{"id":5061,"date":"2022-04-27T08:18:24","date_gmt":"2022-04-27T06:18:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.baden.ch\/umweltblog1\/?p=5061"},"modified":"2022-09-22T11:20:06","modified_gmt":"2022-09-22T09:20:06","slug":"rotbuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/rotbuche\/","title":{"rendered":"Die Rotbuche \u2013 die K\u00f6nigin des Waldes"},"content":{"rendered":"\t\t
\n\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t
\n\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t

Nach 32 Jahren hat es die Rotbuche zum zweiten Mal ganz zuoberst aufs Podest geschafft: Sie wurde zum Baum des Jahres 2022 auserkoren. Als h\u00e4ufigste Baumart des Badener Waldes hat sie diese Aufmerksamkeit allemal verdient. Doch noch vieles mehr zeichnet sie aus und macht sie zu einer ganz besonderen Baumart.<\/h2>
Vorlesen<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/div>

Ihr Name hat die Rotbuche (lat:\u00a0Fagus sylvatica) ihrem Holz zu verdanken. Dieses erscheint in einem zarten, r\u00f6tlichen Farbton. Zur Verminderung von Rissbildung wird das Holz oftmals ged\u00e4mpft, wobei sich der Rotton intensiviert. Ged\u00e4mpft und unged\u00e4mpft findet die Rotbuche eine vielf\u00e4ltige Verwendung, so zum Beispiel im M\u00f6belbau oder in der Herstellung von Fussb\u00f6den. Buchen aus dem Badener Wald werden als Stammholz verkauft oder als Holzschnitzel zur CO2-neutralen Energieerzeugung eingesetzt. Wie dies funktioniert, wird im Artikel\u00a0Energiezentrale D\u00e4ttwil: Ein Besuch im Holzkraftwerk von Baden<\/a>\u00a0genauer erl\u00e4utert.<\/p>

Die Namensgeberin<\/h3>

Dank dem Holz der Buche hat aber nicht nur diese selbst ihren Namen erhalten. So wurde fr\u00fcher Buchenholz oft als Schreibtafel verwendet, worauf Runen, die heutigen Buchstaben, eingeritzt worden sind. Papier wurde zudem oft von Buchdeckeln aus Buchenholz eingefasst. Es etablierten sich die W\u00f6rter Buch und Buchstabe. Auch der Buchfink verdankt sein Name der Buche, genauer noch deren Fr\u00fcchte. Im Winter isst er n\u00e4mlich am liebsten die \u00abBuchenn\u00fcssli\u00bb.<\/p>

\"Buchennuessli_bearbeitet\"\u00a0Das Buchenn\u00fcsschen ist die dreikantige Frucht der Rotbuche (Bild: pixabay).<\/span><\/p>

\"buche_Cupula_bearbeitet\"Die Frucht der Buche ist umgeben von einem weichstacheligen Fruchtbecher (Bild: pixabay).<\/span><\/p>

Der hellgr\u00fcne Blattaustrieb<\/h3>

Allj\u00e4hrlich und doch immer wieder aufs Neue faszinierend findet zur Zeit der Blattaustrieb der Rotbuche im Badener Wald statt. Ihre Sch\u00f6nheit kommt jetzt im Fr\u00fchjahr besonders gut zur Geltung. Die glatte Rinde erscheint im typischen Silbergrau, ihre frisch ausgetriebenen, noch seidig behaarten Bl\u00e4tter in einem zarten Hellgr\u00fcn. Der Wald h\u00fcllt sich zunehmend in die Farben der Buche und bietet uns einmal mehr ein wunderbares Naturspektakel. \u00a0<\/p>

Die faszinierende Schattenstrategie<\/h3>

Der Blattaustrieb der Rotbuche ist zudem dank einer ausgefeilten Schattenstrategie nicht nur visuell faszinierend. Der Austrieb dauert \u00fcber mehrere Wochen hinweg und schreitet von unten nach oben und von innen nach aussen fort. So beginnt er am Boden bei den kleinsten Pflanzen in der Strauchschicht und endet in den h\u00f6chsten Kronen der Altb\u00e4ume. Dies sichert allen Buchen, von klein bis gross, gen\u00fcgend Licht, um fertig auszutreiben. \u00a0<\/p>

Die bedeutsame Schattentoleranz<\/h3>

Die Rotbuche zeichnet sich zudem durch eine ausgepr\u00e4gte Schattentoleranz aus. Die Bl\u00e4tter brauchen erstaunlich wenig Licht, so reichen einer Altbuche wenige Prozente des Tageslichts aus, um gerade noch zu \u00fcberleben. Junge B\u00e4ume k\u00f6nnen mehrere Jahre im Schatten der Alten ausharren und auf ihre Chance warten. Er\u00f6ffnet sich ein Lichtfenster, nutzen sie die Gelegenheit, spriessen in die H\u00f6he und kommen zum wohl verdienten Licht.<\/p>

