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Laub blasen im Wald – Muss denn das sein?

Wenn das Laub fällt, wird vielerorts zu den Laubbläsern gegriffen; so auch im Wald. Manche Waldbesuchende ärgern sich darüber. Doch Waldwege müssen vom Laub befreit werden, sonst entsteht durch das liegende Laub eine Humusschicht. Die Wege werden matschig und Pflanzen wachsen darauf. Die Folgen davon sind beschädigte Wege.

Durchs Laub waten ist doch toll

Laub auf dem Waldweg ist super. Es macht Spass, durch die farbigen Blätter zu waten und dem Geräusch des frischen Laubes unter den Füssen zu lauschen. Klar, dass Forstwarte beim Laubblasen im Wald auf viel Unverständnis der Waldbesuchenden stossen. Das Laub von den Waldwegen zu blasen, ist total unsinnig. Zudem macht es Lärm und stört die Ruhe im Wald, so die Meinung vieler.

Laubblasen ist aber unerlässlich für die Instandhaltung der Wege

Beim Laub ist es ähnlich wie beim Schnee. Der schönste Frischschnee wird mit der Zeit Matsch und ist dann nicht mehr so schön. Dasselbe passiert mit dem Laub. Es verrottet und wird matschig. Aus den verrottenden Blättern bildet sich Humus, worauf Gras und Kräuter wachsen. Durch deren Wurzeln dringt Wasser in die Tragschicht der Wege. Die Folgen sind beschädigte Wege, welche mit hohen finanziellen Aufwand saniert werden müssen. Deshalb müssen vor allem Kieswege vom Laub befreit werden.

Vorher-Nachher-Vergleich: Der linke Weg ist noch mit Laub bedeckt. Der Rechte wurde schon vom Laub befreit.
Das Stadtforstamt Baden setzt die Laubbläser nur dort gezielt ein, wo sie für den Erhalt der Wege unumgänglich sind. Gewisse Wege wie Trampelpfade und kleinere Wege ohne Kies werden bewusst nicht geblasen. Sie werden weniger von älteren Menschen und Familien mit Kinderwagen genutzt und dürfen auch mal etwas matschiger sein.
Das Traktor am angehängte Heckgebläse ist die effizienteste Art, Waldwege vom Laub zu befreien.
Befahrbare Wege werden mit einem am Traktor angehängten Heckgebläse vom Laub befreit, da das am schnellsten und effizientesten ist. Schmalere Wege werden mit Handbläser geblasen. Die Wege von Hand zu rechen, wäre sicherlich angenehmer und weniger lärmig. Auf einem Wegenetz von 82 Kilometern wäre dies aufgrund des enormen Arbeitsaufwands schlicht nicht zu bewältigen.
Nicht befahrbare Wege werden mit dem Handbläser vom Laub befreit.

Um mit dem Laubblasen zu beginnen, wird jedes Jahr der erste Frost abgewartet. Denn dann verlieren die Laubbäume die meisten ihrer Blätter. So müssen die Wege nur einmal pro Jahr vom Laub befreit werden.

Laubbläser in Gärten

Auch in Gärten ist das Laub nicht überall erwünscht. Deswegen greifen immer mehr Gartenbesitzer und -besitzerinnen zum Laubbläser oder Laubsauger. Für die Natur und sicher auch für die Nachbarn ist auf kleineren Grundstücken der gute, alte Rechen die beste Variante. Falls dieser nicht in Frage kommt, ist der Laubbläser dem Laubsauger vorzuziehen, da der integrierte Häcksler im Laubsauger kleine Lebewesen wie Insekten, Spinnen oder Amphibien häckselt.

Auf Blumenbeeten oder unter Sträuchern stört das gefallene Laub aber keinesfalls, sondern dient im Winter als natürlicher Schutz vor Frost und im Frühling als wertvoller Nährstoff-Lieferant. Zusätzlich finden Igel und andere Kleintiere in den Laubhaufen einen Unterschlupf zum Überwintern. Man kann also ruhig das Laub vom Rasen auf den Beeten verteilen und sich so die Laub-Entsorgung sparen. Weitere Tipps für einen tier- und pflanzenfreundlichen Garten gibts in unserem Artikel zum naturnahen Gärtnern.

Laubhaufen sind wichtige Unterschlüpfe für Igel und andere Kleintiere im Winter (Quelle: Igelzentrum Zürich).

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Laubblasen; Stadtforstamt; Wegunterhalt