Food Waste – Drei Mahlzeiten und ein Todesfall

Food Waste – Drei Mahlzeiten und ein Todesfall

Wussten Sie, dass wir allein in der Schweiz jedes Jahr 2.6 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwenden? Das heisst bei unserem täglichen Bedarf an Frühstück, Zmittag und Znacht landet fast eine ganze Mahlzeit im Abfall. Und das für jede und jeden der 8.4 Millionen Einwohner*innen.

Der Verein foodwaste.ch unterscheidet dabei zwischen Food Losses und Food Waste. Food Losses sind Lebensmittel die bei Produktion und Transport verloren gehen und gar nie bei Konsumierenden ankommen. Dies beinhaltet zum Beispiel: auf dem Feld aussortierte, unförmige Gemüse oder Früchte, Abfälle aus Überproduktion oder Transportverluste. Bei Food Waste handelt es sich hingegen um Lebensmittel die wir im Konsum verschwenden. Sei dies weil wir zu viel eingekauft haben, nicht aufessen oder Reste entsorgen anstatt sie wiederzuverwerten. Nicht essbare Teile, wie Rüstabfälle, Knochen oder Käserinde zählen nicht dazu.
Laut den Auswertungen von 2014 gehen in der Schweiz rund ein Drittel aller produzierten und noch geniessbaren Lebensmittel verloren. Dies entsprach damals 2,3 Millionen Tonnen, wovon fast die Hälfte (45%) allein im Haushalt entstand. In der gesamten Warenkette vom Feld zum Teller verzeichnen dabei Frischgemüse mit 63% die höchsten Verluste. Gefolgt von Kartoffeln mit 61% und Brot mit 56%.
Wie die neusten Zahlen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zeigen, ist die Menge an Lebensmittelverlusten seit dieser Erhebung angestiegen und erreichte letztes Jahr 2.6 Millionen Tonnen. Davon wären immerhin zwei Drittel vermeidbar, schreibt das BAFU. Es handle sich dabei  jährlich um 190kg geniessbare Lebensmittel pro Person.

Was tut die Schweiz?

2015 hat die Schweiz die UN-Agenda 2030 verabschiedet und sich eine nachhaltige Entwicklung zum Ziel gesetzt. Dieses Ziel strebt unter anderem an, die „Nahrungsmittelverluste pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entstehenden Nahrungsmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferkette zu verringern (Ziel 12.3).“ Während der Bund einen Aktionsplan umsetzt, sind auch wir alle gefordert Massnahmen zu ergreifen. Denn insgesamt macht unsere Ernährung in der Schweiz einen Anteil von 28% der Gesamtumweltbelastung aus. Werden Lebensmittel vor Ende ihrer Lebenszeit nicht verwendet oder weggeworfen, entstehen damit nicht nur vermeidbare Emissionen und Energieverluste, sondern auch hohe unnötige Kosten. Wenn es um die Verhinderung von Lebensmittelabfällen geht, setzt das BAFU die höchste Priorität auf Lebensmittel mit der grössten Umweltbelastung: Fleisch, Kakao und Kaffee, Butter, Käse, und viele andere, leider sehr beliebte Lebensmittel. Die vollständige Liste sehen Sie in dieser Tabelle:

Was können wir tun?

Es gibt viele Möglichkeiten an diversen Orten anzusetzen: So können vom Feld bis zum Teller alle bei ihren jeweiligen Abfällen neue Strategien zur Vermeidung anwenden. In Baden hat zum Beispiel die Restessbar die Aufgabe übernommen, Essensreste im Detailhandel einzusammeln und umzuverteilen, bevor sie weggeworfen werden. Ebenso können Konsumierende achtsamer sein in der Auswahl ihrer Produkte und gezielter Einkaufen. Hierbei empfiehlt der Verein foodwaste.ch unter anderem erst einzukaufen, wenn der Kühlschrank leer ist, eine Einkaufsliste zu benutzen und Zuhause der Nase anstatt dem Haltbarkeitsdatum zu vertrauen.

