{"id":5294,"date":"2022-02-04T08:33:26","date_gmt":"2022-02-04T07:33:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.baden.ch\/umweltblog1\/?p=5294"},"modified":"2022-10-24T08:18:37","modified_gmt":"2022-10-24T06:18:37","slug":"gartenschlaefer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/gartenschlaefer\/","title":{"rendered":"Gartenschl\u00e4fer: anpassungsf\u00e4hig und doch bedroht"},"content":{"rendered":"\t\t
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Fr\u00fcher weit verbreitet, ist der Gartenschl\u00e4fer heute vielerorts verschwunden \u2013 auch in Baden. Was er braucht, sind naturbelassene W\u00e4lder. Mehr wilde Waldreservate, vor allem im Mittelland.<\/h2>
Vorlesen<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/div>\n

Eigentlich ist der Gartenschl\u00e4fer wie gemacht f\u00fcr unsere Zeit: ein anpassungsf\u00e4higer Allrounder. Als Kulturfolger kommt das \u201eTier des Jahres 2022\u201c<\/a> sogar mit uns Menschen zurecht. Mit dieser Flexibilit\u00e4t m\u00fcsste der Kleins\u00e4uger weit verbreitet sein, eigentlich. Leider trifft das nicht zu.<\/p>\n

Fr\u00fcher h\u00e4ufig, heute in Bedr\u00e4ngnis<\/h3>\n

Im 19. Jahrundert noch in allen Regionen der Schweiz h\u00e4ufig, gehen die Gartenschl\u00e4fer-Best\u00e4nde in der Schweiz und europaweit zur\u00fcck. In weiten Teilen des Mittellandes gibt es keine aktuellen Nachweise mehr. Sein urspr\u00fcnglicher Lebensraum, die wilden W\u00e4lder Mitteleuropas, wurden \u00fcber viele Jahrhunderte abgeholzt. Zum Gl\u00fcck konnte das anpassungsf\u00e4hige Tier aufs traditionelle Kulturland ausweichen. Dort fand der Gartenschl\u00e4fer geeignete Ersatzlebensr\u00e4ume: strukturreiche Weidew\u00e4lder, Obstg\u00e4rten, Hecken und Feldgeh\u00f6lze. Seit einigen Jahrzehnten sind aber auch diese am Verschwinden. Die Siedlungsr\u00e4ume wachsen und werden dichter, das Kulturland wird auf Ertrag optimiert. Was den Gartenschl\u00e4fer retten k\u00f6nnte, sind darum Waldreservate, neue wilde W\u00e4lder. So wie\u2019s aussieht, neigt sich seine Zeit als Kulturfolger dem Ende zu. Aus dem Gartenschl\u00e4fer wird wohl eher wieder der urspr\u00fcngliche \u201eWaldschl\u00e4fer\u201c.<\/p>\n

\"Teufelskeller_Eichen_08-1536x1119\"Das Naturwaldreservat Teufelskeller w\u00e4re perfekter Lebensraum f\u00fcr Gartenschl\u00e4fer (Bild: Stadtforstamt).<\/span><\/p>\n

Mehr Waldreservate! <\/b>
Ein naturbelassener Wald bietet alles, was ein Gartenschl\u00e4fer-Herz begehrt: Unter Wurzeln, Asthaufen und Baumst\u00e4mmen findet er zahlreiche Verstecke f\u00fcr den monatelangen Winterschlaf. In H\u00f6hlen alter B\u00e4ume sind seine Jungen gut gesch\u00fctzt. Buchenn\u00fcsschen und Eicheln geben z\u00fcnftig Winterspeck. Die vielf\u00e4ltige Insektenwelt des Totholzes bietet Nahrung. Auch Fr\u00f6sche, Eidechsen oder junge V\u00f6gel sind zu finden. Waldreservate, wo die Natur sich frei entwickeln kann, bieten diese ganze Vielfalt. <\/p>\n

6,3 Prozent Waldreservate reichen nicht
<\/b>Waldreservate sch\u00fctzen den Wald als nat\u00fcrliches \u00d6kosystem. Hier ist die Biodiversit\u00e4t wichtiger als die Interessen des Menschen. Heute gilt das f\u00fcr 6,3 Prozent des Schweizer Waldes, 10 Prozent sollen es bis 2030 werden. Doch reicht das f\u00fcr den langfristigen Erhalt der Wald-Biodiversit\u00e4t? Die Naturschutzorganisation Pro Natura meint: Nein! Stellvertretend f\u00fcr unz\u00e4hlige Arten wirbt sie mit dem Gartenschl\u00e4fer als Maskottchen f\u00fcr mehr Waldreservate.
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Die Badener Waldreservate: 20 Prozent Wildnis!<\/h2>

Seit 1986 wird der Naturschutz im Badener Wald immer wichtiger. 25,7 Prozent der Waldfl\u00e4chen stehen unter spezifischer Naturschutz-Zielsetzung. Waldreservate machen 20 Prozent der Badener Waldfl\u00e4che aus:<\/p>