{"id":1686,"date":"2019-05-30T10:08:02","date_gmt":"2019-05-30T08:08:02","guid":{"rendered":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/?p=1686"},"modified":"2022-09-15T14:40:10","modified_gmt":"2022-09-15T12:40:10","slug":"zero-waste-wenn-weniger-mehr-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/zero-waste-wenn-weniger-mehr-ist\/","title":{"rendered":"Zero Waste \u2013 Wenn weniger mehr ist!"},"content":{"rendered":"\t\t
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Die Zero Waste Bewegung verspricht ein Leben ohne M\u00fcll. Dass die Community derzeit viele Anh\u00e4nger und Sympathisanten findet, erstaunt sp\u00e4testens nach der Klimastreikbewegung nicht mehr. Kann Zero Waste ein Ansatz f\u00fcr eine nachhaltigere Gesellschaft sein? Und ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, abfallfrei zu leben? – Ein Gastbeitrag von Deborah Knecht.<\/h2>
Vorlesen<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/div>\n \t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t
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Die Schweiz als M\u00fcllweltmeisterin<\/h3><\/div><\/div>
Jede in der Schweiz wohnhafte Person produziert laut\u00a0BAFU<\/a>\u00a0j\u00e4hrlich 715 Kilogramm Abfall. Dies entspricht einem der h\u00f6chsten Siedlungsabfallaufkommen der Welt. Damit Sie sich unter dieser Zahl etwas mehr vorstellen k\u00f6nnen, eine \u00dcberschlagsrechnung: Eine Person f\u00fcllt gut zwanzig 35l-M\u00fclls\u00e4cke in einem Jahr. Werden die M\u00fclls\u00e4cke aller Einwohner aneinandergereiht, ergibt sich eine M\u00fcllsackstrecke von rund 93300 Kilometern. Wir Schweizer*Innen k\u00f6nnen den \u00c4quator mit unserem Hausm\u00fcll also mehr als zweimal umrunden \u2013 j\u00e4hrlich.<\/div><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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Weniger ist mehr<\/h3><\/div><\/div>

Diese imposante Menge macht deutlich, dass wir definitiv zu viel M\u00fcll produzieren. Klar, wir Schweizer*Innen sind auch Weltmeister*Innen im Recycling. Laut BAFU wird n\u00e4mlich rund die H\u00e4lfte unseres Hausm\u00fclls rezykliert. Dies ist \u00fcberdurchschnittlich viel. Recycling ist grunds\u00e4tzlich eine gute Sache, bedingt aber, dass die Menschen ihren M\u00fcll richtig trennen und entsorgen. Fakt ist, dass das Aufbereiten von Wertstoffen noch immer viel Energie verbraucht, wenn auch erheblich weniger, als die Neugewinnung.<\/p><\/div><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t

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Wer also glaubt, seinen Konsum, uneingeschr\u00e4nkt auf dem momentanen Standard basierend, weiterf\u00fchren zu k\u00f6nnen, irrt sich. Trotz Recycling ist der nachhaltigste Abfall jener, der gar nicht erst produziert wird.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t

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Zero Waste \u2013 kein neuer Gedanke<\/h3><\/div><\/div>
Der Ursprung des Begriffs \u201eZero Waste\u201c liegt in der Industrie. Er ist Teil der in den neunziger Jahren entwickelten Theorie der Kreislaufwirtschaft, auch \u201eCradle to Cradle\u201c genannt. Dabei handelt es sich um ein regeneratives System, in welchem Ressourcenverbrauch, Abfallproduktion, Emissionen und Energieaufwand minimiert werden. Dies bedingt einer langlebigen Konstruktion, Reparaturm\u00f6glichkeiten und der Wieder- und Weiterverwendung von Produkten.<\/div><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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\u00a9 Zero Waste Switzerland<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t
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Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft<\/h3><\/div><\/div>

In Privathaushalten begann der Trend zum m\u00fcllfreien Leben mit Bea Johnson. Die Franz\u00f6sin, welche mittlerweile mit ihrer Familie in Kalifornien lebt, f\u00fchrt den Blog \u201eZero Waste Home<\/a>\u201c und brachte ein gleichnamiges Buch auf den Markt. Dabei geht es vor allem darum, dem Abfall den Kampf anzusagen und innovative L\u00f6sungen f\u00fcr den Alltag zu finden. Mittlerweile gibt es den Verein \u201eZero Waste Switzerland<\/a>\u201c, welcher nicht nur die einzelnen B\u00fcrger*Innen, sondern auch die Wirtschaft zu einem abfall- und verschwendungsfreien Konsumverhalten motiviert und erneuerbare Produktionsmethoden der Kreislaufwirtschaft f\u00f6rdert. F\u00fcr das Gelingen ist der Austausch und der Einsatz aller Beteiligten besonders wichtig.<\/p>

