{"id":9669,"date":"2020-06-04T12:51:10","date_gmt":"2020-06-04T10:51:10","guid":{"rendered":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/?p=9669"},"modified":"2022-09-15T14:32:10","modified_gmt":"2022-09-15T12:32:10","slug":"walter-bertschis-naturnaher-garten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/walter-bertschis-naturnaher-garten\/","title":{"rendered":"Wo in Ennetbaden die Ameisenl\u00f6wen wohnen"},"content":{"rendered":"\t\t
Schon beim ersten Schritt durchs Gartentor f\u00e4llt mir auf, wie friedlich es in diesem Garten ist. Der Kies knirscht unter meinen F\u00fcssen, w\u00e4hrend ich an einem Staudenbeet mit Nachtkerzen entlang gehe. Walter Bertschi ist gerade dabei, den Kompost umzuschichten. Es riecht herrlich.<\/p>\n
<\/p>\n
Vielf\u00e4ltige Strukturen bieten Unterschlupf und Nistpl\u00e4tze<\/strong><\/p>\n Als Erstes zeigt er mir den Asthaufen, den er in der hintersten Ecke des Vorplatzes aufgeschichtet hat. Fast schon wie ein Kunstobjekt mutet der hohe Asthaufen an. “Diese Ecke nutze ich nicht”, meint Walter. Daher m\u00f6chte er hier einen \u00f6kologischen Mehrwert schaffen, indem er Kleintieren einen Unterschlupf bietet. Daneben hat er einen alten Baumstrunk bewusst stehen gelassen. Totholz ist ein wertvoller Lebensraum f\u00fcr viele Insekten. Um Wildbienen Nistpl\u00e4tze zu schaffen, hat er L\u00f6cher ins Holz gebohrt. Daran baumelt ein Ohrwurmhaus. Einige m\u00f6gen Ohrw\u00fcrmer eklig finden. Sie sind aber super Gartenn\u00fctzlinge: Blattl\u00e4use verschlingen sie gen\u00fcsslich. Mit dieser Anleitung <\/a>k\u00f6nnen Sie sich selber ein Ohrengr\u00fcblerhaus bauen.<\/p>\n <\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Ein Baum f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/p>\n Wir gehen rund ums Haus, ein paar Schritte rein in die hohe Wiese. Walter zeigt mir den alten Quittenbaum. Schon als er und seine Frau vor fast 40 Jahren hier eingezogen sind, dachten sie, dass dieser Baum nicht mehr lange leben wird. Aber noch immer k\u00f6nnen sie jeden Herbst Fr\u00fcchte ernten und zu Gelee verarbeiten.<\/p>\n Bald soll hier ein neuer Baum gepflanzt werden. Walter ist es wichtig, eine Baumart zu pflanzen, die m\u00f6glichst vielen Tieren Nahrung (in Form von Nektar und Beeren) bietet. Ein Baum ist eine wertvolle Investition f\u00fcr die Zukunft. Besonders freut es ihn, dass sein Sohn und seine Freundin hier gerne mal einziehen w\u00fcrden. Ihnen m\u00f6chte er gerne einen Baum hinterlassen.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Die L\u00f6ffelsteinmauer mit einheimischen Bl\u00fctenpflanzen bietet den ganzen Sommer Nektar f\u00fcr Insekten<\/strong><\/p>\n Wir gehen einige Stufen runter, denn unter dem Haus steht das Herzst\u00fcck des Gartens: die L\u00f6ffelsteinmauer. Fr\u00fcher stand hier eine Betonmauer mit der einzigen Funktion, die Wand unterhalb des Gartens zu befestigen. Viele Stunden Arbeit hat Walter investiert, um das zu \u00e4ndern. Die alte Mauer hat er rausgespitzt und eine neue Mauer aus L\u00f6ffelsteinen gebaut. Die L\u00f6ffelsteinmauer erf\u00fcllt viele Funktonen: Sie befestigt nicht nur die Wand. Durch die Bepflanzung wird sie im Sommer weniger heiss. Was aber f\u00fcr Walter noch viel wichtiger ist: Sie bietet durch zahlreiche Bl\u00fctenpflanzen Nahrung f\u00fcr Insekten. Es bl\u00fcht auch nicht alles gleichzeitig. Ein Teil der Pflanzen ist bei meinem Besuch bereits verbl\u00fcht. Andere werden erst sp\u00e4ter im Sommer bl\u00fchen. Das Buffet ist also den ganzen Sommer lang gedeckt. Walter hat viel Freude an den vielen Insekten, die er hier beobachten kann.<\/p>\n Wie diese Mauer vor f\u00fcnf Jahren ausgesehen hat, sehen Sie auf\u00a0naturfindetstadt.ch<\/a>.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Bei der Bepflanzung der L\u00f6ffelsteine liess sich Walter Bertschi von Martin Dietwyler beraten. Dieser bietet in seiner naturnah gestalteten\u00a0Erlebnisg\u00e4rtnerei<\/a>\u00a0zahlreiche einheimische Wildpflanzen an und verf\u00fcgt \u00fcber viel Knowhow rund um naturnahe Gartengestaltung. Da die L\u00f6ffelsteinmauer s\u00fcdlich ausgerichtet ist, m\u00fcssen die Pflanzen hier mit Hitze und Trockenheit umgehen k\u00f6nnen. Es wurden nur Pflanzen gepflanzt, die an solche Standorte angepasst sind. Wenn es lange trocken ist, legt Walter ausnahmsweise den\u00a0Tropfschlauch<\/a>\u00a0oben hin, so dass das Wasser langsam durch die Wand sickert.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Die Pflanzenzusammensetzung ver\u00e4ndert sich immer wieder. Einigen passt es hier gut, anderen weniger. Anderen so gut, dass sie am liebten alles \u00fcberwachsen. Walter beh\u00e4lt es im Auge und pflanzt auch immer mal wieder etwas neues rein.