© Monika auf Pixabay Gesucht: Igel in den Aargauer Gärten
Klein, stachelig, rund, sympathisch. Kaum eine Person findet den kugeligen Freund nicht toll. Besucht er den eigenen Garten, so ist das ein Kompliment, denn er benötigt einigermassen vielfältige und vernetzte Gärten. Genau das ist eben auch ein Problem. Der Igel leidet an einem zunehmenden Lebensraumverlust und Zäune und Strassen machen ihm das Leben schwer. Deshalb rufen Pro Natura Aargau und Wilde Nachbarn Aargau dazu auf, Igel auf ihrer Plattform zu melden. So entsteht ein besserer Eindruck über den Bestand.
Es gibt auf der Welt ganz viele verschiedene Igelarten. Der Igel so wie wir ihn in der Schweiz kennen ist der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus). Er lebt primär in Siedlungen, Gärten und Parkanlagen. Sein ursprünglicher Lebensraum ist die strukturreiche extensive Kulturlandschaft. Da diese in der Schweiz quasi nicht mehr vorhanden ist, hat der Igel in den letzten Jahrzehnten sein Zuhause angepasst. Als Kulturfolger fand er in den Gärten und Parks eine Ersatzheimat. Somit ist sein Bestehen direkt an den Menschen geknüpft, da er darauf angewiesen ist, dass Gärten miteinander vernetzt sind. Zäune, Mauern, Stufen und vieles mehr stellen unüberwindbare Hindernisse dar. Sie schränken den Igel in seiner Nahrungssuche so fest ein, dass man im Herbst oft abgemagerte Igel antrifft. Sie überleben den Winter vermutlich nicht.
Wie wir dem Igel richtig helfen
Der Igel ist ein Wildtier, deshalb sollte von einer routinemässigen ganzjährigen Fütterung abgesehen werden. Viel wichtiger sind jedoch vernetzte, intakte Lebensräume. Dabei helfen folgende Dinge:
- einheimische Pflanzen fördern
- Kompost-, Laub- und Asthaufen anlegen
- Hindernisse wie Mauern und nach unten geschlossene Zäune vermeiden
- auf chemische Schädlingsbekämpfung verzichten
- bei Trockenheit eine Schale mit Wasser bereitstellen und diese täglich auswaschen

Und wo stehen die Experten?
Im Rahmen der Recherche für diesen Artikel wurde klar: Auch die Fütterung von Igel ist ein umstrittenes Thema. Das Igelzentrum vertritt die Haltung, dass die Igel nur dann gefüttert werden sollten, wenn nicht mehr genügend natürliche Nahrung vorhanden ist. Zudem sollte die Fütterung so zeitlich begrenzt und punktuell wie möglich erfolgen. Lang bestehende Futterquellen stellen einen Infektionsherd dar. Ausserdem kann es beim Aufeinandertreffen von mehreren Igeln zu Konkurrenz kommen. Jede Fütterung ist ausserdem eine Störung des natürlichen Verhaltensmusters. Der Verein “Pro Igel” steht offener zu Fütterung, spricht aber auch an, dass die beste Lösung ein intakter Lebensraum ist. Das Insititut für Tierernährung an der Universität Zürich hat im Rahmen einer Studie verschiedene Igelfuttermittel genauer angeschaut. Das Fazit war, dass gerade das Trockenfutter kein Ersatz für natürliches Futter ist, gerade in Bezug auf den Insektenanteil im Futter.
Am meisten helfen wir Menschen also dem Igel, in dem wir unsere Gärten igelfreundlich gestalten. Im besten Fall ist dann eine Zufütterung gar nicht nötig.
Weiterführende Links:
Verein Igelzentrum
Verein Pro Igel
Wilde Nachbarn Aargau: Meldeplattform


