© Manfred Richter auf Pixabay Richtiges Verhalten gegenüber Stadttauben – neue Schilder am unteren Bahnhofsplatz
Kaum eine Tierart lebt so nahe beim Menschen wie Stadttauben. Viele Menschen füttern sie – oft aus Mitgefühl. Was viele jedoch nicht wissen: Das Füttern von Tauben ist im Kanton Aargau verboten. Am unteren Bahnhofsplatz weisen neue Schilder darauf hin. Die Stadt Baden bittet die Bevölkerung und Besuchende, Tauben nicht zu füttern.
Viele Menschen möchten Tauben helfen. Das Füttern von Tauben ist jedoch gemäss der Aargauer Jagdverordnung (§ 20) nicht erlaubt.
Ein Grund dafür ist, dass Fütterung dazu führt, dass sich mehr Tauben an einem Ort ansiedeln. Dadurch entstehen grössere Ansammlungen, die zu vermehrter Verschmutzung und zu Nutzungskonflikten im öffentlichen Raum führen können. Auch Krankheiten können sich unter den Tieren bei hoher Dichte leichter ausbreiten.
Zudem ist menschliche Nahrung für Tauben oft ungeeignet und kann ihnen schaden.
Die Stadttaube, auch Strassentaube genannt, ist stark an den Menschen gebunden und kommt überwiegend im Siedlungsraum vor. Sie stammt von domestizierten Felstauben ab und brütet deutlich häufiger als Wildtauben.
Weitere Informationen zum Umgang mit Stadttauben sowie zur Vergrämung an Privateigentum finden Sie im Merkblatt des Schweizer Tierschutz.
Die Stadt Baden bittet die Bevölkerung, auf das Füttern von Tauben zu verzichten und die Signalisation vor Ort zu beachten. So können Probleme im Zusammenhang mit Taubenansammlungen reduziert werden.

Weiterführende Literatur
Schweizer Tierschutz STS: Merkblatt Tauben
Vogelwarte Sempach: Artportrait Strassentaube
NABU: Mehr über Strassentauben
NABU: Taubenarten im Vergleich



Liebe Stadt Baden
Gemäss des Schreibens des STS, welche Sie im Blog haben, wird als tierfreundliche und nachhaltige Lösung für die Tauben von betreuten Taubenschlägen geschrieben. Hat die Stadt Baden bereits betreute Taubenschläge oder sind welche in Planung? Im Weiteren möchte ich Sie darauf hinweisen, dass die Fütterung von Stadttauben nicht zu einer stärkeren Vermehrung der Tauben führt. Die Fütterung hat keinen Einfluss auf die Anzahl der Vermehrung bzw. das Brutverhalten der Stadttauben. Bei den Stadttauben handelt es sich um einen durch den Menschen angezüchteten Brutzwang. Die Stadttauben brüten mit oder ohne Futter. Es ist jedoch eine Frage der Tierfreundlichkeit und des Tierschutzes. Durch eine regelmässige Fütterung mit artgerechtem Futter, müssen die Tiere keinen Abfall fressen und der Kot erhält nachweislich dadurch eine andere Konsistenz (keinen Hungerkot, welcher leider Standard ist in den Städten). Die Frage ist hier jedoch, sorgt die Stadt dafür, dass die Tiere ein artgerechtes Futter erhalten und wenn ja, inwiefern, wer füttert und wie oft werden sie gefüttert?
Was mich ebenfalls interessiert ist, welche Massnahmen die Stadt zur Kontrolle der Populationsgrösse einsetzt? Was passiert mit Tauben, welche krank oder verletzt sind, jedoch behandelt werden können?
Sehr gerne verweise ich auf die Organisation “Stadttauben Schweiz”, welche sich mit den Tieren genau auseinandersetzt und fachgerechte Informationen geben kann. Link zur Website der Stadttauben Schweiz: https://stadttauben.ch/.
Ebenfalls verweise ich auf die Stiftung Tier im Recht, welche sich ebenfalls mit der rechtlichen Ebene des Tierschutzes und somit auch mit den Stadttauben auseinandersetzt. Einen Link der entsprechende Analyse der TIR (Tier im Rechts) sende ich ihnen mit: https://www.tierimrecht.org/de/news/newsmeldungen-2023/2023-05-10-rechtliche-kategorisierung-von-stadttauben-tir-veroffentlicht-analyse/#
Mit beiden Organisationen stehe ich im regelmässigen Austausch.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Freundliche Grüsse
Cornelia
Besten Dank für Ihren Kommentar.
Betreute Taubenschläge können in Städten mit grossen Taubenbeständen ein Bestandteil des Managements sein. Sie erfordern jedoch dauerhaft Betreuung, Reinigung, Fütterung und Eierkontrolle.
Da Baden einen vergleichsweise kleinen Taubenbestand aufweist, wäre ein eigener Taubenschlag unverhältnismässig und ist nicht vorgesehen.
Das Problem am Unteren Bahnhofsplatz betrifft vor allem die durch regelmässige private Fütterungen entstehende Ansammlung.
Die Fütterung von Wildtieren und damit auch von Stadttauben ist gemäss kantonaler Gesetzgebung grundsätzlich verboten.
Mit freundlichen Grüssen