Umweltblog

Aktuelle Trockenheit

Seit Anfang März hat es nur halb so viel geregnet wie normalerweise zu dieser Jahreszeit. Es ist so trocken, dass die Stadt bereits Blumenrabatten und frisch gepflanzte Bäume und Sträucher giessen muss.  

Wir geniessen einen sonnigen Tag nach dem anderen. Die Schattenseite: Es ist ausserordentlich trocken. In Baden fielen seit Anfang März nur 48% der durchschnittlichen Regenmenge. Sonnenschein, warme Temperaturen und die Bise der letzten Tage trocknen den Boden weiter aus.

Die Blumenrabatten und die neu gepflanzten Bäume und Sträucher der Stadt müssen daher bereits bewässert werden. Das macht Willi Weber, einer der elf Gärtner und Gärtnerinnen der Stadt Baden. Nachdem er lange selbstständig im Gartenbau tätig war, arbeitet er nun bereits seit 13 Jahren beim Werkhof.

Einmal die Woche giesst Willi Weber die Staudenbeete des Casinokreisels.

Für die Bewässerung hat der Werkhof einen Wagen mit einem Wassertank von 1’500 Litern. Das reicht gerade für die Staudenbeete um den Casinokreisel. Einmal die Woche werden diese jetzt bewässert. Wechselflorrabatten müssen sogar zweimal die Woche bewässert werden.

Die Wechselflorrabatten wie diese werden im Mai und im Oktober neu bepflanzt.

Neu gepflanzte Bäume und Sträucher werden auch ab und an bewässert. Sie leiden unter Trockenheit, weil sie noch kein grosses Wurzelwerk aufbauen konnten. „Man darf sie aber nicht zu sehr verwöhnen“, schmunzelt Willi, „sonst gewöhnen sie sich an den Luxus.“

Haben Sie sich auch schon über die grünen Säcke unter frisch gepflanzten Bäumen gewundert? Damit werden die frisch gepflanzten Bäume bewässert. Der Wassersack wird gefüllt und gibt das Wasser in den nächsten zwei Tagen langsam an den Boden ab. So wird effizient und effektiv bewässert.

Die mysteriösen grünen Säcke unter den Bäumen dienen der Bewässerung.

Wie sinnvoll ist Bewässerung im öffentlichen Bereich?

Wenn es trocken ist, ist auch das Wasser knapper. Da kann man sich schon fragen: Lohnt es sich, Grünflächen zu bewässern?

Bäume wie dieser sind wichtig, um die Stadt zu kühlen.

Pflanzen in der Stadt leiden schneller unter Trockenheit: Oft ist ihr Wurzelraum eingeschränkt. Das limitiert den Wasserspeicher im Boden und das Wurzelwachstum. Sie leiden auch unter der zusätzlichen Hitze durch Abstrahlung an geteerten und betonierten Flächen.

Gleichzeitig sind Grünräume in der Stadt die besten Klimaanlagen. Man sagt es nicht nur so: Der Schatten von Bäumen ist der Kühlste. Das liegt daran, dass an den Blättern immer ein bisschen Wasser verdunstet wird. Das entzieht der Umgebung Energie und kühlt sie – wenn wir schwitzen, passiert das Gleiche. Grünräume, seien es Bäume, Sträucher oder Staudenbeete, sind also wichtig für das Stadtklima. Sie können auch weitere Funktionen erfüllen, beispielsweise einen Lebensraum bieten und damit zur Biodiversität beitragen, oder sie sind einfach schön anzusehen.

Begrünung ist aber nicht gleich Begrünung: Bäume kühlen besser als Rasenflächen und Staudenbeete bieten wesentlich mehr Lebensraum wie Wechselflorrabatten. Langfristig muss man sich also fragen, welche Formen von Begrünung Sinn machen. Was ist Ihre Meinung?

 

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