{"id":1617,"date":"2019-05-30T15:25:07","date_gmt":"2019-05-30T13:25:07","guid":{"rendered":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/?p=1617"},"modified":"2022-09-15T14:39:26","modified_gmt":"2022-09-15T12:39:26","slug":"das-rueebli-aus-globalistan-ein-versuch-regional-und-saisonal-einzukaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/das-rueebli-aus-globalistan-ein-versuch-regional-und-saisonal-einzukaufen\/","title":{"rendered":"Das R\u00fcebli aus Globalistan: Ein Versuch, regional und saisonal einzukaufen."},"content":{"rendered":"\t\t
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Was Migros, Coop und Co. uns Konsumierenden in ihren Regalen vorlegen, soll unser Vertrauen in regional verarbeitete Produkte st\u00e4rken. Dabei sind die Mengen an Regional-Labels aber genauso \u00fcberbordend wie das damit beworbene Angebot an Lebensmitteln. Wem dies zu m\u00fchsam wird, gibt auf oder weicht aus, so wie ich. Meine Alternative fiel dabei auf den Badener Wochenmarkt.<\/h2>
Vorlesen<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/div>

Ein R\u00fcebli aus der Region ist an sich auch saisonal, nicht? Schliesslich sind wir hier im R\u00fcebliland und auch wenn das Wurzelgem\u00fcse einen Winter lang gelagert werden kann, dann ist es trotzdem noch von hier und damit immer noch nachhaltig, oder? Bei Frischgem\u00fcse noch klarer: Spinat, Zuchetti, Gurken, Spargeln, Salate sind doch sicherlich saisonal, wenn sie in der Region wachsen. Unsere Breitengrade erm\u00f6glichen es schliesslich nicht zu jeder Jahreszeit allen Gew\u00e4chsen zu gedeihen. Will ich demnach saisonal und regional und damit nachhaltig einkaufen, reicht es, wenn regional drauf steht?

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Die “Region” ist ein schwammiges Gebiet<\/strong><\/h3>

Es sind doch immerhin 55 Regionallabels, schreibt der Schweizerische Konsumentenschutz im Bericht \u00fcber Regionallabels von 2017<\/a>. Und darin bem\u00e4ngelt er, dass bei einigen die Eingrenzung dessen, was unter “Region” verstanden wird, noch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig l\u00e4sst. W\u00e4hrend einige Anbietende sicherlich bem\u00fcht sind, mehr Transparenz zu schaffen, so halten sich nicht alle an einheitliche Richtlinien. Das heisst, viele Angebote tummeln sich im Regionallabel-Dschungel, w\u00e4hrend wir Einkaufenden uns entscheiden m\u00fcssen, welches nun tats\u00e4chlich alle Anforderungen erf\u00fcllt, die uns wichtig sind. Ich h\u00e4tte mein Angebot gerne aus der Region, ganz einfach, weil ich dann glaube nachvollziehen zu k\u00f6nnen, woher etwas kommt, wer dahinter steckt, wie es angebaut oder aufgezogen wird und schliesslich zu mir gelangt. Und dann m\u00f6chte ich diesen Informationen, wenn sie denn erh\u00e4ltlich sind, vertrauen k\u00f6nnen. Was, also, gibt mir dieses Vertrauen? Wie schafft es ein Label ethisch, \u00f6kologisch und \u00f6konomisch nachhaltige Werte zu vermitteln? Solche, wenn auch nicht alle diese Fragen stellen sich immerhin ein Grossteil der Schweizerinnen und Schweizer beim Einkauf. M\u00f6glicherweise, helfen dabei regionale Herkunftsmarken, G\u00fctesiegel und Labels, “das Bed\u00fcrfnis nach einem \u00fcberschau- und kontrollierbaren Markt” wiederzuspiegeln und schaffen es damit einen “Gegenpol zur globalisierten, intransparenten Wirtschaft und dem geschmacklichen \u201eEinheitsbrei\u201c zu setzen”. So zumindest beurteilt dies der Konsumentenschutz.