Das Zero Waste Prinzip<\/h3><\/div><\/div>
Durch ein Leben ohne Abfall, m\u00f6chten Zero Waster mit verantwortungsbewusstem Handeln vorausgehen. Das Ziel ist nicht prim\u00e4r auf alles zu verzichten, sondern langfristig kl\u00fcger zu konsumieren und die eigenen Bed\u00fcrfnisse zu hinterfragen. Dabei richtet man sich nach den \u201e5 R\u201c, wobei es grunds\u00e4tzlich darum geht, M\u00fcll abzulehnen.
Der Grossteil an M\u00fcll kann vermieden werden, indem Verpacktes und \u00dcberfl\u00fcssiges abgelehnt werden. Denn je weniger konsumiert wird, desto weniger muss produziert und sp\u00e4ter entsorgt werden.
Als n\u00e4chster Punkt wird M\u00fcll im Haushalt reduziert, indem man ungeliebte und ungenutzte Dinge weiter gibt, anstatt sie zu entsorgen. So muss nichts neu produziert werden und Ressourcen werden geschont.
Der dritte Punkt dreht sich hauts\u00e4chlich ums Wiederverwenden und Reparieren. Denn Einwegprodukte sind vor allem f\u00fcr die Wirtschaft gut, nicht aber f\u00fcrs Portemonnaie und schon gar nicht f\u00fcr die Umwelt. Langlebiger und somit nachhaltiger sind Produkte, die bestenfalls jahrelang genutzt werden.
Alles, was trotz ablehnen, reduzieren, wiederverwenden und reparieren noch an M\u00fcll anf\u00e4llt, soll dem Recycling-\u201eKreislauf\u201c zugef\u00fchrt werden. Nat\u00fcrlich verschlingt auch der Recycling-Prozess neue Ressourcen, aber zumindest nicht so viele wie eine Neuproduktion.
Der letzte Punkt der 5 R\u2019s bezieht sich aufs Kompostieren. So wird beispielsweise aus K\u00fcchenabf\u00e4llen hochwertiger D\u00fcnger, den man zu Hause direkt seinen Pflanzen im Garten oder auf der Fensterbank zuf\u00fchren kann. Somit muss auch kein M\u00fcll durch die Gegend gefahren und aufwendig aufgearbeitet werden.

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Zero Waste \u2013 eine Utopie?<\/h3><\/div><\/div>
Die 5 R der Zero Waste Pyramide bieten Ideen und ermutigen, sich mit dem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzten. Ob ein Leben g\u00e4nzlich ohne M\u00fcll tats\u00e4chlich m\u00f6glich ist, scheint zweifelhaft. Treffender w\u00e4re wahrscheinlich der Begriff \u201eminimal Waste\u201c. Denn selbst wer j\u00e4hrlich nur ein Einmachglas voller Abfall produziert, verbraucht Ressourcen. Diese sind bei einem Kleidungsst\u00fcck, einer Flugreise oder einem neuen Computer auf den ersten Blick vielleicht weniger ersichtlich als bei einer Plastikverpackung, aber mindestens so relevant. Da uns die Folgen dieses Ressourcenverbrauchs im ersten Moment nicht pers\u00f6nlich betreffen, sind sie allerdings relativ leicht auszublenden.<\/div><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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Aktiv werden<\/h3><\/div><\/div>
Schliesslich soll Zero Waste den Blick f\u00fcr eine umweltbewusstere Zukunft sch\u00e4rfen. Denn wer den eigenen Konsum hinterfragt und schliesslich bewusster und verantwortungsvoller konsumiert, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch (un)bewusst sein Umfeld sensibilisieren. Wie ein afrikanisches Sprichwort sch\u00f6n zusammenfasst: \u201eViele kleine Leute, in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, k\u00f6nnen das Gesicht der Welt ver\u00e4ndern!\u201c Schliesslich steht das Konsumverhalten von Privatpersonen in einer stetigen Wechselwirkung zur Forderung nach ressourcenschonenden und weitsichtigen Produktionsweisen in der Wirtschaft. Damit das \u201eCradle to Cradle\u201c Prinzip tats\u00e4chlich funktioniert, m\u00fcssen wir uns nicht nur selbst an der Nase nehmen, und unser Verhalten immer wieder kritisch hinterfragen und anpassen, sondern auch von Seiten der Wirtschaft ein klares Umdenken fordern.<\/div><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t
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F\u00fcr Interessierte:<\/p>

Es sind ungef\u00e4hr 6,8 kg CO2, die jeder Mensch t\u00e4glich durch alle seine Handlungen aussto\u00dfen darf, um unsere Welt und unser Klima im Gleichgewicht zu halten. \u201eEin guter Tag\u201c rechnet dieses Kontingent in 100 Punkte um. Wie viele Punkte Ihres Budgets verbrauchen Sie t\u00e4glich?
https:\/\/www.eingutertag.org\/de\/punkterechner.html<\/a><\/p>

Verschiedenste Ideen zur Ressourcenschonung \u2013 ohne Gew\u00e4hr auf Vollst\u00e4ndigkeit.
https:\/\/www.pumpipumpe.ch<\/a>
https:\/\/repair-cafe.ch\/de\/cafes\/repair-cafe-brugg-windisch<\/a>
http:\/\/www.walkincloset.ch\/<\/a><\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

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