 

"Taste the Waste" Koch-Aktion und "Foodwaste? Aftertaste!" Podium

Zusätzlich können wir lernen auch Teile unserer Lebensmittel zu verwerten, die vielleicht bereits ungeniessbar erscheinen. Dazu findet am 14. August eine Koch-Aktion mit solchen, vermeintlich verwerflichen Lebensmitteln mit anschliessender Podiumsdiskussion auf dem Triebguet in Baden statt. Schauen Sie vorbei und geniessen Sie einen interaktiven und informativen Abend rund ums Thema Food Waste.

Badener Umweltpreis 2019

Die Stadt Baden vergibt dieses Jahr einen Preis im Gesamtwert von 6000 CHF für Ihre nachhaltige Idee! Sie haben bereits einen Ansatz um Food Waste zu verringern oder gar ein Projekt um Baden nachhaltiger zu gestalten? Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und bewerben Sie sich bis 30. September für den Badener Umweltpreis 2019.

Bild: Maria Teneva auf unsplash.com

Bäume sind wichtig fürs Stadtklima – unter diesen Badener Stadtbäumen lässt sich ein Hitzesommer aushalten

Bäume sind wichtig fürs Stadtklima – unter diesen Badener Stadtbäumen lässt sich ein Hitzesommer aushalten

Stadtbäume prägen unsere Quartiere und tragen zu einem guten Stadtklima bei. Sie sind Schattenspender, Klimaanlage, Staubfilter, Lebensraum und Wohlfühlort in einem. Was uns Bäume bedeuten? Wir lassen uns einmal in den Schatten stellen.

An heissen Sommertagen sind sie unsere Rettung: schöne, alte Bäume. Unter ihnen finden wir, was wir brauchen: schattige Kühle, frische Luft, Wohlbefinden und Inspiration.

Allein schon mit ihrem erholsamen Schatten und der erfrischenden Transpirationskühle sorgen Bäume für ein gutes Stadtklima. Etwa 3 -6 °C kühler kann die Temperatur unter einem alten Baum im Vergleich zum heissen Asphalt nebendran sein. Wie eine Klimaanlage wirkt die kühlende Verdunstung über das Blattwerk. Für diesen Verdunstungsvorgang, bei dem der Umgebung Energie entzogen wird (Kühleffekt), kann ein Baum bis zu 500 Liter Wasser täglich verbrauchen. Gut durchatmen lässt es sich unter einem Baum auch. Bäume filtern mit ihrem Blattwerk bis zu 70 % des Feinstaubs und andere Schadstoffe aus der Luft und sorgen damit für eine gute Luftqualität. Zudem produzieren Bäume Sauerstoff: Etwa 10 -13 kg pro Tag bildet ein grosser Baum. Diese Menge reicht für die Sauerstoffversorgung von über 10 Personen am Tag.
Unser Gefühlt täuscht uns also nicht: Stadtbäume leisten Grosses für unsere physische Gesundheit. Auch für die psychische Gesundheit, wie Umweltpsychologische Studien zeigen. Naturnahe Grünflächen und Bäume können Konzentrationsfähigkeit, Stressresistenz, Wohlbefinden und Kreativität fördern.
Also: AB NACH DRAUSSEN! Geniessen wir den Sommer unter diesen Badener Stadtbäumen:

Aufruf: Melden Sie uns ihre Lieblingsbäume in Baden und Region, ganz gleich ob im Park, am Waldrand, Limmatufer oder in Ihrem Garten. Wir sind gespannt!

