{"id":35065,"date":"2024-01-31T14:43:26","date_gmt":"2024-01-31T13:43:26","guid":{"rendered":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/?p=35065"},"modified":"2024-12-06T08:40:24","modified_gmt":"2024-12-06T07:40:24","slug":"haareis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/haareis\/","title":{"rendered":"Haareis: Ein faszinierendes Naturph\u00e4nomen im winterlichen Wald"},"content":{"rendered":"\t\t
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Der winterliche Wald offenbart viele Geheimnisse, und eines der faszinierendsten Naturph\u00e4nomene, das sich in dieser kalten Jahreszeit entfaltet, ist das Haareis. Auch als “Eiswolle” bekannt, besteht Haareis aus feinen Eisnadeln, die sich unter bestimmten Bedingungen auf morschem und feuchtem Totholz bilden k\u00f6nnen. Im Gegensatz zu anderen Eiskreationen, wie zum Beispiel Raureifkristallen, entsteht Haareis aus dem im Holz enthaltenen Wasser und nicht aus der Luftfeuchtigkeit.<\/h3>
Vorlesen<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/div>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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Entstehung von Haareis<\/b><\/p>

Die wissenschaftliche Erforschung des seltenen Haareises ist bisher begrenzt. Schon im Jahr 1918 beschrieb der Meteorologe Alfred Wegener Haareis auf nassem Totholz und vermutete einen “schimmelartigen Pilz” als Ausl\u00f6ser. Diese Annahme wurde jedoch von anderen Wissenschaftlern angezweifelt, die physikalische Prozesse, \u00e4hnlich der Entstehung von Kammeis, als Ursache annahmen.<\/p>

Erst im Jahr 2008 wurde Wegeners Vermutung durch eine biophysikalische Studie von Gerhart Wagner und Christian M\u00e4tzler weitgehend best\u00e4tigt. Haareis wird demnach durch das Myzel winteraktiver Pilze, darunter Schlauch- und St\u00e4nderpilze, ausgel\u00f6st. Der aerobe Stoffwechsel dieser Pilze produziert Gase, die das leicht unterk\u00fchlte Wasser im Holz an die Oberfl\u00e4che verdr\u00e4ngen. An der Oberfl\u00e4che gefriert das Wasser und wird durch nachdr\u00e4ngende, ebenfalls gefrierende Fl\u00fcssigkeit weitergeschoben.<\/p>

Dieser faszinierende Prozess findet ausschliesslich bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt statt, wenn das Wasser im Holz noch nicht gefroren ist, aber an der geringf\u00fcgig k\u00e4lteren Umgebungsluft gefriert. Eine weitere Voraussetzung f\u00fcr die Bildung von Haareis ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ist die Luft nicht ausreichend mit Wasserdampf ges\u00e4ttigt, sublimieren die feinen Eiskristalle kurz nach ihrer Bildung an der Holzoberfl\u00e4che, und es entstehen keine langen Haareiskristalle.<\/span><\/p>

Faszination und Schutz der Haareisbildung<\/strong><\/p>

Die Entstehung von Haareis bleibt ein faszinierendes R\u00e4tsel der Natur. Die zarten, feinen Eisnadeln, die sich wie eine frostige Wolle auf dem Totholz ausbreiten, verleihen dem winterlichen Wald eine zauberhafte Atmosph\u00e4re. Es ist erstaunlich, wie ein Zusammenspiel von Pilzen, Wasser und frostigen Temperaturen zu diesem einzigartigen Naturph\u00e4nomen f\u00fchrt.<\/p>

Es ist wichtig zu betonen, dass Haareis ein empfindliches Gebilde ist. Bei Versuchen zur Reproduktion ist es entscheidend, dass das Pilzmyzel im Holzk\u00f6rper nicht abget\u00f6tet wird. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, unsere W\u00e4lder zu sch\u00fctzen und ihren \u00f6kologischen Reichtum zu bewahren, damit solche faszinierenden Naturerscheinungen auch zuk\u00fcnftigen Generationen erhalten bleiben.<\/p>

Fazit<\/strong><\/p>

Haareis ist nicht nur ein visuell beeindruckendes Naturph\u00e4nomen, sondern auch ein Beispiel f\u00fcr die erstaunliche Symbiose zwischen Pilzen und dem nat\u00fcrlichen Kreislauf des Wassers. Die Erforschung und der Schutz dieses faszinierenden Ph\u00e4nomens sollten uns dazu anregen, die Komplexit\u00e4t und Sch\u00f6nheit der Natur weiter zu sch\u00e4tzen und zu bewahren.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t

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