Versiegelte Flächen heizen sich stark auf und lassen Regenwasser kaum versickern. Die Stadt Baden unterstützt deshalb Private, Baugenossenschaften und kleinere Unternehmen dabei, Asphalt und Beton durch sickerfähige, naturnahe Flächen zu ersetzen. Im Rahmen einer kantonsweiten Aktion profitieren Teilnehmende von einer kostenlosen Beratung und davon, dass die Entsorgung des entfernten Belags bis 100 Quadratmeter für sie kostenlos ist.

Schwammstadt: Klimaanpassung, die vor der Haustür beginnt

Das Schwammstadtprinzip ist eine wichtige Massnahme der Klimaanpassung. Es bedeutet: Regenwasser soll möglichst dort bleiben, wo es fällt – im Boden, in Grünflächen oder in durchlässigen Belägen. So kann Wasser versickern oder zwischengespeichert werden, statt bei Starkregen sofort in die Kanalisation zu fliessen. Gleichzeitig kühlen begrünte, sickerfähige Flächen die Umgebung an heissen Tagen, weil Wasser verdunstet. Genau diese Kombination macht Schwammstadt-Lösungen in Baden besonders wertvoll: Sie helfen sowohl gegen Hitze als auch gegen Überlastungen der Kanalisation bei starken Niederschlägen – und schaffen nebenbei mehr Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Kantonalweite Aktion mit den «Asphaltknackerinnen»

Aktuell läuft im ganzen Kanton Aargau eine Entsiegelungsaktion mit finanzieller Unterstützung der Mobiliar Genossenschaft. Mitmachen können Privatpersonen, Baugenossenschaften sowie kleinere Unternehmen mit bis zu zwanzig Mitarbeitenden. Ein zentraler Teil des Angebots ist die kostenlose, unverbindliche Beratung durch die «Asphaltknackerinnen»: Bei einem Vor-Ort-Termin schauen sie sich die Situation an, besprechen Möglichkeiten und unterstützen Sie bei der Planung – zum Beispiel, wenn Sie einen Vorgarten, einen Innenhof oder einen Parkplatzbereich naturnah umgestalten möchten. Das Projekt ist auf ein bis zwei Jahre angelegt.
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Finanzierung durch Engagement der Mobiliar Genossenschaft

Wenn Sie Ihr Entsiegelungsprojekt umsetzen, übernimmt die Stadt Baden dank der Partnerschaft mit der Mobiliar die Entsorgung des entfernten Belags für Flächen bis maximal 100 Quadratmeter. Voraussetzung ist, dass die Fläche danach sickerfähig ist und naturnah gestaltet wird – also so, dass Wasser in den Boden gelangen kann und keine neue Versiegelung entsteht. Die Bauarbeiten und die Begrünung finanzieren die Teilnehmenden selbst. Die Mobiliar engagiert sich dabei schweizweit für Schwammstadt-Projekte, indem sie Gemeinden unterstützt und die Vernetzung von Fachpersonen und Organisationen fördert.

Zusätzliche Beiträge für Biodiversität und Bäume

Bei den zusätzlichen Beiträgen geht es nicht nur um Klimaanpassung, sondern auch um die qualitative Aufwertung des Siedlungsraums. Ziel ist es, über die reine Entsiegelung hinaus zusätzliche Grünräume zu schaffen und ökologische Mehrwerte zu erzielen. Die Förderung richtet sich deshalb gezielt an Projekte, die mehr erreichen wollen, durch einen besonderen Nutzen für Pflanzen und Tiere.
 
Unterstützt werden ökologische Aufwertungen mit Beiträgen von bis zu 50 % der Kosten, maximal CHF 1’000 pro Projekt, sowie Baumpflanzungen mit Beiträgen von bis zu 50 % der Kosten, maximal CHF 1’000 pro Baum. 
 

Die Stadt Baden setzt damit bewusst auf einen ambitionierten Ansatz: Klimaanpassung ist dringend, und sie lässt sich sinnvoll mit Massnahmen für mehr Grün und ökologische Qualität verbinden. Schwammstadt‑Massnahmen verfolgen dabei drei klare Ziele: Sie sollen die sommerliche Hitze in dicht bebauten Gebieten reduzieren, durch Entsiegelung und Begrünung ökologisch wertvolle Flächen schaffen und mit zusätzlichen Baumpflanzungen die Baumkronenabdeckung im Stadtgebiet langfristig erhöhen. So leisten diese Massnahmen einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels in Baden.

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