Bei all der Wohlfahrtswirkung von Stadtbäumen ist eigentlich unverständlich, dass vor allem Bäume in unseren Städten massiv unter Druck stehen. Sie werden im Siedlungs- und Strassenraum nicht selten zur Mangelware. Die Innenverdichtung – mit umfangreichen Unterbauten (Tiefgaragen) – führt dazu, dass auf den Parzellen immer weniger Raum bleibt, in dem Grünflächen entstehen oder gar Bäume gepflanzt werden könnten. Und auch der Verkehrsinfrastruktur fällt immer wieder der Baumbestand zum Opfer. Dabei wäre gerade dieses Mehr an Grün wichtig, um die Biodiversität im Siedlungsraum zu fördern und den Hitzebelastungen der Klimaerwärmung zu begegnen. Die verbleibenden Grünflächen so zu gestalten, dass sie einen Beitrag zur Biodiversität und Klimaanpassung in unseren Städte leisten, ist mit Blick auf diese beiden enorme Herausforderungen (Biodiversitätsverlust und Klimaerwärmung) zukunftsweisend. Und dafür zählt jede noch so kleine Fläche – im öffentlichen Grünraum, wie in den Privatgärten. Es zählen unversiegelt Plätze und Einfahrten, die Umwandlung von Schottergärten, es zählen Dach- und Fassadenbegrünungen und es zählen vor allem hochwertige Grünflächen mit Bäumen. Alte Bäume zu erhalten und neue zu pflanzen, ist eine der Massnahmen, um mehr „grüne Infrastruktur“ in den Städten zu fördern. In Kombination mit der Förderung von Brunnen und geöffneten Bächen, also „blauer Infrastruktur“ entspricht dies dem Credo des BAFUs und von Energiestadt Schweiz. Beide fordern mehr grüne und blaue Infrastruktur in den Städten, um den negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken.

Wenn alte Bäume fehlten, könnten wir uns an heissen Sommertagen nicht unter ihr rettendes Kronendach legen und in ihrem Schatten die kühle, frische Luft geniessen. Ein alter Baumbestand in unseren Städten ist wichtig, auch für die Identität in unseren Quartieren, denn noch etwas macht alte Bäume aus: sie sind Zeitzeugen.
Alte Bäume überdauern oft ein Menschenleben und nicht selten sogar mehrere Generationen. Sie bilden ein Kontinuum – stehen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Alte Bäume stammen aus einer Zeit, die anders war, als die heutige. Und sie werden – so man diese Bäume lässt – noch dort stehen, wenn diejenigen, die heute in ihrem Schatten sitzen, schon gegangen sind. Bäume weisen somit in die Zukunft und sind Vermächtnis zugleich. Wer heute einen Baum pflanzt, tut dies auch für zukünftige Generationen. Für ein zukünftig gutes Stadtklima und eine hohe Lebensqualität. What a gift!

Während den Umweltwochen 2018 „Stadt macht Klima“ wies der NAVO Baden/Ennetbaden auf den Wert von Stadtbäumen hin.

Herr René Saurenmann (Bereichsleiter des Badener Terrassenbades) hat uns Fotos von seinen Lieblingsbäumen zugesendet.
Ein Schwimmbadbesuch im Terrassenbad wird unter diesen beeindruckenden Bäumen wirklich zum Genuss.

Senden auch Sie uns ein Foto von Ihren Lieblingsbäume in Baden und Region!

Bilder: René Saurenmann

Badener Brunnen: warum die damals so wichtigen Wasserspender wieder zunehmend an Bedeutung gewinnen

Badener Brunnen: warum die damals so wichtigen Wasserspender wieder zunehmend an Bedeutung gewinnen

Viele Badener Brunnen, wie zum Beispiel der Cordulabrunnen, haben eine lange Geschichte. Bis zum Bau von Leitungen in die Häuser, schöpfte die Bevölkerung Jahrhunderte lang ihr Trinkwasser aus den Brunnen. Heutzutage gewinnen sie wieder vermehrt an Bedeutung. Denn durch den Klimawandel und die zunehmende Versiegelung der Strassen und Plätze wird es in den Städten immer heisser. Brunnen und andere Wasserflächen kühlen durch Verdunstung von Wasser die Luft und spielen somit eine wichtige Rolle fürs Stadtklima.