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Regionallabels folgen unterschiedlichen Richtlinien<\/strong><\/h3>

Klar, die Regionalit\u00e4t setzt auf “\u00dcberschaubarkeit” im Gegensatz zum globalen Chr\u00fcsim\u00fcsi. Als Eink\u00e4ufer bin ich auf der lokalen Ebene dennoch \u00fcberfordert. Und zu Recht, denn der Konsumentenschutz berichtet, dass es zwar nationale Richtlinien gibt, darunter aber nicht alle vereint sind. W\u00e4hrend sich zum Beispiel Produktelinien der “Schweizer P\u00e4rke”, Migros und regio.garantie daran halten und somit das “nationale G\u00fctesiegel f\u00fcr echte Regionalprodukte” erhalten, so folgen Coop, Manor, Volg, Spar und Landi jeweils eigenen Richtlinien. Ohne gross in die Details zu gehen, kommt dabei \u00dcberraschendes zum Vorschein. Kein einziges Label verbietet den Import von Rohstoffen, die von ausserhalb der Region kommen – wo auch immer diese Region genau einzugrenzen ist. So kann ein verarbeitetes Produkt, wie ein Jogurt oder ein Cordonbleu, durchaus einen nicht-regionalen Anteil haben und dennoch als regional gekennzeichnet sein. Gleichermassen verh\u00e4llt es sich bei Setzlingen, die meist auch aus dem Ausland kommen, wenn auch aus dem nahen. Da sind die Bio-Richtlinien manchmal sogar besser.
Letzlich erschliesst der Bericht des Konsumentenschutzes, dass obwohl erste, gute Ans\u00e4tze bestehen, dennoch ein Wildwuchs drohe mit dem erwarteten Anstieg an Regionallabels. Sie fordern deshalb vorerst eine Vereinheitlichung und genauere Einhaltung folgender Punkte: Naturnahe Produktionsmethoden; Kurze Transportwege; Weniger importierte Zutaten; Regionale Hauptzutat; Klare Herkunftsangabe. Bis dem soweit ist, weiche ich als Konsument aus und versuche anderswo mein Gl\u00fcck.<\/p>

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\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\"Gewaechtshaus\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
Setzlinge kommen auch von G\u00e4rtnereibetrieben, die ausserhalb unserer Landesgrenze liegen. Foto: SW\n\n<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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Am Badener Wochenmarkt<\/strong><\/h3>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\"Wochenmarkt\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
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Meine Wahl f\u00e4llt auf den Badener Wochenmarkt, der sich jeden Samstagmorgen vom Schlossbergplatz bis ans Ende der Weiten Gasse erstreckt. Regelm\u00e4ssig besuche ich den Stand der Kessens vor der Fielmann Filiale. Die Familie betreibt ihren Anbau auf dem Br\u00fcederhof in D\u00e4llikon und bietet am Wochenmarkt Gem\u00fcse, Obst, Eier, Kr\u00e4uter und anderes an. Alles Bio. Nicht alles vom eigenen Anbau, aber vieles aus derselben Umgebung. Falls dabei etwas unklar erscheint, wie etwa die Banane oder Avocado, einfach fragen. Heute frage ich jedoch zus\u00e4tzlich, ob ich denn mal bei Ihnen vorbeischauen k\u00f6nnte im Betrieb, um ein l\u00e4ngeres Gespr\u00e4ch \u00fcber ihren Anbau und ihr Gesch\u00e4ft f\u00fchren zu k\u00f6nnen? Samuel Kessens willigt ein und wir vereinbaren ein Treffen.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t

