Ein Umweltblog für Baden: einfach lokal handeln

Ein Umweltblog für Baden: einfach lokal handeln

Mit dem Umweltblog erweitert die Fachabteilung Stadtökologie der Stadt Baden ihre Öffentlichkeitsarbeit. Wöchentlich berichtet sie über Aktuelles aus der Badener Natur. Sie schaut Menschen bei ihrer Arbeit in Badens Grünräumen über die Schulter. Sie stellt Projekte von initiativen Gruppen vor und inspiriert damit zu (noch) mehr Nachhaltigkeit im Alltag. Sie macht Lust auf Entdeckungstouren in Badens vielfältigen Naturräumen. Und sie freut sich auf angeregte Diskussionen mit der Leserschaft, denn die Umwelt lässt niemanden kalt.

Das Team des Umweltblogs Baden: Pascale Contesse, Barbara Finkenbrink, Sarah Niedermann, Jeannette Oberlin, Martina Ramel, Samuel Weissman

Starten statt warten

Wir wissen, dass wir unsere Gewohnheiten zugunsten der Umwelt und der kommenden Generationen überdenken müssen.

Wir wissen auch, wie wir unsere Gewohnheiten verändern müssen.

Jetzt sind Taten gefragt – Starten statt warten!

Sehr viele Badenerinnen und Badener sind schon gestartet. Es sind Menschen, die Schritt für Schritt ihren ökologischen Fussabdruck verringern. Mit ungewöhnlichen Geschichten rund um die Badener Natur und Umwelt möchte die Stadtökologie zum Dranbleiben anregen.  Im Umweltblog kommen Menschen zu Wort, die sich für die Badener Umwelt einsetzen, beruflich oder in der Freizeit. Sie inspirieren zum Nachmachen, ihre Motivation wirkt ansteckend. Denn eigentlich möchten wir ja alle Gutes tun – und wir können es auch – Starten statt warten!

Sechs Rubriken schaffen Übersicht

  • Agenda: Veranstaltungen im Raum Baden in den Bereichen Natur(schutz), Umwelt, Nachhaltigkeit, Naturerlebnis. Zu vergangenen Anlässen gibts im Archiv oft Fotos, Routen und Rezepte.
  • Gut Leben: Vorschläge für nachhaltige Erholung und Genuss in Fussdistanz. Wir beweisen, dass ein nachhaltiger Alltag einfach ist. Und dass Rücksichtnahme auf die Umwelt zufrieden macht.
  • Mitmachen: Ausblicke auf ausgewählte Veranstaltungen, Mitmach-Aktionen und Wettbewerbe.
  • Nachhaltiger Konsum: Produzentinnen und Händler nachhaltiger Produkte in der Region Baden, Reparatur-Werkstätten, Börsen, Plattformen und Netzwerke.  Dazu heisse Tipps, wo welches Kraut oder welche Frucht wild geerntet werden darf.
  • Naturschutz: Laufende Projekte in Baden und die Menschen dahinter. Inspirationen für mehr Biodiversität am und ums Haus. Seltene Arten im Portrait.
  • Umweltwissen: Hintergründe zum Zustand der Badener Umwelt.  Was erreicht wurde und was noch zu tun ist.

Mitreden ist einfach

  • Kommentieren Sie unsere Beiträge.
  • Schlagen Sie Themen vor.
  • Stellen Sie Ihre Fragen zur Badener Natur, zum nachhaltigen Alltag, zum Zustand der Badener Umwelt.
  • Schicken Sie uns Fotos. Von Dingen, die sie freuen. Von Tieren und Pflanzen, deren Namen Sie wissen möchten. Von Orten, die zugunsten der Natur verbessert werden sollten.
  • Lassen Sie Ihre Veranstaltung zu Natur und Nachhaltigkeit im Raum Baden in der Umweltagenda publizieren.
  • Teilen Sie Ihre Lieblings-Beiträge in Ihren Netzwerken.
  • Abonnieren Sie den Umweltblog via RSS-Feed oder den Newsletter. Am besten beides.