Ich bin unterwegs in der Stadt Baden. Es ist einer dieser heissen Sommertage. Ein leichtes Lüftchen weht, jedoch ist auch dieses warm und hilft nicht wirklich, mich zu erfrischen. Sehnsüchtig schaue ich mich nach einer Abkühlung um. Schön wäre es, die Hände in einen kühlen Brunnen zu tauchen und einen kühlen Schluck Wasser zu trinken. Glücklicherweise werde ich schnell fündig. In der Stadt Baden hat es nämlich sehr viele Brunnen – 41 um genau zu sein. Bei solchen Temperaturen frisches Brunnen- oder Leitungswasser zu trinken, ist sicherlich der beste Durstlöscher. Zudem ist es auch ökologisch und gesund. Warum das so ist, erfahren Sie in meinem Artikel über das Badener Trinkwasser.
Der Cordulabrunnen steht an der Oberen Gasse.

Der Cordulabrunnen: ein Badener Urgestein

Während ich vom kühlen Wasser trinke, fallen mir die eingemeisselten Jahreszahlen am Brunnen auf. 1750 steht auf dem Nebentrog, verziert mit dem Doppelwappen der Stadt Baden. Baden hat sich seither stark verändert, aber der alte Cordulabrunnen steht schon seit eh und je an der Oberen Gasse. Gerne möchte ich mehr über diesen Brunnen erfahren und forsche nach…
Offenbar wurde der Haupttrog des Cordulabrunnens 1820 ersetzt, nur der Nebentrog blieb erhalten. Der aus einem riesigen Muschelsandsteinklotz gefertigte Brunnen wurde seither mehrmals beschädigt und wieder geflickt. Ein mit dem Brunnen verbundener Handwerkerbrauch hat sich bis heute erhalten: Buchdruckerlehrlinge, die ihre Ausbildung abschliessen, werden in dem Cordulabrunnen gegautscht und so in die Buchdrucker-Gilde aufgenommen.
Der Nebentrog ist ein Überbleibsel des alten Brunnens aus dem 18. Jahrhundert.

Badener Brunnen als wichtige Wasserspender

Solche Brunnen, wie der in der Oberen Gasse, waren Jahrhunderte lang überlebenswichtig. Die Badener Bevölkerung schöpfte ihr Trink- und Nutzwasser aus den Stadtbrunnen und dem Stadtbach, welcher durch die Weite Gasse und die Rathausgasse floss. Im Falle eines Brandes wurde ebenfalls das Löschwasser aus den Stadtbrunnen und dem Stadtbach verwendet. Erst im Jahr 1854 bauten 15 Hauseigentümer, hauptsächlich Hoteliers und Gastwirte, Leitungen zu ihren Liegenschaften. Gegen einen Pachtzins konnten sie so Quellwasser von der Stadt beziehen. Sie waren die ersten Badener, die nicht mehr von den Stadtbrunnen und dem Stadtbach abhängig waren.

Wasserflächen sind natürliche Klimaanlagen

Städtische Brunnen gewinnen heute wieder vermehrt an Bedeutung. Die durchschnittliche Temperatur in dicht gebauten Städten ist etwa 0,5 bis 1,5 °C höher als im Umland. Deswegen spricht man von sogenannten städtische Wärmeinseln. Vermutlich sind verschiedene Ursachen für die starke Erwärmung in den Städten verantwortlich, wie die Versiegelung von Flächen. Dazu gehören zum Beispiel asphaltierte Strassen und Plätze, die Wärmespeicherung von Stein und Beton und die Abwärme aus Industrie und Wohnhäusern. Um das Klima in der Stadt zu verbessern und städtische Wärmeinseln zu vermeiden, sind mehr Grünflachen und weniger versiegelte Flächen wichtig. Aber auch Wasserflächen haben einen positiven Einfluss auf das Stadtklima. Denn wenn Wasser verdunstet, entzieht dies der Luft viel Wärme. Je grösser die Wasserfläche, desto mehr Wasser verdunstet, desto grösser ist die Verdunstungskühlung. Wasserflächen dienen sozusagen als natürliche Klimaanlagen.