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\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\"Wochenmarkt\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
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\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\"Wochenmarkt\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
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Besuch beim Br\u00fcederhof<\/strong><\/h3>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\"Bruederhof\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
Der Br\u00fcederhof in D\u00e4llikon. Von weitem ist die Biogasanlage (weisse Kugel) erkennbar. Foto: SW<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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Unweit von Baden in D\u00e4llikon liegt der Br\u00fcederhof der mit zwei Betrieben wirtschaftet. Ich besuche den Betrieb der Kessens, die auf 1,3 Hektaren Bio-Frischgem\u00fcse anbauen. Der junge Gem\u00fcsebauer Samuel teilt sich den Betrieb mit seiner Schwester Vera und seinem Vater Gerd, der wiederum seit 30 Jahren im Anbau t\u00e4tig ist.
Ich reise mit dem Zug von Baden in weniger als zwanzig minuten bis Buchs-D\u00e4llikon, von wo der Hof in zehn Minuten zu Fuss erreichbar ist. Hier will ich abermals der Frage nachgehen: \u201eWas heisst eigentlich regional und saisonal einkaufen?\u201c. Obwohl schnell ersichtlich ist, dass dieser Betrieb in der Region liegt und nach Saison pflanzt und erntet, so verkaufen die Kessens am Wochenmarkt eben auch jene Banane oder Avocado.
Gerd erz\u00e4hlt mir auf der kurzen Fahrt vom Bahnhof, dass das Land auf dem sie anbauen dem Br\u00fcederhof geh\u00f6rt. Ein Familienbetrieb, der auch Milchwirtschaft betreibt, Eier, Fleisch und Lagergem\u00fcse anbietet und im Hofladen verkauft. Ebenso betreibt der Hof nun auch eine Biogasanlage.
Die Kessens hingegen bauen vor allem Frischgem\u00fcse an. Angekommen, treffe ich Samuel, der die Betriebsf\u00fchrung seit diesem Jahr mit seinem Vater Gerd und Schwester Vera teilt. Er ist in meinem Alter und arbeitet zusammen mit insgesamt neun Personen, wobei vier vollzeit angestellt sind.
Ich begleite Samuel vom Feld zur\u00fcck zur Einfahrt des Geh\u00f6fts. Er bietet mir einen Kaffee an und wir setzen uns an einen Tisch vor dem mittleren Gew\u00e4chshaus, oder R\u00f6hre, wie es auch genannt wird. Samuel erz\u00e4hlt mir vom Anbau und wir diskutieren \u00fcber Bioanbau und Nachhaltigkeit.
Wie Samuel mir erkl\u00e4rt, bauen sie vor allem Frischgem\u00fcse an, also kein Lagergem\u00fcse, wie Kartoffeln oder Karotten, sondern Bohnen, Zwiebeln, Gurken, Tomaten, Salate und weiteres. Ich sehe auch die eine oder andere Peperoni und Zuchetti, aber nicht alles, was ich am Stand am Wochenmarkt in Baden erhalte. Dies ist einfach zu erkl\u00e4ren, sagt Samuel, denn sie f\u00fchren auch Produkte im Sortiment, die von anderen Bauern in der Gegend kommen. So zum Beispiel \u00c4pfel, Milch, Eier und Lagergem\u00fcse. Diese Zuk\u00e4ufe beruhen meist auf lang gef\u00fchrten Beziehungen zu diesen Produzierenden, sehr zuverl\u00e4ssig und auch flexibel im Umgang. Es bedarf bei diesen Abmachungen keiner fixen Vertr\u00e4ge, da sie auch nicht auf grosse Mengen angewiesen sind, wie zum Beispiel eine Migros.
Diese Beziehungen gr\u00fcnden auf pers\u00f6nlichen Kontakten und langj\u00e4hrigem Vertrauen. Manchmal kauft er auch Produkte ein, auch solche aus dem ferneren Ausland. Diese erh\u00e4lt er zum Beispiel beim PicoBio H\u00e4ndler in Dietikon.