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t Hier wachsen nur einheimische Pflanzen \u2013 abgesehen vom Feigenbaum<\/strong><\/p>\n Es ist Walter wichtig, einheimische Pflanzen zu pflanzen. Diese haben oft einen h\u00f6heren \u00f6kologischen Wert. Der einzige Exot im Garten ist der pr\u00e4chtige Feigenbaum. Seine s\u00fcssen Fr\u00fcchte geniesst sicher auch die eine oder andere Wespe. Walter ist da grossz\u00fcgig. Die Weinrebe erntet er extra nicht ab und \u00fcberl\u00e4sst die Fr\u00fcchte den Tieren. Dieser Ansatz zieht sich durch den ganzen Garten. Er k\u00fcmmert sich um ein reiches Angebot an Bl\u00fctenpflanzen und schafft Nistpl\u00e4tze und Nischen. Gut gefielen mir auch die vielen Steine, die unter dem Feigenbaum liegen. Viele Krabbeltiere verkriechen sich gerne zwischen Steinen, die sich in der Sonne sch\u00f6n aufw\u00e4rmen. Nicht nur Kleintiere kommen in Walters Garten auf ihre Kosten: Auch die Nachbarskinder kommen gern vorbei, um von den Walderdbeeren zu naschen.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Sand f\u00fcr Ameisenl\u00f6wen und Wildbienen<\/strong><\/p>\n Ob er nicht den Weg mit Platten befestigen wolle, wurde Walter schon gefragt. Nein, das will er nicht. Kies ist lebendig: Hier w\u00e4chst und krabbelt es. Dank des Kieses hat sich hier schon vor vielen Jahren ein ganz spezielles Insekt angesiedelt: der\u00a0Ameisenl\u00f6we<\/a>. In einer Ecke am Rand des Kieswegs lebt er im feinen Sand. Auf diesen sind sie angewiesen, um ihre Fangtrichter zu bauen. Walter zeigt mir, wie ihr Fangmechanismus funktioniert: Wenn eine Ameise in den Trichter ger\u00e4t (in unserem Fall: reingeworfen wird), kommt sie nicht mehr raus. Der Ameisenl\u00f6we sitzt unter dem Trichter im Boden und bewirft die Ameise mit Sand, bis sie bedeckt ist. Ameisenl\u00f6wen sind die Larven von Ameisenjungfern, einer nachtaktiven Netzfl\u00fcglerart.<\/p>\n Vom Sand profitieren aber nicht nur die Ameisenl\u00f6wen. Die meisten Wildbienenarten sind\u00a0Erdnister<\/a>\u00a0und legen ihre Eier in sandige B\u00f6den. Daher hat Walter einen Streifen Sand unter die Mauer gestreut, wo das selbstgebaute Wildbienenhotel darauf steht. Es besteht aus angebohrten Holzrugeln und hohlen Pflanzenstengeln. Da es s\u00fcdlich ausgerichtet ist, wird es hier sch\u00f6n warm. Das f\u00f6rdert die\u00a0hohlraumbewohnenden Insekten<\/a>. So bauen Sie selber ein\u00a0Insektenhotel<\/a>\u00a0und platzieren es\u00a0am richtigen Ort<\/a>.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Mit einem Glas Quittengelee in der Hand mache ich mich zufrieden auf den Heimweg. Ich habe den Besuch in Walter Bertschis Garten genossen. Vielen Dank f\u00fcr die Einladung!<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Auf\u00a0naturfindetstadt.ch<\/a>\u00a0finden Sie unter \u201eMassnahmenkatalog\u201c Informationen zu allen Formen von Natur im Garten unter den Rubriken:\u00a0Struktur-Elemente<\/a>,\u00a0Tiere<\/a>,\u00a0Pflanzen<\/a>\u00a0und\u00a0Rund ums Haus<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n Schauen Sie sich auch noch die anderen G\u00e4rten an, wo ich zu Besuch war:<\/p>\n Wo auf der Allmend die M\u00f6nchsgrasm\u00fccken baden<\/a> Walter Bertschi bietet in seinem naturnahen Garten f\u00fcr viele Kleintiere ein Zuhause. Durch L\u00f6ffelsteinmauer, Asthaufen, Trockensteinmauern, Insektenhotel, hohes…<\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":20146,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[44,107,96],"class_list":["post-9669","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachhaltig-leben","tag-biodiversitaet","tag-ennetbaden","tag-naturgarten"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9669","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9669"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9669\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21336,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9669\/revisions\/21336"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20146"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9669"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9669"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9669"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
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LUST, LEBENSR\u00c4UME IM EIGENEN GARTEN ZU SCHAFFEN?<\/h2>\n
Wo im Ziegelhau die Fr\u00f6sche quaken<\/a><\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"