{"id":18862,"date":"2022-08-16T16:26:13","date_gmt":"2022-08-16T14:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/?p=18862"},"modified":"2023-10-31T13:31:58","modified_gmt":"2023-10-31T12:31:58","slug":"naturschutz-braucht-vernetzung-auch-im-stadtraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/naturschutz-braucht-vernetzung-auch-im-stadtraum\/","title":{"rendered":"Naturschutz braucht Vernetzung \u2013 auch im Stadtraum"},"content":{"rendered":"\t\t
Durch Baden verl\u00e4uft von Ost nach West ein Band an Trockenstandorten und mageren Wiesen. Sie bilden quasi die Verl\u00e4ngerung der L\u00e4gern. Und in der Klus liegt an der Limmat die Stadt Baden. Hier \u2013 im Stadtgebiet \u2013 geht es uns als Mensch dann doch recht gut: alle paar Meter gibt es Gesch\u00e4fte mit Essen, Trinken oder sonstigen Dingen, um unseren Bed\u00fcrfnissen gerecht zu werden. Aber wie geht es anderen Spezies in und rund um unseren Siedlungsraum? Finden andere Arten ebenfalls so gut erreichbar, was sie zum Leben und \u00dcberleben brauchen? Und wenn nicht, wie liesse sich das \u00e4ndern? Wie funktioniert also ein Versorgungsnetzwerk f\u00fcr Tier- und Pflanzenarten, die ganz spezielle Anspr\u00fcche haben?<\/p>
Dieser Frage sind wir bei der Erarbeitung des kommunalen Richtplans Natur und Landschaft 2021<\/a><\/strong> nachgegangen. Daher legt der Richtplan Natur und Landschaft 2021 – als beh\u00f6rdenverbindliche Naturschutzplanung der Stadt Baden – einen Schwerpunkt auf die Vernetzung von Lebensr\u00e4umen und setzt dabei auf die Schaffung einer “\u00d6kologischen Infrastruktur (\u00f6I)”<\/a><\/strong>.<\/p> Die \u00d6kologische Infrastruktur geht davon aus, dass analog zu uns Menschen, die wir uns in der Versorgung oder der Mobilit\u00e4t durch Infrastrukturen organisieren, dass dies auch f\u00fcr andere Arten gilt und zwar in Form einer “\u00d6kologischen Infrastruktur”. Diese Arten haben spezifische Anspr\u00fcche an ihre Lebensr\u00e4ume und damit an ihre Versorgung und ebenso an die Mobilit\u00e4t, sprich an die Distanz und Wanderm\u00f6glichkeiten zwischen ihren Lebensr\u00e4umen.<\/p> Als Beispiel hier eine \u00dcbersicht zu Arten, die an trockene & n\u00e4hrstoffarme Standorte gebunden sind.<\/strong><\/a><\/p> Wichtig ist die Distanz sowohl f\u00fcr die t\u00e4gliche Mobilit\u00e4t z.B. bei der Nahrungssuche wie auch f\u00fcr das Aufsuchen benachbarter Lebensr\u00e4ume z.B. f\u00fcr die Fortpflanzung oder die Wanderung zur Erschliessung neuer Reviere.<\/p> Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Arten, die an trockene & n\u00e4hrstoffarme Standorte gebunden sind, gelten als ideal vernetzt, wenn sie 50 m oder weniger auseinanderliegen. Sind die Distanzen zu gross, in diesem Beispiel gr\u00f6sser als 150 m, dann gelten diese Lebensr\u00e4ume als nicht mehr vernetzt. Man spricht dann von einer Vernetzungsl\u00fccke. Diese kann geschlossen werden, wenn z.B. neue Wiesen angelegt, Waldr\u00e4nder ausgelichtet und oder Felsflure freigelegt werden. Aber auch der Siedlungsraum kann seinen Beitrag zum Schliessen von Vernetzungsl\u00fccken leisten, indem Vorg\u00e4rten, G\u00e4rten, D\u00e4cher, Baumscheiben und Strassenbegleitfl\u00e4chen z.B. mit artenreichen Wildblumenwiesen, Ruderalfluren sowie Ast- und Steinlinsen versehen werden. Und das ist kein Widerspruch zu Klimaanpassungsmassnahmen, die vielerorts neue Baumpflanzungen notwendig machen.