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Ein T\u00fcftler unter den Gem\u00fcslern<\/strong><\/h3><\/div><\/div><\/div><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\"Samuel\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
Samuel Kessens in einem der drei Gew\u00e4chsh\u00e4user. Foto SW<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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Seit kurzem organisiert er mit\u00a0Gebana<\/a>\u00a0den Import von wilden Kapern aus Pal\u00e4stina, wobei er Wert darauf legt, dass dieser Handel m\u00f6glichst direkt zwischen den Produzierenden und ihm abl\u00e4uft. Gebana erm\u00f6glicht dies, da sie als einzige Dienstleisterin zwischen zwei Parteien agiert. Eine viel k\u00fcrzere Warenkette, als bei internationalen Gesch\u00e4ften \u00fcblich. Einfach macht es dies jedoch nicht und solche Gesch\u00e4fte sind auch sehr aufw\u00e4ndig. Aber Samuel ist ein T\u00fcftler und experimentiert gerne.
Wir gehen in eine der R\u00f6hren, wo mir Samuel die Beete zeigt, in denen er mit Mischkulturen arbeitet. Die Idee dabei ist, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und dazu verteilt er diverse Pflanzen untereinander, die jeweils eine Funktion f\u00fcreinander, oder zumindest nicht gegeneinander, \u00fcbernehmen. Ebenso bedeckt er manche Beete mit Mulch: Pflanzenreste die anderswo \u00fcbrig bleiben. Dieser \u00fcbernimmt eine interessante Funktion zwischen dem gepflanzten Gem\u00fcse. Er hebt etwas Mulch auf und zeigt mir wie darunter nicht nur die Feuchtigkeit im Boden bestehen bleibt, sondern auch diverse, f\u00fcr den Boden wichtige Organismen darunter Unterschlupf finden. Es ergibt sich so ein nachhaltiger Kreislauf.
Am liebsten w\u00fcrde Samuel solche Konzepte noch weiter ausbauen, im Sinne einer Permakultur. Dies sei aber schwierig f\u00fcr den Anfang. Zurzeit sind sie auf Land eingepachtet und f\u00fcr ein l\u00e4ngerfristiges Experiment sei wenig Platz vorhanden, sollte die Produktionsfl\u00e4che in diesem Umfang umfunktioniert werden. Er bevorzuge es, dies erst zu versuchen, wenn er eigenes Land finde. Was sich aber auch als schwierig darstellt: Agrarland ist teuer.

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Permakultur als Chance<\/strong><\/h3><\/div><\/div>

Derweilen reden wir \u00fcber die Schwierigkeit der Permakultur. Eigentlich m\u00fcsste diese Form der Bewirtschaftung nicht nur nachhaltig, sondern auch auf weniger Raum viel ertragreicher sein als geschlossene Monokulturysteme. Denn die Permakultur baut auf einem dreidimensionalen Anbaumodell auf. Da funktionieren Pflanzenarten in komplexen Systemen, wobei sich fast naturnahe \u00d6kosysteme ergeben, die sich gr\u00f6sstenteils selbst regulieren und weniger Eingriff ben\u00f6tigen. Aber trotzdem hat sich dies noch nicht durchgesetzt bei Schweizer Bauern. Wieso? Es kann sein, dass solche Prozesse einfach ihre Zeit brauchen. Dass H\u00f6fe, die sich \u00fcber mehrere Generationen spezialisiert haben und in bestimmte Betriebsarten investiert haben, nicht von heute auf morgen umstellen k\u00f6nnen. Auch w\u00e4re es m\u00f6glich, dass die Rahmenbedingungen, die unsere Politik setzt, alternative Landwirtschaft nicht f\u00f6rdert. Und vielleicht ist dieses Gedankengut einfach noch zu jung, zu frisch und unbekannt in den K\u00f6pfen der Anbauenden. Wie dem auch sei, ich finde es inspirierend Samuel zuzuh\u00f6ren und zu sehen, wie motiviert und mit Leidenschaft er seinem Beruf nachgeht.<\/p><\/div><\/div><\/div><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t

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Lieferservice ins Quartier<\/strong><\/h3><\/div><\/div>

