Der Eisvogel ist Vogel des Jahres 2026
Dieses Jahr hat die Schweizer Bevölkerung den Eisvogel zum Vogel des Jahres gewählt. Nachfolgend 10 Fakten zu diesem schönen Vogel.
Funkelndes Juwel
Warum ist der Eisvogel so bunt? In seinem Lebensraum ist der Eisvogel mit seinen schillernden Farben bestens angepasst. Von oben betrachtet ist er mit seinem Gefieder vor dem bewegten Wasser eines Baches recht gut getarnt. Von unten betrachtet verschmilzt er mit dem Lehm eines Bachufers. Für seine Feinde (von oben) und seine Beute (von unten) ist er damit schwer zu erkennen.
Gebt mir Fische!
Am liebsten hat der Eisvogel frische Fische, die kleiner als zehn Zentimeter sind. Pro Tag fängt der Schillervogel etwa15 bis 20 Beutetiere. Die sind zusammen halb so schwer wieder Vogel selbst! Neben Fischen erbeutet er auch Frösche, Kaulquappen und Wasserinsekten.
Pfeilschneller Jäger
Um einen Fisch erbeuten zu können, setzt er sich auf einen Ast am Flussufer und schaut gespannt ins Wasser. Hat er einen Fisch erspäht, so bewegt er seinen Kopf von links nach rechts, um die Distanz zu messen und den richtigen Winkel für seinen Angriff zu berechnen. Dann schiesst er wie ein Pfeil ins Wasser. Kurz bevor der Eisvogel ins Wasserschiesst, öffnet er seinen Schnabel, damit er den Fisch gut packen kann. Anschliessend kehrt er auf den Ast zurück. Bevor der Eisvogel das Fischchen frisst, schlägt er es ein paar Mal auf einen Ast, bis es tot ist.
Männchen oder Weibchen?
Die Weibchen erkennt man daran, dass der Unterschnabel teilweise rot gefärbt ist. Bei den Männchen ist der ganze Schnabel schwarz. Die Jungvögel haben noch schwarze statt rote Beine und zeigen einen kleinen weissen Punkt auf dem Schnabel.
Gentleman
Zum Balzverhalten des Eisvogels gehört dazu, dass das Männchen dem Weibchen sein Revier zeigt: die besten Stellen, um zu fischen, und die Orte, wo man eine Höhle bauen kann. Zudem schenkt es dem Weibchen einen feinen, frisch gefangenen Fisch. Wenn das Weibchen das Geschenk annimmt und im Revier bleibt, gründen die beiden schon bald eine Familie.
Ganz schön anstrengend zum ersten…
Eisvögel bauen kein normales Vogelnest. Sie graben einen zirka 60 Zentimeter langen Gang in die steile Uferwand. Am Ende der Höhle bauen sie einen Brutkessel. Darin sind die Jungen gut geschützt . Es dauert etwa zehn Tage, bis die Höhle gebaut ist. Die Vögel hacken mit dem Schnabel die Erde weg und befördern sie dann mit den Füssen nach hinten. Der Tunnel führt etwas nach oben, damit Wasser und Kot abfliessen können.
…und zum zweiten
In einem guten Jahr zieht ein Eisvogelpaar bis zu 21 Junge auf! Dies wird nur durch sog. Schachtelbruten zeitlich möglich. Dabei legt das Weibchen schon ein neues Gelege, während das Männchen die bis zu sieben Jungen der vorherigen Brut noch füttert.
Im Karusell zum Futter
In Eisvogelfamilien geht es gerecht zu – dafür sorgt das Futterkarussell: Die Jungvögel bilden in der Brutkammer einen Kreis, und es wird immer nur der Jungvogel gefüttert, der am nächsten zum Eingang liegt. Danach wird rotiert, so dass jeder Jungvogel gleich viel Futter bekommt.
Bedrohte Schönheit
Die Eisvögel sind in den letzten hundert Jahren selten geworden. Denn an vielen Flüssen finden sie nicht mehr genügend kleine Fische. Zudem fehlen natürliche Ufer, in denen sie ihre Höhle bauen können. Mit gezielten Renaturierungen und Rücksicht auf seine Brutplätze kann dieser faszinierende Vogel erhalten werden – als Symbol für lebendige Gewässer und biologische Vielfalt.

Erfolgreicher Fischfang
Foto: pixabay