{"id":30692,"date":"2023-08-29T10:18:16","date_gmt":"2023-08-29T08:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/?p=30692"},"modified":"2023-08-29T10:21:33","modified_gmt":"2023-08-29T08:21:33","slug":"schulhaus-pfaffechappe-aus-alt-wird-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/schulhaus-pfaffechappe-aus-alt-wird-neu\/","title":{"rendered":"Schulhaus Pfaffechappe: Aus Alt wird Neu!"},"content":{"rendered":"\t\t
Die kurze Antwort darauf ist: Die Grundstruktur des Schulhauses ist viel zu wertvoll, als dass man sie komplett h\u00e4tte niederreissen k\u00f6nnen. Einerseits bot sie eine sehr gute Voraussetzung f\u00fcr eine Neustrukturierung des Schulhauses, welche f\u00fcr den Wechsel von einem Oberstufen- zu einem Primarschulhaus erforderlich war. Ausserdem entsteht bei der Erstellung von neuen Geb\u00e4uden viel CO2, welches vor allem in vorgelagerten Prozessen wie der Produktion oder beim Transport der Baumaterialen emittiert wird. Beton, Stahl und Glas sind energieintensiv in der Produktion und verursachen deshalb auch viel CO2. Deshalb steht die Bauwirtschaft vor grossen Herausforderungen in Bezug auf die Erreichung der gesetzten Klimaziele. Umso wichtiger ist es, unmittelbar umsetzbare Stellschrauben zu nutzen, um den CO2-Ausstoss beim Bauen zu verringern.<\/p>\n
Beispiele dazu sind:<\/p>\n
Einiges davon konnte beim Umbau und der Sanierung des Schulhauses Pfaffechappe angewendet werden. So konnte viel wertvolle Substanz erhalten bleiben, ohne dass alles neu gebaut werden musste. Die Prim\u00e4rstruktur oder mit anderen Worten das Tragwerk und die Geschossdecken des Schulhauses wurden erhalten. Die Fassade hingegen wurde erneuert, unter anderem da diese nicht mehr den heutigen energetischen Anforderungen entsprach. Im Inneren des Geb\u00e4udes wurde eine ganz neue Raumstruktur anhand heutiger Konzepte und Bed\u00fcrfnissen der Schule erstellt.<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Die Schulanlage Pfaffechappe wurde 1973\/74 als eine der gr\u00f6ssten Schulbauten der Volksschule Baden gebaut. Die Real- und Sekundarschule ist mittlerweile in das neue Sekundarstufenzentrum Burghalde umgezogen. Seit Sommer 2021 wird nun die Pfaffechappe umfassend saniert und umgebaut \u2013 der Baukredit betr\u00e4gt 31.15 Mio. Franken \u2013 und sollte urspr\u00fcnglich zum Schuljahresbeginn 2023\/2024 von der Primarschule bezogen werden. Aufgrund von Lieferengp\u00e4ssen bei diversen Materialien und Bauteilen wird das neue Schulhaus nun im zweiten Semester des Schuljahres 2023\/2024 bezugsfertig sein.<\/span><\/p> Vor Umbau und Sanierung konnten andere Schulen aus Baden und deren Geb\u00e4udeverantwortliche Bauteile und Mobiliar ausw\u00e4hlen, welche sie an Ihren Standorten direkt verwenden konnten oder um sie als Ersatzteile bereitzuhalten. So konnten beispielsweise Armaturen und Lavabos wiedereingesetzt werden. Die grossen Lavabos, die sogenannten Schulwandbrunnen, werden gr\u00f6sstenteils wieder “in situ”, also im sanierten Schulhaus Pfaffechappe, wieder eingebaut. Ein Grossteil der noch verbleibenden Ausstattung konnte in Zusammenarbeit mit der <\/span>Oberli AG<\/a>\u00a0an drei Schulen in der Stadt Turda in Rum\u00e4nien vermittelt werden. Parallel dazu hat die Zirkular GmbH \u2013 ein auf die Kreislaufwirtschaft spezialisiertes Unternehmen \u2013 die alten Bauteile untersucht und inventarisiert. Dann wurde versucht, f\u00fcr die noch verwendbaren Bauteile Abnehmer zu finden \u00fcber Bauteilb\u00f6rsen (wie z.B.