{"id":9784,"date":"2020-06-09T08:49:26","date_gmt":"2020-06-09T06:49:26","guid":{"rendered":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/?p=9784"},"modified":"2022-11-08T11:12:19","modified_gmt":"2022-11-08T10:12:19","slug":"schildkroeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/umweltblog.baden.ch\/schildkroeten\/","title":{"rendered":"Amerikaner schwimmen in den D\u00e4ttwiler Weihern"},"content":{"rendered":"\t\t
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\u201eIch bin heute mit meiner Tochter am D\u00e4ttwiler Weiher vorbei spaziert und dann haben wir auf einem Baumstrunk im Wasser zwei Schildkr\u00f6ten gesehen. Nun l\u00e4sst uns das Thema nicht mehr los. Ist das \u201enormal\u201c oder hat die vielleicht jemand ausgesetzt?\u201c (C. Stettbacher, Mail vom 26. Mai 2020)<\/h2>
Vorlesen<\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/div>\n

Die Schildkr\u00f6ten vom D\u00e4ttwiler Weiher haben schon \u00f6fter Erstaunen ausgel\u00f6st. Gibt es in der Schweiz \u00fcberhaupt einheimische Schildkr\u00f6ten?<\/p>\n

JA: die Europ\u00e4ische Sumpfschildkr\u00f6te Emys orbicularis. <\/em><\/a>Ihr Panzer wird um die 15cm lang. Typisch sind die auff\u00e4lligen gelben Flecken am K\u00f6rper. Die Europ\u00e4ische Sumpfschildkr\u00f6te ist selten. Fr\u00fcher wurde sie bejagt und gehandelt. Genetische Untersuchungen zeigen, die heute in der Schweiz lebenden Tiere nicht von urspr\u00fcnglichen Populationen abstammen. Die meisten Europ\u00e4ischen Sumpfschildkr\u00f6ten in Schweizer Gew\u00e4ssern d\u00fcrften also ausgesetzt oder gefl\u00fcchtet sein.<\/p>\n

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\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\"Verbreitungskarte\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
Die Verbreitung der Europ\u00e4ischen Sumpfschildkr\u00f6te (Quelle: karch.ch)<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\"Emys\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
Eine Europ\u00e4ische Sumpfschildkr\u00f6te beim Sonnenbad (Quelle: Wikimedia Commons).<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t
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Vom Verbreitungsgebiet her w\u00e4re es also m\u00f6glich, dass auch im D\u00e4ttwiler Weiher Europ\u00e4ische Sumpfschildkr\u00f6ten leben.<\/p>\n

ABER: mit grosser Wahrscheinlichkeit hat Frau Stettbacher\u00a0Rotwangen-Schmuckschildkr\u00f6ten\u00a0Trachemys scripta elegans<\/em><\/a>\u00a0beobachtet. Sie sind deutlich gr\u00f6sser als ihre einheimischen Verwandten. Kopf und Hals sind gelb gestreift, und hinter dem Auge leuchtet ein auff\u00e4lliger roter Streifen. Diese nordamerikanische Wasserschildkr\u00f6te wurde f\u00fcr den Heimtierhandel massenhaft in die Schweiz importiert. Viele Tiere landeten fr\u00fcher oder sp\u00e4ter illegalerweise in Schweizer Gew\u00e4ssern \u2013 so auch in den D\u00e4ttwiler Weihern. Die meisten in der Schweiz beobachteten Schildkr\u00f6ten geh\u00f6ren zu dieser Art. Sie k\u00f6nnen auch in unserem Klima Jahrzehnte \u00fcberleben. Bis heute gibt es aber keine Nachweise daf\u00fcr, dass sie sich bei uns fortpflanzen.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t

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\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\"Amerikanische\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t
Amerikanische Rotwangen-Schmuckschildkr\u00f6te wurden auch im D\u00e4ttwiler Weiher ausgesetzt \u2013 illegal (Quelle: pixabay).<\/figcaption>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/figure>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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\n\t\t\t\t\t\t\tDie Rotwangen-Schmuckschildkr\u00f6te ist in der Schweiz invasiv und schadet der Artenvielfalt. Es sind Allesfresser mit gutem Appetit: als Jungtiere fressen sie Fleisch. Ausgewachsen wird vegetarische Kost wichtiger. Trotzdem fressen sie auch gerne den Laich einheimischer Amphibien und Insektenlarven, was in freier Natur erhebliche Probleme f\u00fcr die Fauna mit sich bringen kann.\n\nDie private Haltung des fr\u00fcher beliebten Heimtiers ist in der Schweiz seit 2008 verboten. Langj\u00e4hrige Besitzerinnen und Besitzer k\u00f6nnen ihr Tier legal behalten, wenn sie das Tier mit einem Vertrag auf eine geeignete Einrichtung \u00fcberschreiben. Das Tier bleibt beim bisherigen Halter; er leiht das Reptil quasi aus. So sollen illegale Aussetzungen verhindert werden. Mehr dazu im\u00a0Flyer des Bundesamts f\u00fcr Umwelt BAFU.<\/a>\n\nHaben auch Sie eine interessante Beobachtung in der Badener Natur gemacht und m\u00f6chten mehr dazu wissen? Das\u00a0Team der Stadt\u00f6kologie<\/a>\u00a0hilft gerne weiter; stellen Sie Ihre Frage im Blog oder schreiben an\u00a0klimaumwelt@baden.ch<\/a>\u00a0.\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
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Mehr zu Amphibien und Reptilien<\/h2>\n
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Ein sch\u00f6n gestaltetes Nachschlagewerk \u00fcber die Reptilien und Amphibien der Schweiz:\u00a0Auf Schlangenspuren und Kr\u00f6tenwegen, Haupt Verlag 2014<\/a><\/p>\n

Die Website der\u00a0Koordinationsstelle f\u00fcr Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch)<\/a>\u00a0stellt die Arten, ihre Verbreitung, Gef\u00e4hrdung und Schutzmassnahmen vor.<\/p>\n

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