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Oh Tannenbaum – Woher kommen unsere Badener Christbäume?

Am 21. Dezember 2019 verkaufen die Quartiervereine Christbäume des Stadtforstamts Baden. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf kommt zwei gemeinnützigen Projekten zugute. Doch woher stammen die Badener Christbäume?

Christbaumverkauf für einen guten Zweck

Am Morgen des 21. Dezembers 2019 findet in fünf Quartieren der traditionelle Christbaumverkauf statt (siehe Agenda). Die regionalen Fichten (Rottannen) werden wie jedes Jahr vom Stadtforstamt Baden gespendet. Die Quartiervereine Allmend-Münzlishausen, Dättwil, Kappelerhof, Martinsberg und Meierhof führen den Verkauf, zum Teil mit Kaffee, Tee, Kuchen und gemütlichem Zusammensein, durch. Der Erlös des Christbaumverkaufs kommt vollumfänglich den Projekten „Bibliothek erschaffen“ der Schule Dättwil und „Draussen unterrichten“ der Schule Meierhof zugute. Die Quartiervereine Altstadt, Chrüzliberg und Limmat rechts beteiligen sich in diesem Jahr mit einer Barspende an der Spendenaktion. Den Beschrieb der unterstützten Projekte finden Sie hier.

Christbäume bereit für den Verkauf

Regionale Christbäume aus nachhaltiger Produktion

Der alljährliche Christbaumverkauf des Stadtforstamts Baden hat eine lange Tradition. Doch woher stammen die Badener Christbäume? Um dieser Frage nachzugehen, fahre ich nach Fislisbach. Dort befinden sich die Christbaumkulturen der Firma Wiss AG. Seit drei Jahren bezieht das Stadtforstamt Baden ihre Christbäume von hier. Beim Werkhof Fislisbach werde ich schon vom Forstwart Pascal Huwiler und Förster Linus Staubli erwartet. Sie zeigen mir, wo die Badener Christbäume wachsen und wie sie geerntet werden.

Die Wiss Christbaumkulturen befinden sich im Fislisbacher Wald. Da hier die Stromleitungen durch den Wald führen und darum die Bäume nicht zu hoch werden dürfen, ist dies der ideale Ort für die Anzucht der weihnachtlichen Nadelbäume. Die Setzlinge werden im Abstand von 1 bis 1.5 Meter gesetzt und dann der Natur überlassen, bis sie die richtige Grösse erreicht haben.

Die Stromleitungen führen direkt über die Christbaumkulturen.

„Die Nadelbäume werden nicht gedüngt oder andersweitig behandelt. Das Gebiet wird einzig zwei- bis dreimal pro Jahr gemäht. Sonst würden die Jungpflanzen von Brombeerranken und Farn überwachsen.“ Pascal Huwiler

Bei genauerem Hinschauen findet man an den Trieben der Fichten sogenannte Gallen. Sie stammen von der Fichtengallenlaus, die darin ihr Larvenstadium verbringt. Vor der Adulthäutung verlassen die Blattläuse die Galle und fliegen aus, um sich weiter fortzupflanzen. Die Fichtengallenlaus könnte man mit Insektiziden vernichten. In den Christbaumkulturen von Wiss AG wird aber auf jegliche chemische Mittel verzichtet. Kleinere Schönheitsfehler werden akzeptiert. Bäume, die stark befallen sind, werden aber nicht verkauft.

Die ananasförmigen Gallen bilden sich durch die Saugaktivität der geschlüpften Blattläuse.

In den Christbaumkulturen in Fislisbach werden verschiedene Arten von Nadelbäumen herangezogen. Das Stadtforstamt bezieht aber nur Fichten (Rottannen). Der Grund dafür ist, dass die Fichte einer der häufigsten Baumarten in der Schweiz ist. Man möchte beim Verkauf gezielt auf eine einheimische Art setzen.

Die Christbaumkulturen sind für die Wiss AG nur ein Nebengeschäft. Die Firma mit Sitz in Dietwil bewirtschaftet hauptsächlich Wälder verschiedener Waldbesitzer und führt forstliche Arbeiten wie Holzerei, Jungwaldpflege und Waldstrassenunterhalt durch. Auch im Badener Wald führt die Wiss AG der grösste Teil der Holzschläge aus.

Hiermit möchte ich mich bei der Firma Wiss AG und besonders bei Pascal Huwiler und Linus Staubli fürs Zeigen der Christbaumkulturen bedanken.

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