Umweltblog

Dättwiler Weiher: Naturschutz auf Wiese, Weiher und Bach

Auf der Wiese zwischen den Dättwiler Weihern wurde letzte Woche fleissig gebaggert. Das Stadtforstamt Baden hat einen Bachlauf verlängert, neue Weiher geschaffen und Neophyten entfernt. All diese Naturschutzarbeiten werten den Standort auf und helfen, die Artenvielfalt zu erhöhen.

Die Forstwarte des Stadtforstamtes haben den Bachlauf des Teufelsgrabens bis zum Stadtbach verlängert. Von der Baldegg kommend floss bis anhin nährstoffreiches Wasser durch den Teufelsgraben und versickerte auf der Weiherhau-Wiese zwischen den Dättwiler Weihern. Dieser ständige Nährstoffeintrag sorgte für eine Veränderung der Artenzusammensetzung. Durch den Eingriff fliessen nun die Nährstoffe in den Stadtbach. Die Wiese wird dadurch magerer, bleibt aber feucht.

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Verlängerung Teufelsgrabenbach (Bilder: Stadtforstamt)

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Tief- und Flachgewässer für mehr Artenvielfalt

Gleich neben dem neu entstandenen Bachlauf hat das Stadtforstamt drei Weiher mit verschiedenen Tiefen ausgebaggert. Denn verschiedene Tier- und Pflanzenarten haben unterschiedliche Präferenzen: Viele Arten bevorzugen tiefe Gewässer, die auch an heissen Sommertage kühl bleiben und nicht austrocknen. Es gibt jedoch auch Arten, die seichte Gewässer, die sich schnell erwärmen und auch mal austrocknen, bevorzugen.

Solche seichten Weiher sind besonders attraktiv für Amphibien wie Kreuzkröten, Unken und Laubfrösche. Sie suchen vor allem spontan entstandene oder periodisch austrocknende, sonnige Flachgewässer auf. Durch das Anlegen der drei Weiher in verschiedenen Tiefen kann die Artenvielfalt auf der Riedwiese deutlich erhöht werden.

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Verschieden tiefe Weiher (Bild: Stadtforstamt)

Der Kampf gegen Japanknöterich und Co.

Am Rand der Riedwiese haben sich zudem invasive Neophyten ausgebreitet. Der Japanische Staudenknöterich und das Drüsige Springkraut wachsen schnell, sind sehr ausdauernd und schwer in den Griff zu bekommen. Einst in Gärten als Zierpflanzen gepflanzt, breiten sie sich auf Naturschutzflächen aus und verdrängen bedrohte und seltene Pflanzenarten. Um die invasiven Neophyten endgültig zu entfernen, baggerten die Forstwarte die Pflanzen mitsamt den Wurzeln grosszügig aus. Dies ist sehr aufwändig, aber lohnt sich. Denn schon kleinste Wurzelstücke können wieder austreiben und neue Bestände gründen. Die ausgebaggerte Erde musste abgeführt und fachgerecht entsorgt werden.

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Ehemaliger Neophyten-Standort (Bild: Stadtforstamt)

Die Naturschutzmassnahmen wurden in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzbereich Klima und Umwelt der Stadt Baden und dem Kanton umgesetzt.

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