Im Winterhalbjahr deckt sich die Aktivitätszeit von Wildtieren vermehrt mit der von uns Menschen und geraten vor ein Auto. Die Wildtiere werden verletzt oder sterben, das Auto nimmt Schaden und der/die Fahrer*in hat den Schock des Lebens. Dabei wäre das Ganze in gewissen Situationen vermeidbar.

Was tun bei einem Wildunfall

Da es uns allen passieren kann, schauen wir uns zuerst an, was man im Fall der Fälle überhaupt tun muss. Wichtig zu wissen: Wenn ein Wildtier angefahren wird, egal wie gross, muss angehalten werden und die Polizei via 117 verständigt werden. Wenn man einfach weiterfährt, dann gilt das gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG als pflichtwidriges Verhalten bei einem Unfall. Ausserdem kommt es oft vor, dass das betroffene Wildtier nicht direkt stirbt, sondern mit schweren Verletzungen teils mehrere Tage leidet und erst dann irgendwann verendet. Wird die Polizei informiert, so können sie die zuständige Person der Jagdaufsicht informieren und aufbieten. Diese kann das verletzte Tier dann bei Bedarf nachsuchen und erlösen. Wichtig zu wissen ist, dass die lenkende Person bei einem Wildunfall keine juristische Schuld trägt, wenn der Unfall direkt am Unfallplatz gemeldet wird.

Folgendes muss bei einem Unfall gemacht werden:
1.) Anhalten und Warnblinker einschalten
2.) Unfallstelle sichern (Pannendreieck 50 Meter innerorts, 100 Meter ausserorts)
3.) Polizei (117) anrufen. Diese kontaktieren die Jagdaufsicht.
4.) Wichtig: Wildtier auf keinem Fall nähern! Das Tier kann unter Umständen aus Panik nochmals aufstehen und flüchten, auch wenn es schwer verletzt ist. 
5.) Auf Fachperson (Polizei, Jagdaufseher*in, Wildhüter*in) warten. 

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Autounfälle mit Wildtieren enden für diese oft tödlich, wenn auch nicht sofort. Deshalb ist es wichtig, dass die Polizei die zuständige Person der Jagdaufsicht zeitnah informieren kann. © Dirk Schumacher auf Pixabay

Prävention ist besser als Intervention

Am besten ist es, wenn es gar nicht erst zum Unfall kommt. Folgende Dinge helfen, um einen Wildtierunfall vorzubeugen:

  • Abblendlicht leuchtet nur etwa 40 bis 50 Meter weit. Der Anhalteweg bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h ist 64 Meter. Das heisst, wenn man das Tier sieht, ist es zu spät. Nur mit dem Fernlicht sieht man genug weit. Dieses führt aber dazu, dass Wildtiere geblendet werden und stehen bleiben. 
  • Viele Wildtierarten sind nicht alleine unterwegs. Nach dem 1. Tier folgt oft noch mindestens ein weiteres. Deshalb lieber genug abbremsen und aufmerksam bleiben.
  • Wildwarnsysteme mit Warnleuchten sowie Warnschilder beachten. Sie stehen dort nicht ohne Grund.
  • Generell aufmerksam fahren, aber im Dunkel noch ein bisschen mehr. Ausserdem Vorsicht im Wald, an Hecken und hohen Getreidefeldern. 
  • Nicht zu weit rechts fahren. Falls es die Situation erlaubt, eher gegen den Mittelstreifen fahren. 
  • Wenn sich Tiere auf der Strasse befinden: Hupen, Abblendlicht und Warnblinker einschalten, wenn möglich anhalten. 

 

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Aufprallgewicht von Tieren bei Tempo 60 © HUK-COBURG Versicherungsgruppe

Warum müssen Tiere überhaupt über die Strasse?

Die Wildtiere gehen oft nicht gerne über eine Strasse. Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, nutzen sie lieber natürliche Strukturen. Nun ist es aber so, dass gerade in der Schweiz die Lebensräume der Wildtiere oft durch mindestens eine Strasse unterbrochen wird. Bei Wildtierarten wie dem Rothirsch, die über längere Strecken wandern, zeigt sich die Auswirkungen von Strassen noch mehr. Gerade Autobahnen wirken als Barrieren und verhindern ein natürliches Wanderverhalten. Rothirsche und auch andere Wildtierarten sind somit auf Strukturen angewiesen, die wir Menschen als Alternative für sie errichten. Das sind zum Beispiel Wildtierunterführungen und Wildtierbrücken. Die festgelegten Wildtierkorridore sind unten in der Onlinekarte des Geoportals des Kanton Aargau ersichtlich. Auf ihr wird auch sichtbar, wo die Wildtiere zwangsläufig über Strassen müssen und wo sie demensprechend gefährdet sind.

So können wir helfen:

  • Generelle Vorsicht beim Eindunkeln und in der Nacht. Hinweisschilder und Warnleuchten beachten.
  • Tempo und Lichtregime anpassen im Dunkeln. 
  • Und daran denken: Wenn man etwas langsamer fährt, dann kommt man immer noch viel früher an, als wenn man einen Wildunfall hat.

Weiterführende Links

Flyer fürs Handschuhfach von prowildtierschutz.ch für ins Handschuhfach

Flyer “Tiere im Verkehr” von Jagd Schweiz

Karte Jagdreviere mit den jeweiligen Kontaktdaten der Jagdaufseher von prowildtierschutz.ch

Wildunfall: Was tun? von HUK-COBURG Versicherungsgruppe

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