunnen die Luft.
Hecken pflanzen: Forstarbeit im Namen des Naturschutzes

Hecken pflanzen: Forstarbeit im Namen des Naturschutzes

Bei den Arbeiten eines Forstwartes denken die Meisten ans Fällen von Bäumen. Die Forstwarte des Stadtforstamtes Baden führen jedoch viele Arbeiten im Bereich Naturschutz, Dienstleistungen und Erholungswald aus. Ich habe Pius Moser und Raphael Zimmermann beim Pflanzen einer Hecke begleitet.

Das Stadtforstamt Baden pflanzt Hecken an der Hertensteinstrasse

Wir befinden uns in Ennetbaden direkt oberhalb des Restaurants Hertenstein. Pius Moser und Raphael Zimmermann haben beide Hände voll zu tun. Ein Abschnitt der Hertensteinstrasse, die von Ennetbaden nach Obersiggenthal führt, wurde frisch saniert. Um das Bord des frisch sanierten Teils der Strasse zu sichern, pflanzen die Forstwarte des Stadtforstamtes Baden eine Hecke. Die Wurzeln der jungen Pflanzen sollen in Zukunft die Erde des Bordes stabilisieren, so dass das Bord bei Regenfällen nicht abrutscht. Ein rutschendes Bord könnte ein Sicherheitsproblem auf der vielbefahrenen Strasse darstellen, erklärt Pius Moser. Bis die Heckenpflanzen ein genug stabiles Wurzelnetz bilden, wird das Bord mit einem Kokosnetz befestigt, welches sich mit der Zeit von selbst auflöst. Nach der Pflanzung werden die Heckenpflanzen regelmässig zurückgeschnitten, so investieren sie vermehrt in die Wurzeln und bilden schneller das gewünschte stabilisierende Wurzelwerk. Die Forstwarte des Stadtforstamtes Baden sind öfters im Ennetbadener Wald anzutreffen. Denn der Wald in Ennetbaden wird vom Stadtforstamt Baden bewirtschaftet. Neben den Dienstleistungen für die Gemeinde Ennetbaden übernimmt das Stadtforstamt Baden auch Dienstleistungen für Firmen und Private.
Die einheimischen Heckenpflanzen sollen in Zukunft das Bord stabilisieren und den Insekten- und Vogelarten als Futterquelle und Nistplatz dienen.
Bei der Wahl der Pflanzen wird bewusst auf die Herkunft geschaut. Am Bord der Hertensteinstrasse setzen Pius Moser und Raphael Zimmermann verschiedene Wildrosen, Wolliger und Gemeiner Schneeball, Sanddorn, Schwarzdorn, Weissdorn und Berberitze. Dies sind alles einheimische Arten, welche ökologisch sehr wertvoll sind. Viele Insekten- und Vogelarten fressen deren Beeren und sie dienen vielen Vogelarten als Ort, um zu nisten. Jede dieser Heckenpflanze wird von verschiedenen Tierarten genutzt. Deswegen pflanzen die Forstwarte eine gemischte Hecke an. Das Stadtforstamt Baden bezieht die jungen Pflanzen von einer lokalen Gärtnerei, denn diese Pflanzen sind besser an die lokal herrschenden Umweltbedingungen angepasst. Fachmännisch heben die beiden Forstwarte die Löcher für die Pflanzen aus. „Wir setzen bewusst die Pflanzen einer Art in Gruppen. Denn je nach Lage wachsen gewisse Arten schneller und würden sonst die anderen Arten überwachsen.“ erklärt Pius Moser.
Forstwart Raphael Zimmermann pflanzt einen Wolligen Schneeball.

Vielfältige Arbeiten im Bereich Naturschutz und Erholungswald

Pius Moser arbeitet schon seit 27 Jahren als Forstwart beim Stadtforstamt Baden und kennt den Badener Wald wie seine eigene Jackentasche. Er hat sich in dieser Zeit ein reiches Wissen über die Pflanzen und die Ökologie des Waldes angeeignet. Inzwischen ist Pius Moser der Teamleiter der Forstwarte und koordiniert die anstehenden Arbeiten. Die Arbeit als Forstwart beim Stadtforstamt Baden hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Pius Moser hat diesen Wandel in den 27 Jahren hautnah miterlebt. Die Holznutzung, welche früher stark im Mittelpunkt der Forstwirtschaft stand, macht heute nur noch ein Teil der Arbeit aus. Dafür haben Arbeiten im Bereich Naturschutz und Erholungswald zugenommen.

Arbeiten im Bereich Erholungswald beinhalten alle Freizeitinfrastrukturen für Waldnutzer wie zum Beispiel Sportler, Familien, Schulklassen oder Spaziergänger. Der Badener Wald umfasst über die Hälfte der Gemeindefläche und ist von den meisten Quartieren der Stadt sehr gut erreichbar. Deswegen ist der Wald das wichtigste Naherholungsgebiet für die Badener Bevölkerung. Diese Nutzung stellt verschiedenste Ansprüche an das Stadtforstamt. Beispielweise das Strassen- und Fusswegnetz von insgesamt 82 km Länge sowie Picknick-Plätze, Feuerstellen, Wegweiser und Sitzbänke müssen regelmässig unterhalten werden. Zudem bietet das Stadtforstamt Baden der breiten Öffentlichkeit Wissen über den Wald in Form von Informationstafeln, Führungen, Natur- und Kulturspaziergänge an.