Es liegt auf der Hand, dass die Limmat oder ein Weiher einen grösseren Kühleffekt haben als Brunnen. Mit der Klimaerwärmung steigt trotzdem ihre Bedeutung. Denn in Baden befinden sich viele Brunnen. Oft stehen sie an Orten, die sich wegen wenig Grün und viel Grau stark erhitzen. Durch einen Brunnen findet zumindest lokal eine Abkühlung statt. Ein weiterer Vorteil: Menschen und Tiere können sich abkühlen, indem sie die Füsse, Hände oder Pfoten in das kühle Nass tauchen.

Auf versiegelten Flächen kühlen Brunnen die Luft.
Beobachtungen, Meldungen und Fragen zur Badener Biodiversität

Beobachtungen, Meldungen und Fragen zur Badener Biodiversität

B. Fischer am 10.6.2019: „Unter der Eisenbahnbrücke über die Strasse nach Neuenhof gibt es Ameisenlöwen. Ihre Trichter (siehe Foto) sind zahlreich.“

Vielen Dank für diese interessante Meldung! Ameisenlöwen sind zwar keine echten Löwen, aber trotzdem gefrässige Raubtiere. Die circa 1cm grossen Larven verstecken sich zuunterst im Trichter. Wenn Beutetiere wie Ameisen den Trichter betreten, gerät der feinkörnige Sand ins Rutschen. Das alarmiert den Ameisenlöwe; sofort beginnt er, seine Beute mit Sand zu bewerfen. Rutscht sie ganz nach unten, ergreift er sie mit seinen Zangen, tötet sie durch ein starkes Gift und saugt sie aus. Die Verpuppung findet nach 2 Jahren statt. Das ausgewachsene Tier heisst Ameisenjungfer und gleicht einer Libelle. Es gehört aber zu den Netzflüglern; einer sehr alten Insektenordnung, von der auch die Käfer abstammen. Die adulten Tiere leben räuberisch von kleinen Insekten. Zu beobachten sind sie am ehesten in der Nähe der Sandtrichter, wo sie in den Sträuchern sitzen. Mit einer Spannweite von 5 bis 6 cm sind sie recht gross, aber trotzdem nicht ganz einfach zu entdecken. Der staubige, regengeschützte Sandplatz unter der SBB-Brücke zwischen Neuenhofer- und Zürcherstrasse ist ideal für eine zünftige Ameisenlöwen-Kolonie. Ein Besuch (mit dem Velo 2 Minuten ab Schlossbergplatz) lohnt sich!

Fotos (oben): Trichter Stadtökologie, Ameisenlöwe Wikicommons/Amada44, Ameisenjungfer Wikicommons/NobbiP

S. Egger am 10.6.2019: „Diese Raupe (Bild oben) hat meine Katze angeschleppt. Wie heisst sie? Ist sie giftig?“

Das ist die Raupe des Weidenbohrers (Cossus cossus). Sie wird bis zu 10cm lang und lebt im Holz von Salweiden, anderen Weiden, Birke, Erle, Birn- und Apfelbaum. Sie ist recht häufig, auch in Gärten und Parks. Sehr typisch ist ihr Geruch nach Essig. Die Eier werden meistens auf kränkelnden Bäumen abgelegt. Zuerst frisst die Raupe Rinde, später arbeitet sie sich immer tiefer ins Holz. Die Frassgänge sind oval und bis zu 2cm breit. Nach 2 bis 4 Jahren verpuppt sie sich im Holz oder im Boden. Schliesslich schlüpft ein graubraun gezeichneter, grosser Nachtfalter. Mit einer Spannweite von bis zu 8cm gehört er zu den grössten einheimischen Schmetterlingen.

Giftig ist die Weidenbohrer-Raupe nicht. Sie gilt aber als wehrhaft und kann einen mit ihren Mundwerkzeugen kräftig zwicken.

