Umweltblog

Zehn attraktive «Vogelbeeren» für den Winter

Im Winter Vögel füttern ist schön und gut, aber eigentlich unnötig, wenn ums Haus die richtigen Bäume und Sträucher wachsen. Zehn Gartengehölze, die im Winter noch Früchte tragen – für gesunde Vögel und spannende Beobachtungen.

Grosse Aufregung im Gebüsch – in der Eibenhecke des Nachbarn fliegen mehrere Amseln ein und aus. Beim Nähergehen sehe ich den Grund: die biegsamen dunkelgrünen Zweige sind gespickt mit roten Beeren. Sie zu pflücken, ist offenbar gar nicht so einfach. Immer wieder verliert ein hungriger Vogel kurz die Balance und muss sich einen neuen Sitzplatz suchen.

Viele Gehölze sind noch im Winter attraktiv

In der Vogelwelt stehen aber nicht nur die Eiben jetzt, Mitte Dezember, hoch im Kurs. Auch die Stechpalme vor meinem Fenster wird stündlich um Dutzende Beeren erleichtert. Die Hagebutten sind vom Frost schön weich und süss, immer wieder picken Meisen daran herum. Rotkehlchen scheinen sich dagegen besonders fürs Pfaffenhütchen zu interessieren. Und für die allerletzten Vogelbeeren ganz aussen an den dünnen Zweigen versuchen sich einige Amseln im Kolibriflug.

Zehn einheimische „Vogelbeeren“ für den Winter

Viele Bäume und Sträucher werden schon im Sommer und Herbst leergefuttert. Einige Gehölze tragen ihre Früchte aber bis in den Winter. Sie locken nicht nur hungrige Vögel an, sondern sorgen auch für Farbtupfer im Garten. Neben der eigentlichen Vogelbeere (auch Eberesche genannt) sind das:

Pfaffenhütchen

Die dekorativen, pink-orangen Früchte des Pfaffenhütchens (Euonymus europaeus) sind besonders beliebt bei Rotkehlchen. Aber auch Amseln, Kleiber und Meisen mögen sie (Bild: Pixabay).

Wildrose

Nicht nur die zahlreichen Wildrosen-Arten, auch einige gezüchtete Sorten produzieren gut reifende Hagebutten (Bild: Pixabay). Mehr lesen

Pfaffenhütchen

Die immergrüne Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) ist im Winter ein Schmuckstück. Besser nicht in der Barfuss-Zone des Gartens pflanzen, aber dort, wo das Treiben der Vögel gut beobachtet werden kann (Bild: Pixabay)! Mehr dazu

Pfaffenhütchen

Die Eibe (Taxus baccata) ist ein Nadelbaum mit Beeren statt Zapfen. Botanisch ist das zwar nicht ganz korrekt – aber die schleimigen „Schnuderbeeri“ sind heiss begehrt bei Vögeln (Bild: Pixabay).

Vogelbeere

Die echte Vogelbeere (Sorbus aucuparia) ist ein kleiner, oft mehrstämmiger Baum. Gekocht sind die Beeren übrigens auch für uns ein Genuss (Bild: Pixabay).

Berberitze

Die stachlige Berberitze (Berberis vulgaris) eignet sich für geschnittene Hecken. Ihre sauren Beeren helfen Vögeln durch den Winter (Bild: Pixabay).

Schwarzdorn

Der Schwarzdorn (Prunus spinosa) wird auch Schlehe genannt. Mit den ersten Frösten werden die Steinfrüchte essbar für Menschen und Vögel (Bild: Pixabay). Mehr dazu

Sanddorn

Um vom Sanddorn (Hippophae rhamnoides) Früchte ernten zu können, sind zwei Sträucher notwendig, ein weiblicher und ein männlicher (Bild: Pixabay).

Gemeiner Schneeball

Die weichen Beeren des Gemeinen Schneeballs (Viburnum opulus) werden von Vögeln oft erst als Letzte gefressen. Schmecken sie vielleicht etwas weniger gut als die andern (Bild: Pixabay)?

Sanddorn

Die beiden einheimischen Weissdorne (Crataegus laevigata und C. monogyna) gehören wohl zu den vogelfreundlichsten Sträuchern, denn sie bieten Nahrung für 32 Vogelarten (Bild: Pixabay).

Weitere einheimische Sträucher und Bäume mit «Vogelbeeren»

Viele einheimische Gehölze locken Vögel schon im Sommer oder Herbst an. Manche sind schon kurz nach der Beerenreife leergefuttert:

  • Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Hartriegel (Cornus sanguineus)
  • Kornelkirsche (Cornus mas)
  • Roter Holunder (Sambucus racemosa)
  • Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)
  • Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
  • Faulbaum (Frangula alnus)
  • Brombeere (Rubus spec.)
  • Alpenjohannisbeere (Ribes alpinum)
  • Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
  • Wacholder (Juniperus vulgaris)
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Felsenbirne (Amelanchier ovalis)
  • Efeu (Hedera helix)

Vögel würden übrigens diese ursprünglichen Wild-Arten kaufen; Zuchtformen haben oft einen geringeren Wert für sie. Beste Pflanzzeit ist der Spätherbst und zeitige Frühling, beste Bezugsquelle eine Fachgärtnerei oder Baumschule.

 

Welche fruchtigen Vorlieben beobachten Sie bei „Ihren“ Vögeln? Wir freuen uns über Kommentare!

 

Weitere Ideen für einen tierfreundlichen Garten finden Sie zum Beispiel in den Beiträgen „Bitte nicht stören“ und „Verstecke schaffen“.

Was bei der Verwendung von Futterstationen wichtig ist, fasst der Beitrag „Vögel richtig füttern“ zusammen.

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