<\/p> F\u00fcr die Trockenstandorte, magere Wiesen und lichte Waldr\u00e4nder der Stadt Baden haben wir die Prinzipien der \u00f6kologischen Infrastruktur im Richtplan Natur und Landschaft 2021<\/a> angewendet. Wir haben unter die Lupe genommen, wo und wie gut Badens Lebensr\u00e4ume miteinander vernetzt sind und wo eben nicht. Denn dort, wo Vernetzungsl\u00fccken bestehen, sollen sie langfristig geschlossen werden.<\/p> Die Analyse zeigt, dass in Baden mehrere Vernetzungsachsen dank einer langj\u00e4hrigen Naturschutzarbeit bestehen. Jedoch stellt der Siedlungsraum vielerorts Vernetzungsl\u00fccken dar, sodass in der Siedlung ein grosses Potenzial besteht, diese L\u00fccken durch naturnahe Aufwertungen von Vorg\u00e4rten, G\u00e4rten, D\u00e4chern, Baumscheiben oder Strassenbegleitfl\u00e4chen zu schliessen.<\/p>\n Schaut man sich Badens Trockenstandorte, magere Wiesen und lichte Waldr\u00e4nder n\u00e4her an, so verl\u00e4uft eine Hauptachse in der Vernetzung von Ost nach West \u00fcber die Felsfluren des Schartenfels und des Schlossbergs der Ruine Stein. Weiter nach Westen schliesst das\u00a0Sonderwaldreservat Sonnenberg<\/a>\u00a0mit Steinbr\u00fcchen, Felsfluren und Mittelwaldstrukturen an, um dann auf der Baldegg an artenreiche Magerwiesen anzukn\u00fcpfen.<\/p>\n Unterbrochen wird diese Vernetzungsachse jedoch in den Siedlungsbereichen der Burghalde (2) und auch in der vorderen Allmend (3). Und genau hier zeigt sich nun, dass der Siedlungsraum auch einen Beitrag leisten kann. Denn wenn Private ihre G\u00e4rten und D\u00e4cher \u00f6kologisch hochwertig gestalteten, k\u00f6nnen diese Privatg\u00e4rten mithelfen, Vernetzungsl\u00fccken langfristigen zu schliessen.<\/p>\n \u00a0<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t F\u00fcr die Vernetzung k\u00f6nnen Private somit einen wichtigen Beitrag mit ihren eigenen G\u00e4rten, Vorg\u00e4rten und D\u00e4chern leisten, indem sie diese naturnah gestalten. Sie k\u00f6nnen Wildblumenwiesen, Ruderalfl\u00e4chen, Ast- und Steinlinen anlegen und Wert auf eine einheimische Bepflanzung gelegen, denn dann werden auch Wildbienen und Schmetterlinge gef\u00f6rdert. Der\u00a0Richtplan Natur und Landschaft 2021<\/a>\u00a0sieht daher\u00a0F\u00f6rdergebiete f\u00fcr Trockenstandorte und magere Wiese vor<\/strong><\/a>\u00a0und beziehen hierin den Siedlungsraum explizit mit ein, denn ohne das Mitwirken der Privaten mit ihren G\u00e4rten und D\u00e4chern ist Biodiversit\u00e4tsf\u00f6rderung und Vernetzung nicht zu schaffen \u2013 auch nicht in Baden.<\/p><\/div><\/div>\u00d6kologische Infrastruktur<\/h3>
Wo sind Badens Lebensr\u00e4ume vernetzt und wo nicht?<\/h3>
\u00a0<\/h3>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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Von Ost nach West verl\u00e4uft eine Vernetzungsachse, aber im Siedlungsraum gibt es L\u00fccken<\/h3>\n
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In der Vernetzung kommt es auf alle an \u2013 auch auf die Privatg\u00e4rten<\/h3>