\u00a0<\/span>Salza<\/a>). Aufgrund der Bauperiode des urspr\u00fcnglichen Schulhaues war allerdings die Ausbeute an qualitativ guten und verwendbaren Bauteilen etwas eingeschr\u00e4nkt. Da es praktisch noch keine Lagerst\u00e4tten f\u00fcr solche Bauteile gibt, bestand die Herausforderung darin, dass ein Abnehmer genau zum richtigen Zeitpunkt gefunden werden musste.<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Das Architekturb\u00fcro insitu<\/a> ist f\u00fcndig geworden und hat Baumaterial aus der Pfaffechappe beim Umbauprojekt des Headoffice von Transa in Z\u00fcrich verwendet. Das Projekt stand unter dem Motto Zero Waste und hatte zum Ziel m\u00f6glichst viel umzunutzen und wiederzuverwenden. 80% der beim Umbau eingesetzten Bauteile sind wiederverwendet. Die \u00abalte Pfaffechappe\u00bb konnte einiges dazu beitragen. Holz aus dem Innenausbau wurde f\u00fcr Trennw\u00e4nde verwendet. Akustikelemente wurden zu Sitzungsnischen. Wandtafeln wurden als dekorative Elemente oder gem\u00e4ss ihrem urspr\u00fcnglichen Zweck f\u00fcr Notizen, Skizzen etc. eingesetzt.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Umbauprojekt “Zero Waste” bei Transa mit Bauteilen des Schulhauses Pfaffechappe, Baub\u00fcro insitu AG<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Total ergibt diese eine Einsparung von 8.7 Tonnen CO2 <\/strong>mit Material und Bauteilen aus der alten Pfaffechappe.<\/p> *am Beispiel des B\u00fcroumbaus von Transa<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Ein Kernst\u00fcck aus energetischer Sicht ist die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach. Diese ist bereits installiert und kann vom Trottoir auf der Hochbr\u00fccke aus besichtigt werden. Die Anlage wird pro Jahr ca. 111’000 kWh an Strom produzieren. Das ist in der Jahresbilanz mehr als die H\u00e4lfte des Stromverbrauchs des sanierten Schulhauses. Wenn auch der Verbrauch des Hallenbads ber\u00fccksichtigt wird ist es immer noch ein Drittel.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Die Anlage zeigt zudem auf, dass wir auf Flachd\u00e4chern neben und mit der Stromproduktion auch Begr\u00fcnung ben\u00f6tigen. Dazu gibt es vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten (Artikel im Umweltblog zur Photovoltaik<\/a>). Bei der Pfaffechappe liegen die Photovoltaik-Module jeweils in Paaren auf den Innenbereichen der beiden D\u00e4cher. Die grossz\u00fcgigen Randsteifen sind f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t reserviert. Die extensive Begr\u00fcnung, welche sich aktuell noch nicht entwickelt hat, wird typische und wertvolle Vegetation von Trockenstandorten ausbilden. Solche Trockenstandorte sind in Baden auf der Ruine Stein und beim Schartenfels auf nat\u00fcrliche Weise vorhanden. Die dortige Felsflurvegetation beherbergt mit Steinbrecharten, Berglauch oder Echtem Gamander nicht nur eine besondere Vegetation, sondern ist auch Lebensraum f\u00fcr seltene Heuschrecken und Falterarten welche auf diese Trockenstandorte spezialisiert sind, wie z.B. die Westliche Beissschrecke oder Bl\u00e4ulingen und Widderchen. F\u00fcr diese Arten bilden die begr\u00fcnten Randstreifen auf dem Dach der Pfaffechappe eine wichtige Funktion als Trittstein und damit als Vernetzung unter den Trockenstandorten. Ein weiteres wichtiges und