{"id":23879,"date":"2022-12-13T11:00:47","date_gmt":"2022-12-13T10:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/?p=23879"},"modified":"2024-11-29T13:47:35","modified_gmt":"2024-11-29T12:47:35","slug":"ein-blick-in-den-abfall-auf-tour-mit-der-stadtreinigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/ein-blick-in-den-abfall-auf-tour-mit-der-stadtreinigung\/","title":{"rendered":"Ein Blick in den Abfall – auf Tour mit der Stadtreinigung in Baden"},"content":{"rendered":"\t\t
Wir starten unsere Tour beim Werkhof der Stadt Baden<\/a>. Dieser \u00fcbernimmt Aufgaben wie beispielsweise die Entsorgung, Stadtreinigung<\/a> oder Pflege von Gr\u00fcnanlagen und Parks. Von den 40 Mitarbeitenden begleiten wir Simon per Elektro-Fahrzeug auf der Route Kurpark, Altstadt, Bahnhof und Thermalbad. In ganz Baden finden sich 500 \u00f6ffentliche Abfalleimer f\u00fcr den unterwegs anfallenden Abfall. Die K\u00fcbel werden \u00fcblicherweise zweimal t\u00e4glich kontrolliert und bei Bedarf geleert. Sieben Tage die Woche. Die Abfallmengen, die dabei allein in Baden im \u00f6ffentlichen Raum entstehen, betragen rund 550 Tonnen pro Jahr. Dabei inbegriffen sind Laub, Kies, Pneuabrieb etc., was mit der Kehrmaschine aufgenommen wird. Ebenfalls inbegriffen ist das Littering<\/a> – der Teil des Abfalls also, der unachtsam oder absichtlich in den \u00f6ffentlichen Raum oder die Natur geworfen wird. Zur besseren Vorstellung: pro Woche kommen rund zehneinhalb Tonnen Abfall zusammen. Dieses Gewicht k\u00f6nnte man mit sieben ausgewachsenen Giraffen ausgleichen. Vor allem bei sch\u00f6nem Wetter oder wenn der Lohn kam und mehr konsumiert wurde, sei ein erh\u00f6htes Abfallaufkommen zu erwarten, meint Werkhofmitarbeiter Simon.\u00a0<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Im Vergleich der teilnehmenden St\u00e4dte beim Monitoring der Cercle Indicateur<\/a> liegt Baden an 5. Stelle mit 329 kg Siedlungsabf\u00e4llen pro Kopf und Jahr (Stand 2019). Im Vergleich zu Baden liegt Z\u00fcrich mit 253 kg darunter, Luzern mit 384 kg dar\u00fcber.\u00a0<\/p> Das Bundesamt f\u00fcr Statistik<\/a> liefert umfassendere Indikatoren zur Erfassung der Siedlungsabf\u00e4lle, wonach diese schweizweit pro Person und Jahr sogar bei 701 kg liegen (Stand 2021).<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Simon beobachtet, dass achtlos weggeschnippste Zigarettenstummel oder herrenlose Getr\u00e4nkedosen besonders h\u00e4ufig anzutreffen sind. Die Frustration ist Simon anzumerken. Littering<\/a> ist ein gesellschaftliches Problem und l\u00e4sst sich nur gemeinschaftlich l\u00f6sen. Damit solches Verhalten abnimmt, sind alle aufgefordert, den Mut aufzubringen und Menschen auf ihr Verhalten hinzuweisen. Und selber mit Vorbild voranzugehen, sprich, den “Zigi-Stummel” und eigene Abf\u00e4lle korrekt zu entsorgen, auch wenn man daf\u00fcr ein paar Schritte gehen muss. Warum das Sinn macht, zeigen die Zahlen aus einer Studie des BAFU<\/a> aus dem Jahr 2011. Demnach machten allein Zigarettenabf\u00e4lle in stark verm\u00fcllten Gemeinden bis zu 66 % der gelitterten Gegenst\u00e4nde aus (in St\u00fcckzahlen).<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Wir setzen unsere Tour fort und werfen einen Blick in die saisonal verf\u00fcgbaren Trenncontainer, die in blau (PET), gelb (ALU) und schwarz (Restm\u00fcll), welche extra f\u00fcr Abf\u00e4lle des Unterwegskonsums aufgestellt werden. Schon der erste Blick hinein verr\u00e4t: es wurde falsch sortiert. Das ist schade, denn bei diesen Containern ist der richtige Einwurf das A und O. Wer falsch einwirft, ob willentlich oder unachtsam, verhindert unter Umst\u00e4nden das Recycling. Am Ende wird der Sack voll mit PET-Getr\u00e4nkeflaschen wegen Fehlw\u00fcrfen wie sonstigen Plastikverpackungen, Milchflaschen etc. einfach doch verbrannt, meint Simon. Das Verletzungsrisiko oder die Kontamination mit anderen Materialen mache das manuelle Sortieren unangenehm und gef\u00e4hrlich – z. B. wurden auch schon Windeln, Hundekot oder kaputte und halbvolle Glasflaschen im Sortiergut entdeckt. Korrektes sortieren ist deshalb wichtig. Das gilt auch bei Quartiersammelstellen: Fehlw\u00fcrfe vermindern die Verwertbarkeit vom Sammelgut<\/a>, machen es teurer und die Qualit\u00e4t des Rezyklats leidet.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Abfall geh\u00f6rt in den K\u00fcbel:<\/p>\n Littering hat Folgen<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n Abf\u00e4lle richtig sortieren:<\/p>\n Abfalltrennung in Baden<\/a><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n Auf Symbole<\/a> der Verpackung achten<\/p>\n<\/li>\n Abfallwegweiser<\/a><\/p>\n<\/li>\n Was wird wo gesammelt?