Wer in Baden viel mit dem Hund unterwegs ist, kennt die gängigen Routen, die auch von vielen anderen Hundebesitzen genutzt werden. Wo viele Hunde unterwegs sind, bleibt auch mal ein Häufchen zurück. Das führt zu Problemen, denn so ganz natürlich sind Hundehäufchen eben doch nicht.

Für einen Spaziergang mit dem Hund gibt es in Baden diverse einladende Orte. Sei es die Baldegg, am Martinsberg oder der Limmat entlang. Doch auch hier gilt: Bitte Hundekot entsorgen. Neben dem, dass es sensible Lebensräume in und um Baden hat, werden diverse Flächen auch für die Landwirtschaft genutzt. An beiden Orten hat Hundekot negative Auswirkungen.

Zu viele Nährstoffe

Gerade in der Schweiz gibt es viele Naturschutzgebiete, die nahe an dicht bewohnten Gegenden sind. Perfekte Gelegenheiten, um mit dem Hund spazieren zu gehen. Die Hinterlassenschaften von Hunden sind sehr nährstoffreich, da Hundefuttermittel oft so angereichert sind, dass es ihnen an keinen Nährstoffen fehlt. Gemäss einer Studie aus Belgien scheiden Hunde im peri-urbanen Raum pro Hektare und Jahr 11 kg Natrium und 5 kg Phosphor aus. In Naturschutzgebieten kann das schnell zum Problem werden, da dort viele seltene Pflanzengesellschaften darauf angewiesen sind, dass es möglichst wenige Nährstoffe im Boden hat, damit sie nicht von anderen Pflanzenarten verdrängt werden. Zu viele Nährstoffe führen zu einer Zunahme von Pflanzen wie Brennnesseln, die es sowieso schon häufig gibt. Auch in Baden ist das ein Thema. Rabatten wie die beim Graben oder bei der Trafowiese werden für Pflanzen erstellt, die zu viele Nährstoffe nicht vertragen. Leider werden sie dennoch oft als Hundetoilette benutzt, was den Pflanzen nachhaltig schadet.  

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Auch die Rabatte im Graben verträgt kein Hundekot. © Stadt Baden

Risiko durch Häufchen

Hundekot in Wiesen ist ein erhebliches Problem für die Landwirtschaft und für die Nutztiere. Die Krankheit Neosporose wird durch den parasitischen Eizeller “Neospora caninum” übertragen. Die Ausschreidung bleibt in der Wiese liegen und wird dann unbewusst von Kühen beim Fressen von Grashalmen aufgenommen. Bei trächtigen Kühen führt eine Infektion mit Neospora caninum zu Fehlgeburten und Spätschäden bei Kälbern (Lähmung, Koordinationsstörungen).

Für Hunde besteht bei liegengelassenem Hundekot ebenfalls eine Gefahr der Ansteckung mit diversen Krankheiten.

Beim Menschen lösen Hundehäufchen Probleme aus, wenn auch von anderer Natur. So kann eine Kindertagesbetreuung nicht mehr mit den Kindern zum Obstgarten Martinsberg, weil dort so viele Hundehaufen liegen gelassen wurden, dass es zu einem Problem für die Kinder wurde. Solche Gegebenheiten führen im Endeffekt oft dazu, dass es an solchen Orten ein Hundeverbot gibt.

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An der Baldegg hat es diverse Naturschutzflächen (sog. Steckbiefflächen, rot), sowie landwirtschaftlich genutzte Wiesen. © geoPro Suisse

Was sagt das Gesetz? 

  • Gemäss Polizeireglement der Gemeinden Baden §32 ist es verboten, Hunde unbeaufsichtigt laufen zu lassen.
  • Ebenfalls gemäss §33 sind Hundehaltende dazu verpflichtet, den Hundekot einzusammeln und ihn in den dafür bestimmten Behältern zu entsorgen.
  • Im Kanton Aargau gilt vom 1. April bis 31. Juli im Wald und am Waldrand für Hunde Leinenpflicht. (§21 Verordnung zum Jagdgesetz)

Was können Menschen mit Hunden tun?

  • Den Hundekot aufnehmen und im Abfall entsorgen. 
  • Beim Spaziergang den Hund im Blick behalten, damit man bemerkt, wenn er sein Geschäft verrichtet.
  • Hunde Rabatten nicht betreten lassen. In Schutzgebieten Wege und geltende Leinenregeln beachten.
  • Immer genügend Hundekotbeutel mit dabei haben.
  • Andere Menschen, die Hundekot liegen lassen, ansprechen. Viele Leute sind sich der Auswirkungen nicht bewusst.
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