erg\u00e4nzendes Element ist der intensiv begr\u00fcnte Mitteltrakt. Da hier viel mehr Substrat eingesetzt wird, werden hier andere und \u00fcppiger wachsende Pflanzenarten anzutreffen sein. Zus\u00e4tzlich wird die intensive Dachbegr\u00fcnung hier mit Totholzelementen erg\u00e4nzt und f\u00f6rdert so Wildbienen und andere Insekten. Auch in der Umgebung des Schulhauses gibt es einige interessante Elemente. So wird es zur Limmat hin einen naturnah gestalteten Aussenbereich geben, welcher in Teilen seiner Umsetzung (z.B. dem Bau von Weidenh\u00e4uschen) auch zu einem partizipativen Projekt geh\u00f6rt, welches mit den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der neuen Primarschule zum Aussenraum durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Und wie sieht es mit der W\u00e4rmeversorgung aus? Das Schulhaus Pfaffechappe erhielt bisher W\u00e4rme aus der Heizzentrale Tannegg. Das wird auch so bleiben. Die Heizzentrale versorgt zudem die Schulh\u00e4user L\u00e4ndli und Tannegg, das Hallenbad und auch das Bezirksgeb\u00e4ude. Aktuell wird die W\u00e4rme zu aus rund 40% Erdgas sowie je zu 20% Biogas, Grundwasser und Strom hergestellt. Es ist jedoch geplant, dass die Heizzentrale Ende 2024 oder 2025 an die Fernw\u00e4rme der Regionalwerke AG Baden angeschlossen wird. Durch die Integration in die Fernw\u00e4rme erfolgt die Umstellung auf fast ausschliesslich erneuerbare und CO2-neutrale Energie aus Abw\u00e4rme der KVA Turgi und Grundwasser. Neben der Umstellung auf nachhaltige Energiequellen ist allerdings auch der sparsame Umgang mit Energie wichtig. Das Schulhaus Pfaffechappe hat in den letzten Jahren vor der Sanierung im Durchschnitt rund 750\u201900 kWh W\u00e4rme pro Jahr (ohne Hallenbad) verbraucht. Gem\u00e4ss den Berechnungen aus dem Bauprojekt wird der zuk\u00fcnftige W\u00e4rmebedarf bei rund 500’000 kWh liegen. Das ist eine beachtliche Einsparung um eine Drittel!\u00a0<\/p> Wir sind gespannt auf die Einweihung des Schulhauses und die darauffolgenden Erfahrungen aus dem Betrieb!<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Artikel im Transa-Magazin zum B\u00fcroumbau unter dem Motto “Zero Waste” (Seiten 19-21)<\/a><\/p> Projektbeschreibung Zero Waste – Umbau Transa bei Baub\u00fcro insitu AG (mit mehr Bildern)<\/a><\/p> Altes Potenzial neu erschlossen, Hochparterre 8 2024<\/a><\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
<\/figure><\/div>
<\/figure><\/div>
<\/figure><\/div>
<\/figure><\/div>
<\/figure><\/div>\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
Vom alten Schulhaus zum Ersatzteillager…<\/h3>
\u2026zum Lieferanten f\u00fcr Bauteile in neuen Geb\u00e4uden<\/h3>
<\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>
<\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>
<\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>
<\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>
<\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>
<\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t
Wie viel CO2 wird damit eingespart?*<\/strong><\/h3>
F\u00fcr andere Bau- und Umbauprojekte konnten diese Teile wiedereingesetzt werden:<\/strong><\/h3>
\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
Was leistet das neue Schulhaus energetisch und f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t?<\/h3>
\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
Weiterf\u00fchrende Links:<\/h3>