Netiquette

Konstruktiver Meinungsaustausch bedingt gegenseitigen Respekt. Ihr Kommentar sollte sich auf das Thema des Artikels beziehen. Wir sind offen für unterschiedliche Ansichten, wenn sie mit sachlichen Argumenten erklärt werden. Argumente führen in Diskussionen meist weiter als Emotionen. Im Umweltblog wird nicht gepöbelt. Die Kommentare werden von der Blogredaktion moderiert. Kommentare müssen von uns freigeschaltet werden. Die Vorab-Kontrolle dient dazu, dass Beleidigungen, anstößige oder rechtswidrige Inhalte, Spam und Werbung nicht live gehen.

Bei der Eingabe von Kommentaren müssen Name und E-Mail-Adresse angeben werden. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, muss aber zustellbar sein. Sie können sich unter einem Pseudonym oder mit Ihrem richtigen Namen anmelden.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge. Denn im Dialog können neue Dinge entstehen.

Grünes Naschen in Baden

Grünes Naschen in Baden

Im  Badener Kurpark könnte ein rund 1’000 Quadratmeter grosser Naschpark entstehen. Er wird nach den Prinzipien der Permakultur bewirtschaftet. Die Gastautorin und Stadträtin Sandra Kohler und ihre Amtskollegin  Regula dell’Anno-Doppler  suchen nun Interessierte für die Gründung eines Vereins.

Inspiriert vom Film „Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ und Städten, wie beispielsweise das französische Albi, soll in der Stadt Baden ein Permakultur-Projekt entstehen. Das Konzept der Permakultur zielt auf das Schaffen von dauerhaft funktionierenden nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen (Quelle: permakultur.ch). Den Ansatz zeichnet eine hohe biologische und artenreiche Vielfalt aus. Ausserdem sind die Permakultur-Gärten unterhaltsarm, da die Natur stark sich selber überlassen wird.

Im hinteren Teil des Badener Kurparks könnte ein rund 1’000 Quadratmeter grosser „Naschpark Römergarten“ mit verschiedenen Beeren und mehrjährigen essbaren Stauden entstehen. So die Idee der Stadträtinnen Regula Dell’Anno-Doppler und Sandra Kohler. Das Projekt soll mittels eines partizipativen Prozesses initiiert werden. Ziel ist es, dass ein neu zu gründender privater Verein die Verantwortung für den Naschpark übernimmt. Menschen aus verschiedenen Gruppierungen sollen das Vorhaben gemeinsam prägen, umsetzen und tragen. Interessierte können sich sehr gerne melden.

Gemäss Regula Dell’Anno-Doppler und Sandra Kohler hat das Projekt das Potenzial, einen wertvollen Beitrag zu den Themen Ökologie, Integration, allgemeine soziokulturelle Aspekte sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt zu leisten. Themen, die aktuell starken Aufwind erhalten und im Fokus der Gesellschaft stehen.

„Auf dem Weg in die Bäder dient der Park als willkommene und genussreiche Zwischenstation, er lädt zum Verweilen ein, bietet aber auch die Möglichkeit, Pflanzen kennen zu lernen und Wissenswertes zum Thema Ernährung zu vermitteln“, so die Stadträtin Sandra Kohler.

Ansatz der Permakultur – hohe ökologische Bedeutung

Permakultur ist eine Landwirtschaftsform, die noch weiter geht als die ökologische Landwirtschaft. In permakulturell gestalteten Lebensräumen wird das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so kombiniert, dass diese zeitlich unbegrenzt funktionieren und die Bedürfnisse aller Elemente so weit wie möglich erfüllt werden. Ziel der permakulturellen Gestaltung ist das Schaffen eines sich selbst regulierenden Systems, das höchstens minimaler Eingriffe bedarf, um dauerhaft in einem dynamischen Gleichgewicht zu bleiben (Quelle: down-to-earth.ch).

«Mit diesem Projekt und einem solchen Naschpark, basierend auf dem Grundsatz der Permakultur, könnte sich die Stadt Baden einmal mehr als äusserst innovative und vor allem vorausschauende Stadt präsentieren», ist Regula Dell’Anno-Doppler, Frau Vizeammann, überzeugt.

Interessierte Menschen melden sich bitte bei: sandra.kohler@baden.ch

Viele gute Gründe für ein Vegi-Menü

Viele gute Gründe für ein Vegi-Menü

Zahlreiche Badener Restaurants leisten ihren Beitrag zum nachhaltigen Konsum und bieten täglich mindestens ein vegetarisches Mittagsmenü an. Während der Umweltwochen signalisieren sie dies mit dem grünen „Starten statt warten“-Signet. Gastautorin Yvonne Bergmann stellt die Kampagne vor.

