Die durch den Mensch eingeschleppte Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) verbreitet sich im Mitteland zunehmend. Seit 2017 wurde sie ebenfalls in der Schweiz nachgewiesen, in letzter Zeit zunehmend auch in Baden. Aufgrund fehlender natürlicher Feinde sowie den Mangel an Konkurrenz mit anderen Insektenarten nimmt die Ausbreitung rasant zu. Das führt zu einem massiven Problem für die einheimische Insektenwelt, wie auch für die Lebensmittelproduktion. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man vorgehen muss, wenn man ein Nest oder ein einzelnes Tier antrifft. 

Auf dem Speiseplan der Asiatischen Hornisse stehen nicht nur Honigbienen, sondern auch diverse Wildbienenarten. Eine Kolonie kann bis zu 11 Kilogramm Insekten pro Saison fressen. In den Mägen der Asiatischen Hornisse wurden bis zu 1400 Insektenarten nachgewiesen. Neben Insekten frisst sie auch grosse Mengen an Früchten. Die Art baut pro Jahr zwei Nester und reagiert aggressiv, sobald man näher als 3 Meter an das Nest herankommt. Deshalb ist es wichtig das Nest nicht selber zu entfernen, sondern es zu melden

Erkennung der Asiatischen Hornisse

In der Schweiz gibt es neben der Asiatischen Hornisse auch die Europäische Hornisse (Vespa crabro). Diese ist bei uns einheimisch. Die europäische Hornisse ist etwas grösser als die asiatische Hornisse. Die Asiatische Hornisse sieht im Gesamteindruck dunkler aus und hat lediglich gelbe Beine sowie einen dünnen gelben Streifen am hinteren Abdomen. 

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Unterscheidungsmerkmale Asiatische und Europäische Hornisse (Bildquelle: Q. Rome)

Eine Kolonie der Asiatischen Hornisse baut über ein Jahr hinweg zwei Nester. Das Primärnest wird im Frühjahr gebaut und hat die Grösse eines Fuss- oder Basketballs. Es befindet sich meistens in Bodennähe bis ungefähr 2 Meter Höhe an geschützten Orten wie Scheunen oder Hecken. Der Eingang des Nestes ist seitlich, während er bei den Nestern der Europäischen Hornisse nach unten zeigt. 

Das Sekundärnest wird nach dem Primärnest gebaut. Auch hier ist der Eingang seitlich. Es befindet sich mit über 10 Meter deutlich höher als das Primärnest. Das Sekundärnest wird oft in Baumkronen gebaut, seltener an menschlichen Strukturen. Es kann jedoch sein, dass ein Primärnest in ein Sekundärnest umgebaut wird. Es dient zur Entwicklung der Königinnen der nächsten Generation und ist deutlich grösser als das Primärnest. 

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Primärnest der Asiatischen Hornisse (Bildquelle: Jahn Reiner)
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Sekundärnest (Bildquelle: Paula Jorge)

Vorgehen bei der Entdeckung

Falls ein Nest oder ein Individuum entdeckt wird, ist folgendes zu tun:

  1.  Foto oder kurzes Video machen falls möglich
  2.  auf “Velutina Map” Formular ausfüllen (www.asiatischehornisse.ch – wichtig: ohne Bindestrich!)

Die Velutina Map ist die offizielle Meldeplattform und leitet die Meldungen an die zuständigen Kantone weiter. Diese organisieren dann Fachpersonal, welches sich um die Entfernung von Nestern kümmert. Es wird von selbstständiger Entfernung oder der Nutzung von Wespengift abgeraten. Gerade letzteres hat auch eine Auswirkung auf andere Insekten und ist somit ebenfalls eine Gefahr für die Biodiversität.

Da die Asiatische Hornisse ihr Nest aggressiv verteidigt, gilt es Abstand zu halten. Ihr Gift ist verschieden zu dem anderer Hornissen- und Wespenarten und ähnelt dem von Reptilien. Allergiker auf Wespengift reagieren möglicherweise bei einem Stich der Asiatischen Hornisse anders. Deshalb gilt es generell nach einem Stich aufmerksam zu sein und die Stelle gut zu beobachten. Besonders Stiche in der Hals- und Kopfregion sind heikel. 

Aufgrund der Auswirkungen der Asiatischen Hornisse auf die Biodiversität und auf die Nahrungsmittelproduktion gibt es im Kanton Aargau die Möglichkeit, sich zum Hornissen-Scout ausbilden zu lassen. Hauptaufgabe davon ist es, Nester der Asiatischen Hornisse mittels Triangulation oder Radiotelemetrie zu finden und diese zu melden. 
Interessiert? Dann hier melden: Hornissen-Scouts – Kanton Aargau

Und was tun mit Nestern von einheimischen Arten?

Wenn ein Nest einer bei uns heimischen Art wie der Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris) entdeckt wird, muss die Entfernung mit einem privaten Unternehmen organisiert werden. Ab dem 1. Mai 2026 ist der Werkhof nicht mehr dafür zuständig. Generell wird von einer Entfernung, falls nicht unbedingt nötig, abgeraten. Die Gemeine Wespe gilt als Nützling, da sie pflanzenfressende Insekten wie Blattläuse und andere Arten wie Mücken, Fliegen und Bremsen verspeist. 

Nützliche Links

Informationsseite Asiatische Hornisse – Kanton Aargau

Karte der Sichtmeldungen

Informationsblatt Asiatische Hornisse – apiservice 

Asiatische Hornisse Empfehlungen – Cercle Exotique KVU

Porträt – Vespa velutina nigrithorax – Atlas der Schweizer Fauna

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