\"Buchenwald_Himmel_bearbeitet\"\u00a0Schattenstrategie: Der Blattaustrieb der Rotbuche erfolgt von unten nach oben (Bild: Stadtforstamt).<\/span><\/p>

\"Buchenblatt_bearbeitet\"Nach dem Blattaustrieb zeigen sich die jungen, seidig behaarten Bl\u00e4tter (Bild: Stadtforstamt).<\/span><\/p>

Die Rotbuche im Klimwandel<\/h3>

Der Klimawandel l\u00e4sst jedoch auch unsere Rotbuchen nicht unverschont. Viele Altb\u00e4ume stehen d\u00fcrr im Badener Wald, zeigen kaum Anzeichen vom fr\u00fchlingshaften Lebensgeist. Einige Rotbuchen mussten deshalb bereits einem Sicherheitsschlag unterzogen werden. Dies ist aber kein Grund zur Unruhe. Ihre jungen Artgenossinnen scheinen die klimabedingten Ver\u00e4nderungen besser wegzustecken und bleiben uns somit hoffentlich noch lange erhalten.<\/p>

\"Buche_Sicherheit_bearbeitet\" \u00a0<\/p>

Sicherheitsschlag bei einer alten Rotbuche (Bild: Stadtforstamt).<\/p>

Die Rotbuche aus der Sicht des Stadtforstamts<\/h3>

Die Rotbuchen des Badener Waldes machen einen grossen Teil der Arbeit des Stadtforstamts aus. Nicht alle verbinden aber das Gleiche mit der Rotbuche. So sind die Gedanken und Assoziationen vielf\u00e4ltig und reichen von Forstwirtschaft bis hin zu europ\u00e4ischen Urw\u00e4ldern.

<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t

\n\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t
\n\t\t\t
\n\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\tIm Jahr 1993 durfte ich als frischgebackener Forstingenieur das erste Mal die gr\u00f6ssten Buchenurw\u00e4lder Europas besuchen: In der Nordwestecke der Ukraine, in Transkarpatien erstrecken sich knapp 30\u2019000ha unber\u00fchrte-urw\u00fcchsige, wilde Buchenw\u00e4lder. Das ist ca. 2\/3 der Waldfl\u00e4che im Kanton Aargau. Und nat\u00fcrlich hoffe ich, bald wieder in diese unglaublich sch\u00f6nen Naturperlen eintauchen zu k\u00f6nnen.\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\tGeorg von Graefe<\/span>Stadtoberf\u00f6rster<\/span><\/cite>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\tDie Buche ist die Hauptbaumart im Mittelland. Die Wertsch\u00e4tzung im Waldbau ist jedoch gering, andere Baumarten werden oft bevorzugt.\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\tRaphael Zimmermann<\/span>Ehemaliger Forstwart beim Stadtforstamt<\/span><\/cite>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\tWenn ich an die Rotbuche denke, kommt mir als erstes die sch\u00f6ne hellgr\u00fcne Farbe der Buchenbl\u00e4tter im Fr\u00fchling in den Sinn. Sie geh\u00f6rt f\u00fcr mich zum Fr\u00fchling einfach dazu. Bucheckern \u00fcber dem Feuer zu r\u00f6sten, ist ein tolles Walderlebnis im Herbst. Die N\u00fcsschen sind lecker und gesund.\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\tMartina Torquato<\/span>Naturwissenschaftliche Fachangestellte<\/span><\/cite>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\tF\u00fcr mich hat ein Buchenwald etwas Zauberhaftes. So erinnere ich mich an einem sonnigen Fr\u00fchlingstag im Wald, umgeben von Buchen, oft an Geschichten und M\u00e4rchen meiner Kindheit.\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\tFabienne F\u00e4ssler<\/span>Naturwissenschaftliche Fachangestellte<\/span><\/cite>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t
\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Nach 32 Jahren hat es die Rotbuche zum zweiten Mal ganz zuoberst aufs Podest geschafft: Sie wurde zum Baum des Jahres 2022 auserkoren. Als h\u00e4ufigste Baumart des Badener Waldes hat sie diese Aufmerksamkeit allemal verdient. Doch noch vieles mehr zeichnet sie aus und macht sie zu einer ganz besonderen Baumart.<\/p>\n","protected":false},"author":31,"featured_media":5062,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[25,337,338,339,47],"class_list":["post-5061","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-umweltwissen","tag-badener-wald","tag-baum-des-jahres","tag-buche","tag-rotbuche","tag-wald"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5061","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/31"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5061"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5061\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19736,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5061\/revisions\/19736"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5062"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5061"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5061"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5061"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}