Auch im Bereich Naturschutz hat sich in den letzten Jahren vieles verändert. Denn bei rund einem Viertel des Badener Waldes steht der Naturschutz stark im Zentrum. In den Naturwaldreservaten Teufelskeller und Unterwilerberg wird komplett auf forstliche Eingriffe verzichtet. Das Sonderwaldreservat Sonnenberg wird vom Stadtforstamt gezielt bewirtschaftet, um wärme- und lichtbedürftige Pflanzen und Tiere zu fördern. Um gezielt ökologisch wertvolle oder seltene Pflanzen- und Tierarten zu fördern, werden Wiesen gemäht, Bäume bewusst stehen gelassen oder neu gepflanzt. Im Bereich Naturschutz arbeitet das Stadtforstamt eng mit der Stadtökologie der Stadt Baden zusammen.

Pius Moser empfindet die Veränderungen in seinem Berufsalltag als positiv. Die Arbeit sei heute vielfältiger und körperlich weniger anstrengend als noch vor 20 Jahren. Zudem arbeitet man heute viel mehr im Einklang mit der Natur. Pius Mosers Lieblingsarbeit ist das Mähen der naturnahen Wiesen. Diese Wiesen werden nicht gedüngt. Dadurch sind sie artenreicher und für Insekten besonders wertvoll. Das Stadtforstamt mäht diese Wiesen nach einem speziell auf die jeweiligen Wiesen abgestimmten Mähregime, damit die Insekten möglichst lange vom Artenreichtum der Blütenpflanzen profitieren können.

Teamleiter Pius Moser erklärt, wie sinnvoll die Pflanzung von Hecken für den Naturschutz ist.
Raphael Zimmermann arbeitet seit März 2019 beim Stadtforstamt Baden. Zuvor arbeitete er bei einem Forstunternehmen in Luzern. Er bringt vor allem Erfahrungen im Bereich Handholzerei mit. Viele Arbeiten, die übers Jahr verteilt im Badener Wald anstehen, lernt Raphael Zimmermann erst noch kennen. Bislang haben ihm aber die Baumfällungen am Limmatufer am besten gefallen. „Die Bäume mussten wir mit dem Boot abtransportieren, was technisch sehr anspruchsvoll war.“ begründet er seine Wahl.

Für heute haben Pius Moser und Raphael Zimmermann ihre Arbeit an der Hertensteinstrasse erfolgreich beendet. Es sind noch weitere Pflanzungen entlang der Strasse geplant. Dafür muss aber zuerst die Sanierung des unteren Teils der Strasse abgeschlossen sein.

Lokal, ökologisch und gesund: warum Badener Trinkwasser unschlagbar ist

Lokal, ökologisch und gesund: warum Badener Trinkwasser unschlagbar ist

Wir haben die Qual der Wahl beim Kauf von Mineralwasser. Das Eine soll und jung und vital machen, das Zweite sorgt für eine natürliche Balance und das Dritte gibt Kraft, um Berge zu sprengen. Doch ist Mineralwasser aus Flaschen wirklich gesünder und besser als unser Leitungswasser?

Die Stiftung Konsumentenschutz hat Leitungswasser mit Mineralwasser verschiedener Marken verglichen. Mehr als die Hälfte der Mineralwasser enthält kaum mehr wertvolle Mineralien als Leitungswasser. Zudem schmeckt Schweizer Leitungswasser so gut, dass es geschmacklich praktisch nicht vom stillen Mineralwasser aus der Flasche zu unterscheiden ist. Dies haben diverse Geschmackstests gezeigt.

Leitungswasser ökologisch besser als Flaschenwasser

Mir persönlich schmeckt Leitungswasser gut. Aber was gut schmeckt und was nicht, ist schlussendlich Geschmackssache und schwierig messbar. Eindeutig messen lassen sich jedoch ökologische Werte. Denn Mineralwasser aus der Flasche belastet die Umwelt 100-mal mehr als Leitungswasser. Dies zeigte eine Studie im Auftrag des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW). In der Untersuchung wurde Leitungswasser, Mineralwasser und andere Getränke untersucht und deren Ökobilanz miteinander verglichen. Dabei wurde der gesamte Zyklus von der Wasserförderung bis zum Konsum untersucht. Bei Schweizer Mineralwasser fällt die Verpackung am meisten ins Gewicht. Die Produktion der PET-Flaschen benötigt allein in der Schweiz eine halbe Million Tonnen Erdöl pro Jahr. Wer deswegen lieber Mineralwasser aus Mehrweg-Glasflaschen kauft, ist leider nicht nachhaltiger unterwegs. Denn die Produktion von Glasflaschen ist sehr energieintensiv und der Erdölverbrauch beim Transport ist aufgrund des Gewichts der Flaschen höher.

