Umweltblog

Lokal, ökologisch und gesund: warum Badener Trinkwasser unschlagbar ist

Wir haben die Qual der Wahl beim Kauf von Mineralwasser. Das Eine soll und jung und vital machen, das Zweite sorgt für eine natürliche Balance und das Dritte gibt Kraft, um Berge zu sprengen. Doch ist Mineralwasser aus Flaschen wirklich gesünder und besser als unser Leitungswasser?

Die Stiftung Konsumentenschutz hat Leitungswasser mit Mineralwasser verschiedener Marken verglichen. Mehr als die Hälfte der Mineralwasser enthält kaum mehr wertvolle Mineralien als Leitungswasser. Zudem schmeckt Schweizer Leitungswasser so gut, dass es geschmacklich praktisch nicht vom stillen Mineralwasser aus der Flasche zu unterscheiden ist. Dies haben diverse Geschmackstests gezeigt.

Leitungswasser ökologisch besser als Flaschenwasser

Mir persönlich schmeckt Leitungswasser gut. Aber was gut schmeckt und was nicht, ist schlussendlich Geschmackssache und schwierig messbar. Eindeutig messen lassen sich jedoch ökologische Werte. Denn Mineralwasser aus der Flasche belastet die Umwelt 100-mal mehr als Leitungswasser. Dies zeigte eine Studie im Auftrag des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW). In der Untersuchung wurde Leitungswasser, Mineralwasser und andere Getränke untersucht und deren Ökobilanz miteinander verglichen. Dabei wurde der gesamte Zyklus von der Wasserförderung bis zum Konsum untersucht. Bei Schweizer Mineralwasser fällt die Verpackung am meisten ins Gewicht. Die Produktion der PET-Flaschen benötigt allein in der Schweiz eine halbe Million Tonnen Erdöl pro Jahr. Wer deswegen lieber Mineralwasser aus Mehrweg-Glasflaschen kauft, ist leider nicht nachhaltiger unterwegs. Denn die Produktion von Glasflaschen ist sehr energieintensiv und der Erdölverbrauch beim Transport ist aufgrund des Gewichts der Flaschen höher.

Beim aus dem Ausland importierten Mineralwasser sieht die Ökobilanz noch schlimmer aus: Bis ein Liter Mineralwasser aus der EU bei den Konsumentinnen und Konsumenten auf dem Tisch steht, werden 3,1 dl Erdöl verbraucht. Zum Vergleich für Leitungswasser sind es nur 0,003 dl, also rund 1000-mal weniger. Der Grund für den hohen Erdölverbrauch liegt vor allem an den langen Transportwegen, welche meist mit Lastwagen oder Güterzügen geschehen. Nichtsdestotrotz ist importiertes Mineralwasser bei uns hoch im Kurs und macht mit 415 Millionen Litern pro Jahr die Hälfte des schweizerischen Gesamtverbrauchs aus.

Kurz gesagt, für die Umwelt ist es ganz klar besser, Leitungswasser zu trinken. Wer gerne Mineralwasser mit Kohlensäure trinkt, sollte besser das Leitungswasser mit Kohlensäure anreichern. Das geht ganz einfach mit einem Sprudel-System. Generell gilt, je grösser der Transportweg, desto schlechter die Ökobilanz. Wer nicht auf Mineralwasser aus der Flasche verzichten kann, soll deshalb besser ein regionales Produkt wählen.

Badener Wasser

Ein verbreitetes Argument für den Konsum von Mineralwasser ist der hoher Anteil an Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium. Die drei Mineralstoffe sind wichtig für den Knochenaufbau und die Funktion von Zellen, Nerven und Muskeln. Täglich müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden. Eine gute Quelle von Mineralstoffe ist Mineralwasser. Wenn man aber die Inhaltsstoffe des Badener Leistungswasser mit bekannten Mineralwassermarken vergleicht, fällt auf, dass unser Leitungswasser erstaunlich viele Mineralstoffe enthält und gar nicht so viel schlechter abschneidet als Mineralwasser aus der Flasche. Zum Vergleich: Henniez als eines der beliebtesten Schweizer Mineralwasser hat einen Kalziumgehalt von 104 mg/l. Das Grundwasser in Baden, woraus 60% des Badener Leistungswasser gewonnen wird, enthält 92 mg/l. Das Grundwasser in Ennetbaden enthält sogar 99 mg/l Kalzium. Wenn man sich die Magnesiumwerte anschaut, lohnt es sich noch weniger, Mineralwasser zu kaufen. Denn das Badener und Ennetbadener Grundwasser sind mit 19 bzw. 20 mg/l genauso reich an Magnesium wie das Flaschenwasser von Henniez (19,6 mg/l). Auch beim Kaliumgehalt kann Henniez nicht punkten. Das Markenwasser enthält 2,2 mg/l Kalium genau so viel wie das Grundwasser in Baden. Das Grundwasser in Ennetbaden hat mit 2,7 mg/l sogar einen höheren Kaliumgehalt als Henniez.

Wasser aus der Leitung hat noch weitere Vorteile. Laut SVGW ist Leitungswasser das am besten kontrollierte Lebensmittel der Schweiz. Diese Kontrollen sichern seinen hohen Standard. Es kostet nur 0,175 Rappen pro Liter und ist somit das günstigste Getränk überhaupt. Zudem wird das Leitungswasser zu jeder Uhrzeit frisch nach Hause geliefert, mühsames Schleppen erübrigt sich.

Pimp your water

Wem pures Leitungswasser zu langweilig ist, kann Wasser ganz einfach aufpeppen. Neben selbst gemachtem Sirup oder Eistee mag ich Infused Water. Dafür legt man Kräuter, Beeren, Früchte etc. in reines oder mit Kohlensäure angereichertes Wasser ein, lässt dieses für etwa 4 Stunden ziehen und kann danach ein herrlich frisches, gesundes und ökologisches Getränk geniessen. Ein weiterer Vorteil, das Getränk mit Zusatz von Kräuter, Früchten und Beeren ist ein echter Hingucker. Probieren Sie es einfach aus.

 

Eine meiner Lieblingskreationen ist das Brennnesselwasser mit Walderdbeeren und Gänseblümchen. Der frische, krautige Geschmack der Brennnessel mit der Süsse der Erdbeeren und der Blüten ergibt eine spannende Kombination. Zudem sind die verwendeten Zutaten sehr gesund. Brennnesselblätter sind blutreinigend und entschlackend, die Früchte der Walderdbeere wirken anregend und haben eine positive Wirkung auf Galle und Leber. Gänseblümchen wirken entzündungshemmend und appetitanregend.

Zutaten für 1 Liter Brennnesselwasser:

  • 1 Liter frisches Leitungswasser (Ich habe das Wasser mit Kohlensäure angereichert.)
  •  4-6 möglichst junge Stängel Brennnesseln (Die obersten 3-4 Blattpaare schmecken am besten.)
  • eine Hand voll Walderdbeeren
  • eine Hand voll Blüten von Gänseblümchen
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