Es lohnt sich in den kommenden Tagen über den Kirchenplatz in Baden zu schlendern und an der Mauer bei der Kapuzinerstiege genauer hinzuschauen. Sie werden dort dem Efeu begegnen, für viele eine unscheinbare Pflanze, welche jedoch einige faszinierende Eigenschaften aufweist.
Ist Ihnen aufgefallen, dass der Efeu zwei unterschiedliche Blattformen besitzt? Wussten Sie, dass er erst nach 7 bis 10 Jahren zum ersten Mal blüht? Tauchen wir ein in die faszinierende Welt des Efeus.

Hedera helix – Gemeiner Efeu

Die immergrüne Kletterpflanze spielt bei uns eine wichtige ökologische Rolle. Aufgrund der späten Blüte im Herbst, sorgt Sie weiterhin für Nahrung für Bienen, Käfer und weiteren Insekten. Normalerweise kann der Efeu ab September bis in den November hinein blühen. Besonders beliebt ist der Efeu bei der Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae), eine Wildbiene welche in Mitteleuropa noch als letzte im Jahr aktiv ist.

Nahaufnahme einer Efeu Sandbiene, die auf den gelb-grünen Blüten eines blühenden Efeus sitzt und Pollen sammelt. Der Hintergrund ist dunkelgrün und unscharf.
Die Efeu-Seidenbiene auf einer Efeublüte. Foto: Daniela Roth

Zwei unterschiedliche Blattformen

Jeder Mensch hat, ob in der Natur oder im Dekoladen, sicher schon einmal Efeu gesehen. Die drei- bis fünflappigen Blätter sind sehr charakteristisch für die Kletterpflanze, jedoch nur bei den Jungpflanzen. Nach 7 bis 10 Jahren bilden sich Blütentriebe mit rundlichen Blättern.

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Blätterform der Jungpflanzen Foto: Daniela Roth
Efeublätter
Blätterform der Blütentriebe Foto: Daniela Roth

Gefahr für Bäume? Einsturzgefahr?

Die wachsende Efeupflanze klettert gerne Bäumen und Mauern hoch und kann sich dank ihren Haftwurzeln gut festhalten. Der Efeu nutzt den Baum oder die Mauer als Stütze und zapft nicht sein Wasser oder Nährstoffleitungen an, wie es Schmarotzerpflanzen tun. Normalerweise kann Efeu bis 20 m hochwachsen, stellt also für grosse und starke Waldbäume meist keine Gefahr dar. Natürlich kann er kleinere Bäume überwachsen oder auch bei geschwächten Exemplaren durch das Zusatzgewicht Probleme bereiten.

Dasselbe gilt bei Mauern, nicht jede Hauswand oder Mauer ist für einen üppigen Efeubewuchs geeignet. Ist jedoch eine Fassadenbegrünung möglich, kann durch den dichten Bewuchs besonders im Sommer etwas gegen die Hitze unternommen werden.

Die Blätter beschatten die Gebäudeoberfläche und kühlen durch die Verdunstung von Wasser die Umgebungsluft. Dieser Prozess, die sogenannte Evapotranspiration, trägt zur Verbesserung des Stadtklimas bei.

Sollten Sie also eine geeignete Fläche haben, lohnt es sich Efeu anzupflanzen. 

Wohnraum und Nahrung im Winter

Anders als viele Pflanzen verliert er im Winter also nicht einfach seine Blätter. Dadurch bleibt er auch in der kalten Jahreszeit grün und bietet Tieren Schutz.

Die blauschwarzen Beerenfrüchte bilden sich im Winter und werden von unseren heimischen Vogelarten noch so gerne verspeist. 

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Efeu (Hedera helix) mit Früchten . Foto: Entomologie/Botanik, ETH Zürich / Fotograf: Albert Krebs

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