Beim aus dem Ausland importierten Mineralwasser sieht die Ökobilanz noch schlimmer aus: Bis ein Liter Mineralwasser aus der EU bei den Konsumentinnen und Konsumenten auf dem Tisch steht, werden 3,1 dl Erdöl verbraucht. Zum Vergleich für Leitungswasser sind es nur 0,003 dl, also rund 1000-mal weniger. Der Grund für den hohen Erdölverbrauch liegt vor allem an den langen Transportwegen, welche meist mit Lastwagen oder Güterzügen geschehen. Nichtsdestotrotz ist importiertes Mineralwasser bei uns hoch im Kurs und macht mit 415 Millionen Litern pro Jahr die Hälfte des schweizerischen Gesamtverbrauchs aus.

Kurz gesagt, für die Umwelt ist es ganz klar besser, Leitungswasser zu trinken. Wer gerne Mineralwasser mit Kohlensäure trinkt, sollte besser das Leitungswasser mit Kohlensäure anreichern. Das geht ganz einfach mit einem Sprudel-System. Generell gilt, je grösser der Transportweg, desto schlechter die Ökobilanz. Wer nicht auf Mineralwasser aus der Flasche verzichten kann, soll deshalb besser ein regionales Produkt wählen.

Badener Wasser

Ein verbreitetes Argument für den Konsum von Mineralwasser ist der hoher Anteil an Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium. Die drei Mineralstoffe sind wichtig für den Knochenaufbau und die Funktion von Zellen, Nerven und Muskeln. Täglich müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden. Eine gute Quelle von Mineralstoffe ist Mineralwasser. Wenn man aber die Inhaltsstoffe des Badener Leistungswasser mit bekannten Mineralwassermarken vergleicht, fällt auf, dass unser Leitungswasser erstaunlich viele Mineralstoffe enthält und gar nicht so viel schlechter abschneidet als Mineralwasser aus der Flasche. Zum Vergleich: Henniez als eines der beliebtesten Schweizer Mineralwasser hat einen Kalziumgehalt von 104 mg/l. Das Grundwasser in Baden, woraus 60% des Badener Leistungswasser gewonnen wird, enthält 92 mg/l. Das Grundwasser in Ennetbaden enthält sogar 99 mg/l Kalzium. Wenn man sich die Magnesiumwerte anschaut, lohnt es sich noch weniger, Mineralwasser zu kaufen. Denn das Badener und Ennetbadener Grundwasser sind mit 19 bzw. 20 mg/l genauso reich an Magnesium wie das Flaschenwasser von Henniez (19,6 mg/l). Auch beim Kaliumgehalt kann Henniez nicht punkten. Das Markenwasser enthält 2,2 mg/l Kalium genau so viel wie das Grundwasser in Baden. Das Grundwasser in Ennetbaden hat mit 2,7 mg/l sogar einen höheren Kaliumgehalt als Henniez.

Wasser aus der Leitung hat noch weitere Vorteile. Laut SVGW ist Leitungswasser das am besten kontrollierte Lebensmittel der Schweiz. Diese Kontrollen sichern seinen hohen Standard. Es kostet nur 0,175 Rappen pro Liter und ist somit das günstigste Getränk überhaupt. Zudem wird das Leitungswasser zu jeder Uhrzeit frisch nach Hause geliefert, mühsames Schleppen erübrigt sich.

Pimp your water

Wem pures Leitungswasser zu langweilig ist, kann Wasser ganz einfach aufpeppen. Neben selbst gemachtem Sirup oder Eistee mag ich Infused Water. Dafür legt man Kräuter, Beeren, Früchte etc. in reines oder mit Kohlensäure angereichertes Wasser ein, lässt dieses für etwa 4 Stunden ziehen und kann danach ein herrlich frisches, gesundes und ökologisches Getränk geniessen. Ein weiterer Vorteil, das Getränk mit Zusatz von Kräuter, Früchten und Beeren ist ein echter Hingucker. Probieren Sie es einfach aus.

 

Eine meiner Lieblingskreationen ist das Brennnesselwasser mit Walderdbeeren und Gänseblümchen. Der frische, krautige Geschmack der Brennnessel mit der Süsse der Erdbeeren und der Blüten ergibt eine spannende Kombination. Zudem sind die verwendeten Zutaten sehr gesund. Brennnesselblätter sind blutreinigend und entschlackend, die Früchte der Walderdbeere wirken anregend und haben eine positive Wirkung auf Galle und Leber. Gänseblümchen wirken entzündungshemmend und appetitanregend.

Zutaten für 1 Liter Brennnesselwasser:

  • 1 Liter frisches Leitungswasser (Ich habe das Wasser mit Kohlensäure angereichert.)
  •  4-6 möglichst junge Stängel Brennnesseln (Die obersten 3-4 Blattpaare schmecken am besten.)
  • eine Hand voll Walderdbeeren
  • eine Hand voll Blüten von Gänseblümchen