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Nur schön alleine reicht nicht: vier Gründe, warum die Kornelkirsche in jeden Garten gehört

Gleich zwei Sträucher blühen gerade in leuchtendem Gelb. Ob es sich dabei um die Forsythie oder die Kornelkirsche handelt, und warum die Kornelkirsche die bessere Alternative für den bienenfreundlichen Garten ist, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Zugegeben: rein optisch trumpft der aus Asien stammende Zierstrauch. Die sonnengelben, grossen Blüten der Forsythie rufen laut den Frühling aus. Die Kornelkirsche blüht etwas zurückhaltender. Aber nur fürs menschliche Auge; nicht umsonst wird sie auch Tierlibaum genannt.

1. Insekten finden an den Blüten der Kornelkirschen sehr früh im Jahr Nahrung

Die europäische Kornelkirsche (Cornus mas) blüht bereits im März – früher als die meisten Sträucher – und bietet Fluginsekten an den gelben Blüten Nektar und Pollen. Zu dieser Zeit ist das ökologisch besonders wertvoll, da sie sonst noch wenig Nahrung finden. Die ostasiatische Forsythie (Forsythia × intermedia) ist ein Zierstrauch, gezüchtet aus zwei Forsythienarten. Wegen dieser Hybridisierung produzieren die meisten Sorten keinen Nektar und keine Pollen. Ökologisch ist die Forsythie darum ziemlich nutzlos. Bienen und andere Insekten finden in ihren Blüten keine Nahrung und auch sonst ist sie als Futterpflanze nur für einzelne Arten verwertbar – alle Teile der Pflanze sind leicht giftig. Durch ihre auffälligen Blüten wird sie manchmal trotzdem von Insekten angeflogen, was diese unnötig erschöpft.

Die Forsythie bildet sehr viele sterile Blüten mit 4 länglichen Zipfeln. Die Blüten bieten weder Pollen noch Nektar (Bild: Stadtökologie).
Die Kornelkirsche bildet ihre Blüten in Dolden, die gerne von Insekten besucht werden. Sie verströmen einen leichten Honigduft (Bild: Stadtökologie).

2. Vögel bevorzugen die Kornelkirsche im Herbst wegen ihrer Früchte

Wenn die Blüten der Kornelkirsche befruchtet werden, reifen im Juli und August die roten Früchte. Für mehr als 15 Vogelarten sind sie ein gefundenes Fressen. Darum wird die Kornelkirsche auch „Tierlibaum“ genannt. An der Forsythie bilden sich keine Früchte, denn ihre Blüten sind steril.

Die Früchte der Kornelkirsche sind säuerlich und werden von mehr als 15 Vogelarten gefressen. Reif werden sie im Juli und August (Bild: Pixabay).

3. Ob als Hecke oder Baum, die Kornelkirsche passt wunderbar in Ihren Garten

Die Kornelkirsche lässt sich in Heckenform schneiden. Fairerweise muss man sagen, dass das für die Forsythie auch zutrifft. Aus der Kornelkirsche kann sich aber auch ein Baum bilden. Die Forsythie wird höchstens ein grosser Strauch, ein Stamm bildet sich bei ihr auch bei fehlendem Schnitt nicht.

Wird die Kornelkirsche nicht zurückgeschnitten, bildet sie einen 3 bis 4 Meter hohen Baum. Noch grösser ist dieses wunderschöne Exemplar an der Sommerhaldenstrasse in Dättwil (Bild: Stadtökologie).

4. Für uns Menschen sind die Früchte ebenfalls essbar

Nicht nur Vögel geniessen im Spätsommer die Kornelkirschen. Direkt von der Pflanze schmecken die Steinfrüchte herb-sauer, sie werden deshalb gerne zu Konfitüre, Sirup oder Liqueur verarbeitet. Zudem sind sie reich an Vitamin C. Mit den echten Kirschen, die zur Gattung Prunus gehören, ist die Kornelkirsche nicht näher verwandt. Die Früchte sollten bei der Ernte vollreif sein: dunkelrot und weich.

Achten Sie noch in dieser Woche auf blühende Kornelkirschen

Suchen Sie auf ihrem Frühlingsspaziergang, auf öffentlich zugänglichen Flächen, nach blühenden Kornelkirschen und markieren Sie sie auf der Website Mundraub.org. So finden Sie und andere Wildfrüchte-Gourmets den Standort im Spätsommer, wenn die Früchte reif sind. Falls sie kein Mundraub Konto machen möchten, können Sie uns den Standort als Kommentar mitteilen und wir werden ihn auf Mundraub.org veröffentlichen. Ich habe bereits einige Fundorte eingetragen. Habe ich einen in Ihrer Nähe gefunden?

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