Es g\u00e4be noch viel zu sagen, was ich jedoch mitnehme von diesem Besuch: Es ist sehr einfach an regionale und saisonale Produkte zu gelangen. Ich kann sogar direkt beziehen, wenn ich Samstagmorgens nicht fr\u00fch aufstehen m\u00f6chte, um an den Markt zu gehen. Denn eigentlich betreibt Samuel vor allem einen Lieferdienst, wobei sie Kisten f\u00fcr Kunden zusammenstellen und an deren Quartierdepots liefern. Sie beliefern dabei gr\u00f6sstenteils Richtung Z\u00fcrich, viele in Z\u00fcrich selbst. In Baden sind es grade mal zwei, drei Adressen und ein paar wenige Hauslieferungen. Aber der Service ist genial. Ein Quartierdepot ist ganz einfach ein Ort, das von Liegenschaften selbst zur Verf\u00fcgung gestellt wird, sei dies in einem Hauseingang oder bei einem Unterstand, wo der Gem\u00fcsler w\u00f6chentlich Kisten hinstellt. Die Kisten k\u00f6nnen sehr individuell zusammengestellt im Abo benutzt werden. Inzwischen sind dies zwischen 500 und 600 Abos, sagt Samuel und das funktioniert tiptop. Er tr\u00e4gt zwar die Verantwortung, wenn etwas abhanden kommt oder besch\u00e4digt wird, aber dies passiere nur \u00e4usserst selten. Ebenso stellen sie die Kisten mit den Lebensmitteln zusammen, die vorhanden und verf\u00fcgbar sind. Wenn also mal eine schlechte Gurkenernte anf\u00e4llt und sie nur eine Gurke ins Kistchen tun, so st\u00f6rt dies niemanden, sie kompensieren Fehlendes mit anderen Produkten. Er habe noch nie einen Anruf gekriegt, bei dem sich jemand beklagt h\u00e4tte, dass es von etwas gefehlt h\u00e4tte.
Auch die Philosophie dahinter, nur regionales anzubieten, findet der Gem\u00fcsebauer sinnvoll. \u201eEs macht uns authentisch und das sch\u00e4tzen die Leute\u201c.
Die Bio-Avocado hat er inzwischen aus dem Sortiment rausgeworfen.<\/p><\/div><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t

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Das Ergebnis:<\/strong><\/h3><\/div><\/div>

Entspricht nun der Betrieb der Kessens den Kriterien des Konsumentenschutzes?<\/p>

\u2013\u00a0Naturnahe Produktionsmethoden?<\/strong>\u00a0Ja, weil Bioanbau.\u00a0
\u2013\u00a0Kurze Transportwege?<\/strong>\u00a0Von D\u00e4llikon nach Baden sind es weniger als 15 Kilometer. Definitiv, ja.
\u2013\u00a0Weniger importierte Zutaten?<\/strong>\u00a0Keine Frage, dieser Anteil ist bereits sehr klein.
\u2013\u00a0Regionale Hauptzutat?<\/strong>\u00a0Das Regionale ist die Hauptzutat, da unverarbeitet.
\u2013\u00a0Klare Herkunftsangabe?<\/strong>\u00a0Ja, Samuel ist zeitgleich Produzent, Lieferant und H\u00e4ndler.<\/p>

Jetzt noch die Frage, ob Regional auch Saisonal ist? Dies ist nicht so einfach zu beantworten. Grunds\u00e4tzlich bedeutet in der Region angebaut nicht, dass der Anbau der Saison folgt. In den L\u00e4den bleibt das Angebot ganzj\u00e4hrig fast gleich, w\u00e4hrend es am Markt doch merklich zwischen den Jahreszeiten abwechselt. Letzteres deutet mir somit eher an, ob etwas saisonal ist. Aber habe ich deshalb weniger M\u00f6glichkeiten in der Vielfalt meiner Eink\u00e4ufe und konsequenter Zubereitung? Wohl kaum, denn Ich brauche f\u00fcr eine abwechslungsreiche K\u00fcche nicht das ganze Jahr hindurch alles angeboten. In einem so Variet\u00e4tenreichen Wochenmarkt wie in Baden werde ich gut abgedeckt: Garantiert ist nicht alles das ganze Jahr erh\u00e4ltlich, aber alles wechselt mit Garantie ab.<\/p><\/div><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t

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Herzlichen Dank der Familie Kessens und Samuel Kessens f\u00fcr seine Zeit und das interessante Gespr\u00e4ch.<\/em><\/p>

F\u00fcr Interessierte:
www.bruederhof.ch<\/a><\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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