 

Im Rahmen der Badener Umweltwochen 2019 bieten zahlreiche Badener Restaurants ein besonders nachhaltiges Mittagsmenü an und kennzeichnen dieses. Jedes Restaurant wählt den Zeitrahmen individuell und kreiert sein eigenes vegetarisches Menü. Das Logo der Umweltwochen, ein grüner Fuss, weist in der Speisekarte auf die umweltschonenden Mahlzeiten hin und fordert uns auf, öfter fleischlose Gerichte zu wählen.

Diese Restaurants haben bisher ihre Teilnahme zugesagt – weitere sind herzlich willkommen:

Was tue ich mit einem vegetarischen Menü Gutes?

Gesunde Ernährung ist den meisten von uns sehr wichtig. Öfters auf Fleisch zu verzichten, tut aber auch der Umwelt gut.

Der ökologische Fussabdruck in der Schweiz ist viel zu gross. Beinahe 3 Erden wären erforderlich, wenn alle so viele Ressourcen brauchen würden wie die Schweizer Bevölkerung. Wie wir uns ernähren, wie wir uns fortbewegen und was wir konsumieren, hat Auswirkungen nicht nur in der Schweiz, sondern auch global.

Wenn wir nur noch drei Mal pro Woche Fleisch essen, können wir unseren Ernährungs- Fussabdruck bereits um 20% verringern. Vegetarische Menüs sind eine leckere Abwechslung und als leichte Mahlzeit über Mittag genau richtig, um mit viel Energie in den Nachmittag zu starten.

Fleischgerichte versus fleischlose Gerichte

Der mittlere Fleischkonsum pro Kopf und Jahr beträgt in der Schweiz etwa 50 kg, das sind etwa 137 Gramm am Tag. Der Fleischkonsum ist für einen Viertel der ernährungsbedingten Umweltbelastungen verantwortlich. Weltweit werden auf 33% der Ackerfläche Futtermittel für Tiere produziert, anstatt Lebensmittel für Menschen. Tierische Produkte (Fleisch, Milch und Eier) sind in der Schweiz für 48% Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgas-Emissionen und somit für die Klimaerwärmung verantwortlich.

Wiederkäuer produzieren bei der Verdauung und Ausscheidung viele Methan-Gase. Bei der Lagerung und Ausbringung von organischem Dünger entsteht zudem Lachgas. Diese beiden Treibhausgase sind viel klimaschädlicher als CO2. Die Futterproduktion braucht viel Energie, unter anderem, weil die Produktion von Pestiziden und Kunstdüngern sehr energieaufwändig ist.

Bodenerosion und Entwaldung tragen ebenfalls zur Klimaerwärmung bei. Grosse Flächen Wald werden für Futterproduktion und Tierhaltung gerodet. Aus diesen Gründen produziert eine Mahlzeit mit Fleisch rund dreimal mehr Treibhausgase als ein vegetarisches Gericht.

Was wir auch noch besser machen können

Neben der Reduktion des Fleischkonsums, zeigt auch der Einkauf von lokalen und saisonalen Produkten einen deutlich positiven Effekt auf die Energiebilanz. Nicht-saisonale Produkte haben entweder einen langen Transportweg oder sie werden im beheizten Gewächshaus angebaut. Eingeflogene Produkte belasten die Umwelt, da beim Transport viele schädliche Treibhausgase freigesetzt werden. Die Produktion im beheizten Treibhaus verbraucht rund 10 Mal mehr Energie als im Freiland. Zum Heizen dienen zudem in der Regel fossile Energieträger.

Wir müssen nicht alle unsere Gewohnheiten radikal ändern, jeder einzelne Beitrag ist wertvoll. Wählen wir öfters ein vegetarisches Menü, schützen wir die Umwelt und entdecken vielleicht auch noch etwas Neues. Ein Gemüse, das wir so noch nie gegessen haben? Eine neue Inspiration für den eigenen Kochherd?

Ich wünsche allen einen guten, nachhaltigen Appetit!

Restaurants, die auch teilnehmen möchten, melden sich bei stadtoekologie@baden.ch
weitere Quellen:

WWF Faktenblatt Ernährung Februar 2013

WWF-Footprintrechner – fürs Ermitteln des eigenen ökologischen Fussabdrucks