Abfalltrennung in Baden: ein Überblick

Abfalltrennung in Baden: ein Überblick

Badenerinnen und Badener trennen ihren Abfall fleissig. Für viele Abfälle gibt es eine gut funktionierende separate Entsorgung. Für andere gibt es keine getrennte Verwertung; diese gehören in den grauen Badener Kerichtsack. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie das Badener Abfalltrenn-System funktioniert, und warum Plastikverpackungen in Baden nicht separat gesammelt werden.

Es gibt einen Haufen Dinge, die wir im Alltag aber auch übers Jahr verteilt entsorgen müssen. Da wir dabei selten den Überblick haben, versendet der Werkhof der Stadt Baden jährlich einen Kalender mit den Einzelheiten zu diversen Entsorgungsarten und den Daten, wann, was, in welchem Quartier eingesammelt wird. Der Kalender lässt keine Frage offen, vom Auspuff übers Grossvieh bis zur Ökowindel – für alles ist darin der korrekte Entsorgungsweg aufgelistet.

Ebenso können wir einiges in Sammelstellen bringen und so aktiv Ordnung schaffen. So zum Beispiel bei Glas, Dosen und Alu.

Der Mythos, das sorgfältig nach Farben getrennte Glas werde bei der Einsammlung in der Ladefläche des Lastwagens wieder durchmischt, stimmt nicht. Unsere Farben-Trennung bleibt bis zum Ende bestehen, sowohl im Transport, der Verwertungsanlage, wie auch der Verrechnung der unterschiedlichen Glasarten.

Dosen und Alu müssen wir nicht trennen, dies passiert in der Verwertungsanlage nach dem Prinzip: Magnetisches vs. Nicht-Magnetisches.

Kerichtsäcke und Kompostkübel stellen wir einmal die Woche vor die Haustür. Gut zu wissen dabei: in den Kompostkübel darf so ziemlich alles organische Material, also auch Speisereste und langsam Abbaubares wie Eierschalen, Orangenschalen, Katzensand, Knochen oder die abbaubaren Bioabfall-Säcke (wobei letztere nicht gern gesehen werden). Der Werkhof bringt die eingesammelten organischen Abfälle in die Kompogasanlage nach Otelfingen. Bei der Vergärung entsteht aus dem Bioabfall methanhaltiges Biogas und Gärgut. Das Biogas dient der Strom- und Wärmeproduktion oder wird ins Gasnetz gespiesen.  Das Gärgut gelangt als Dünger zurück in die Landwirtschaft.

Grünabfälle oder Essenreste, die im Kehrichtsack landen, sind darum schlecht genutzte Energie, weil sie aus dem Verwertungskreislauf fallen.

Die Kompogas-Anlage in Otelfingen. Foto: Axpo Kompogas AG

PET, Kunstoffflaschen, wie die der Milch, Shampoo, Wäschemittel, etc., sowie Batterien, Filterkartuschen, Glühbirnen und CD’s  können wir bei den Grossverteilern entsorgen.

Wenn wir nun fleissig alles getrennt haben, bleiben dennoch diverse Kunststoff-Verpackungen übrig. Dafür gibt es aus Sicht des Werkhofs und der Stadtökologie noch keine überzeugende Lösung für eine nachhaltige Separat-Sammlung. Weil in der Schweiz ausser für PET praktisch keine Wiederverwertungs-Anlagen bestehen, werden Plastik-Separatsammlungen meistens nach Deutschland exportiert, und von dort oft weiter Richtung Asien. Die Stadt Baden verfolgt die Entwicklung des Marktes auf dem Gebiet der Plastik-Wiederverwertung jedoch aufmerksam.

Für Plastik am nachhaltigsten: Abfälle wenn möglich vermeiden

Hartnäckige Abfallvermeider*innen lassen aus ihrer Sicht überflüssige Verpackungen im Laden zurück. Oder sie bitten den Metzger, das Fleisch oder den Fisch ins mitgebrachte Tupperware zu packen. Wenn die Händler das Signal solcher Aktionen verstehen und daraus lernen, verbessern sie eventuell ihre Warenketten. Auch beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt oder in Unverpackt-Läden fällt weniger Verpackungs-Müll an.