<\/a><\/p>\n<\/li>\n Nur PET-Getr\u00e4nkeflaschen geh\u00f6ren in die PET-Sammlung<\/a><\/p>\n<\/li>\n Recycling Map<\/a> \u2013 Finde Sammel- und R\u00fccknahmestellen<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Gegen Ende der Tour treffen wir bei den Thermalb\u00e4dern auf Ren\u00e9 Ryser, der seit 15 Jahren beim Werkhof arbeitet. Er kennt viele Leute und die Leute kennen ihn. Er sch\u00e4tzt die Kommunikation und dass er als direkte Ansprechperson f\u00fcr verschiedene Anliegen gesehen wird. So m\u00fcssen Fragen nicht \u00fcber sieben Ecken beantwortet werden, z. B. wenn jemand ein totes Tier oder eine verm\u00fcllte Stelle melden will. Durch die Bekanntheit und ein gutes Verh\u00e4ltnis zwischen den Menschen wird die Anonymit\u00e4t verringert. Dann denken wir eher dar\u00fcber nach, welche Folgen unser Verhalten hat und wen es direkt betreffen wird. Was wir sch\u00e4tzen, m\u00fcllen wir nicht zu. Ein sorgsamer Umgang mit dem \u00f6ffentlichen Raum, indem wir unsere Abf\u00e4lle korrekt entsorgen oder m\u00f6glicherweise erst gar nicht so viel davon produzieren, hilft uns allen.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Doch selbst die beste Entsorgung und Recycling l\u00f6st das zentrale Problem des hohen und steigenden Ressourcenverbrauchs nicht. Die stetige Zunahme der Bev\u00f6lkerung und das hohe Pro-Kopf-Einkommen f\u00fchren unweigerlich zu mehr Konsum (Bafu, 2021)<\/a>. Das meiste, was wir konsumieren, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu Abfall. Wer die Abfallmenge reduzieren will, kommt nicht darum herum, den Konsum zu \u00fcberdenken: vermeiden, vermindern, Dinge reparieren und wiederverwenden oder anders weiternutzen. Denn nur jene Ressourcen, die wir heute nicht ohne Sinn und Verstand in einer Windeseile aufbrauchen, k\u00f6nnen wir auch weitergeben – an andere und k\u00fcnftige Generationen. Hier bedarf es an mehr Konsum- und Ressourcenbewusstsein und an mehr Respekt f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Raum, die Umwelt und die Gesellschaft.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Eine \u00e4hnlich spannende und lehrreiche Tour bietet auch die Obrist Transport + Recycling AG<\/a>. Wenn du also schon immer davon getr\u00e4umt hast, auf einem elektrischen Kehrichtfahrzeug mitzufahren und f\u00fcr Sauberkeit zu sorgen, kannst du dort einen Erlebnistag als M\u00fcllfrau oder M\u00fcllmann<\/a> buchen.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Der Werkhof setzt gem\u00e4ss Thomas Stirnemann, Leiter des Werkhofs Baden, auf null Emissionen w\u00e4hrend des Betriebs. Die Einsatzfahrzeuge sind elektrisch betrieben und erzeugen somit keine Abgase und kein L\u00e4rm. Zu h\u00f6ren bekommt man h\u00f6chsten die Besen der Kehrmaschinen \u2013 oder das nette Gr\u00fcezi eines Mitarbeitenden.\u00a0 Der Werkhof stellt ausserdem den Regionalwerken sein Dach f\u00fcr Solaranlagen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Abfall im \u00f6ffentlichen Raum wird immer mehr zur Herausforderung, denn die Verm\u00fcllung ist zu einem gesellschaftlich akzeptierten Problem…<\/p>\n","protected":false},"author":45,"featured_media":24231,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[679,7],"tags":[40,349,83,410,409],"class_list":["post-23879","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-abfall-entsorgung-recycling","category-umweltwissen","tag-abfall","tag-littering","tag-recycling","tag-stadtreinigung","tag-werkhof"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23879","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/45"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23879"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23879\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38129,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23879\/revisions\/38129"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24231"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23879"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23879"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23879"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}Irgendjemand wird das schon wegr\u00e4umen<\/h3>\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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Richtig trennen ist wertvoll<\/h3>
Links zu Tipps und Wissenswertem zum korrekten Entsorgen<\/h4>\n
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Respekt und Identifikation ist wichtig<\/h3>
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Konsum- und Wegwerfgesellschaft \u00fcberdenken<\/h3>
Erlebnisse schaffen Verst\u00e4ndnis:
Sei ein Tag als M\u00fcllmensch dabei<\/h4>Vorbildlich: Die Stadtreinigung ist emmissionsfrei unterwegs<\/h3>