Im Herbst werden die Tage wieder kürzer und damit steigt auch die Anzahl an Tieren, die dem Strassenverkehr zum Opfer fallen. Doch wie kommt es überhaupt zu Wildunfällen und was können wir tun, um sie zu vermeiden?

In der kantonalen Jagdstatistik des Kantons Aargau wird jährlich ausgewiesen, wie viele Tiere im Strassenverkehr umgekommen sind. 2023 starben rund 750 Rehe und 780 Füchse im Strassenverkehr. Total kamen mehr als 2’000 Wildtiere im Strassenverkehr um. In der Statistik erscheinen nur die gemeldeten Unfälle. Die tatsächliche Zahl ist also höher.

Die meisten Tiere halten sich nicht absichtlich im Strassenraum auf sondern müssen diese auf der Suche nach Nahrung, neuen Territorien und für die Paarung überqueren. 

Die Siedlungsstruktur und die topografischen Verhältnisse der Stadt Baden stellen für Wildtiere eine besondere Herausforderung dar. Der Wald bietet zahlreichen Wildtieren wertvollen Lebensraum, während das Siedlungsgebiet und die vielbefahrenen Strassen ein Hindernis und eine Gefahr für sie sind.

Das Gebiet der Stadt Baden beherbergt einen kantonal bedeutenden Wildtierkorridor und einige kommunal bedeutende Wildwechsel. Die Wildwechsel werden aufgrund der Geländeform, Siedlungs- und Verkehrsinfrastruktur von Reh, Fuchs, Dachs und weiteren Wildtieren genutzt, um in andere Waldgebiete oder in den Limmatraum zu kommen.

Im Richtplan Natur und Landschaft der Stadt Baden sind neun Wildwechsel ausgewiesen. Diese Orte sollen von Hindernissen freigehalten werden und Querungsmöglichkeiten für Wildtiere gefördert werden. Zudem können durch Massnahmen wie temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Warnsysteme die Anzahl Wildunfälle reduziert werden.

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Ausschnitt Richtplan Natur und Landschaft 2021. Pfeile: Wildwechsel. Gepunktet: Wildtierkorridor

Bauliche Massnahmen alleine können die Anzahl toter Wildtiere nicht verringern. Autofahrer*innen können aber durch die Art und Weise, wie sie Autofahren, die Anzahl Wildunfälle verringern und sich selbst davor schützen. Reduzieren Sie Ihr Fahrtempo in der Dämmerung und Nacht, fahren Sie aufmerksam und sind Sie bremsbereit, besonders bei unübersichtlichen Strassen! 

Falls Sie einen Wildunfall trotzdem nicht vermeiden können und es zu einer Kollision kommt, wird folgendes Verhalten empfohlen:

  • Nicht Ausweichen
  • Vollbremsung
  • Lenkrad gut festhalten
  • Heftige Lenkbewegung vermeiden
  • Anhalten und Warnblinker einschalten
  • Unfallstelle mit Pannendreieck sichern
  • Polizei anrufen
  • Nicht dem Wildtier nähern

Video von ADAC.

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