Übrigens: Wie die Stadtökologie auf der Litfasssäule der Umweltwochen 2019 illustriert, füllt die Stadt Baden jährlich so viele Kerichtsäcke, dass sie aneinandergereiht bis nach Aarau führen.

Und: Zurzeit findet auf dem Schlossbergplatz auch die Aktion Littering ist nicht Lit! statt. Gehen Sie vorbei und schauen Sie sich die am Wochenende gesammelten Abfälle aus der Stadt an. Einfach nicht zu tief einatmen!

Inspirationen zum Vermeiden von Müll finden Sie im Artikel Zero Waste – Wenn weniger mehr ist!

Lokal, ökologisch und gesund: warum Badener Trinkwasser unschlagbar ist

Lokal, ökologisch und gesund: warum Badener Trinkwasser unschlagbar ist

Wir haben die Qual der Wahl beim Kauf von Mineralwasser. Das Eine soll und jung und vital machen, das Zweite sorgt für eine natürliche Balance und das Dritte gibt Kraft, um Berge zu sprengen. Doch ist Mineralwasser aus Flaschen wirklich gesünder und besser als unser Leitungswasser?

Die Stiftung Konsumentenschutz hat Leitungswasser mit Mineralwasser verschiedener Marken verglichen. Mehr als die Hälfte der Mineralwasser enthält kaum mehr wertvolle Mineralien als Leitungswasser. Zudem schmeckt Schweizer Leitungswasser so gut, dass es geschmacklich praktisch nicht vom stillen Mineralwasser aus der Flasche zu unterscheiden ist. Dies haben diverse Geschmackstests gezeigt.

Leitungswasser ökologisch besser als Flaschenwasser

Mir persönlich schmeckt Leitungswasser gut. Aber was gut schmeckt und was nicht, ist schlussendlich Geschmackssache und schwierig messbar. Eindeutig messen lassen sich jedoch ökologische Werte. Denn Mineralwasser aus der Flasche belastet die Umwelt 100-mal mehr als Leitungswasser. Dies zeigte eine Studie im Auftrag des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW). In der Untersuchung wurde Leitungswasser, Mineralwasser und andere Getränke untersucht und deren Ökobilanz miteinander verglichen. Dabei wurde der gesamte Zyklus von der Wasserförderung bis zum Konsum untersucht. Bei Schweizer Mineralwasser fällt die Verpackung am meisten ins Gewicht. Die Produktion der PET-Flaschen benötigt allein in der Schweiz eine halbe Million Tonnen Erdöl pro Jahr. Wer deswegen lieber Mineralwasser aus Mehrweg-Glasflaschen kauft, ist leider nicht nachhaltiger unterwegs. Denn die Produktion von Glasflaschen ist sehr energieintensiv und der Erdölverbrauch beim Transport ist aufgrund des Gewichts der Flaschen höher.

Beim aus dem Ausland importierten Mineralwasser sieht die Ökobilanz noch schlimmer aus: Bis ein Liter Mineralwasser aus der EU bei den Konsumentinnen und Konsumenten auf dem Tisch steht, werden 3,1 dl Erdöl verbraucht. Zum Vergleich für Leitungswasser sind es nur 0,003 dl, also rund 1000-mal weniger. Der Grund für den hohen Erdölverbrauch liegt vor allem an den langen Transportwegen, welche meist mit Lastwagen oder Güterzügen geschehen. Nichtsdestotrotz ist importiertes Mineralwasser bei uns hoch im Kurs und macht mit 415 Millionen Litern pro Jahr die Hälfte des schweizerischen Gesamtverbrauchs aus.

Kurz gesagt, für die Umwelt ist es ganz klar besser, Leitungswasser zu trinken. Wer gerne Mineralwasser mit Kohlensäure trinkt, sollte besser das Leitungswasser mit Kohlensäure anreichern. Das geht ganz einfach mit einem Sprudel-System. Generell gilt, je grösser der Transportweg, desto schlechter die Ökobilanz. Wer nicht auf Mineralwasser aus der Flasche verzichten kann, soll deshalb besser ein regionales Produkt wählen.

Badener Wasser

Ein verbreitetes Argument für den Konsum von Mineralwasser ist der hoher Anteil an Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium. Die drei Mineralstoffe sind wichtig für den Knochenaufbau und die Funktion von Zellen, Nerven und Muskeln. Täglich müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden. Eine gute Quelle von Mineralstoffe ist Mineralwasser. Wenn man aber die Inhaltsstoffe des Badener Leistungswasser mit bekannten Mineralwassermarken vergleicht, fällt auf, dass unser Leitungswasser erstaunlich viele Mineralstoffe enthält und gar nicht so viel schlechter abschneidet als Mineralwasser aus der Flasche. Zum Vergleich: Henniez als eines der beliebtesten Schweizer Mineralwasser hat einen Kalziumgehalt von 104 mg/l. Das Grundwasser in Baden, woraus 60% des Badener Leistungswasser gewonnen wird, enthält 92 mg/l. Das Grundwasser in Ennetbaden enthält sogar 99 mg/l Kalzium. Wenn man sich die Magnesiumwerte anschaut, lohnt es sich noch weniger, Mineralwasser zu kaufen. Denn das Badener und Ennetbadener Grundwasser sind mit 19 bzw. 20 mg/l genauso reich an Magnesium wie das Flaschenwasser von Henniez (19,6 mg/l). Auch beim Kaliumgehalt kann Henniez nicht punkten. Das Markenwasser enthält 2,2 mg/l Kalium genau so viel wie das Grundwasser in Baden. Das Grundwasser in Ennetbaden hat mit 2,7 mg/l sogar einen höheren Kaliumgehalt als Henniez.

Wasser aus der Leitung hat noch weitere Vorteile. Laut SVGW ist Leitungswasser das am besten kontrollierte Lebensmittel der Schweiz. Diese Kontrollen sichern seinen hohen Standard. Es kostet nur 0,175 Rappen pro Liter und ist somit das günstigste Getränk überhaupt. Zudem wird das Leitungswasser zu jeder Uhrzeit frisch nach Hause geliefert, mühsames Schleppen erübrigt sich.

Pimp your water

Wem pures Leitungswasser zu langweilig ist, kann Wasser ganz einfach aufpeppen. Neben selbst gemachtem Sirup oder Eistee mag ich Infused Water. Dafür legt man Kräuter, Beeren, Früchte etc. in reines oder mit Kohlensäure angereichertes Wasser ein, lässt dieses für etwa 4 Stunden ziehen und kann danach ein herrlich frisches, gesundes und ökologisches Getränk geniessen. Ein weiterer Vorteil, das Getränk mit Zusatz von Kräuter, Früchten und Beeren ist ein echter Hingucker. Probieren Sie es einfach aus.

 

Eine meiner Lieblingskreationen ist das Brennnesselwasser mit Walderdbeeren und Gänseblümchen. Der frische, krautige Geschmack der Brennnessel mit der Süsse der Erdbeeren und der Blüten ergibt eine spannende Kombination. Zudem sind die verwendeten Zutaten sehr gesund. Brennnesselblätter sind blutreinigend und entschlackend, die Früchte der Walderdbeere wirken anregend und haben eine positive Wirkung auf Galle und Leber. Gänseblümchen wirken entzündungshemmend und appetitanregend.

Zutaten für 1 Liter Brennnesselwasser:

  • 1 Liter frisches Leitungswasser (Ich habe das Wasser mit Kohlensäure angereichert.)
  •  4-6 möglichst junge Stängel Brennnesseln (Die obersten 3-4 Blattpaare schmecken am besten.)
  • eine Hand voll Walderdbeeren
  • eine Hand voll Blüten von Gänseblümchen