Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung. Seine Auswirkungen sind jedoch längst auch auf lokaler Ebene spürbar. Hitzetage nehmen zu, Trockenperioden werden häufiger und die Anforderungen an eine widerstandsfähige Stadtentwicklung steigen. Die Stadt Baden verfolgt deshalb ein klares Ziel: Bis spätestens 2050 sollen die Treibhausgasemissionen auf Netto-Null reduziert werden. In der Wärmeversorgung soll dieses Ziel sogar bereits bis 2045 erreicht werden. Für die Stadtverwaltung gilt Netto-Null schon ab 2040. 

Dass Baden auf dem richtigen Weg ist, zeigen die bisherigen Fortschritte. Seit 2013 konnten die energiebedingten Treibhausgasemissionen pro Person um rund 38 Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig ging der Primärenergieverbrauch pro Kopf um gut 41 Prozent zurück. Damit wurden die für 2026 gesetzten Zwischenziele bereits nahezu erreicht oder sogar übertroffen.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass konsequentes Handeln wirkt. Öl- und Gasheizungen werden zunehmend durch Fernwärme oder Wärmepumpen ersetzt. Auch im Verkehr sinken die Emissionen dank effizienterer Fahrzeuge und der zunehmenden Elektrifizierung.

CO2-Emissionen pro Kopf, Stadt Baden

Neue Strategie mit klaren Zwischenzielen

Mit der neuen Energie- und Klimastrategie 2036 setzt Baden den eingeschlagenen Weg fort und definiert verbindliche Ziele für die nächsten zehn Jahre. Bis 2036 sollen die energiebedingten Treibhausgasemissionen pro Person gegenüber 2013 um 75 Prozent sinken. Gleichzeitig soll der Anteil erneuerbarer Energie und Abwärme auf 75 Prozent steigen. Der Primärenergieverbrauch pro Person soll um 63 Prozent reduziert werden.

Neu berücksichtigt die Strategie nicht nur die direkten Emissionen aus Energie und Verkehr. Auch sogenannte graue Emissionen rücken stärker in den Fokus. Diese entstehen beispielsweise bei der Herstellung, beim Transport und bei der Entsorgung von Produkten oder Baumaterialien. Obwohl sie oft ausserhalb der Stadtgrenzen verursacht werden, tragen sie wesentlich zum Klima-Fussabdruck bei.

Fünf Handlungsfelder für den Klimaschutz

Die Strategie konzentriert sich auf fünf zentrale Handlungsfelder: Wärme, Elektrizität, Mobilität, graue Emissionen und Kommunikation. Sie decken die wichtigsten Emissionsquellen sowie die Bereiche ab, in denen die Stadt Baden wirksam handeln kann.

Besonders wichtig ist die Wärmeversorgung. Fossile Heizungen sollen schrittweise durch erneuerbare Lösungen oder Abwärme ersetzt werden. Gleichzeitig werden die Fernwärme- und Fernkältenetze weiter ausgebaut. Die Energieplanung bildet dabei die Grundlage für die zukünftige Wärmeversorgung im Stadtgebiet und unterstützt die Umstellung auf erneuerbare Energien.

Handlungsfelder der Stadt Baden beim Klimaschutz

Auch beim Strom setzt Baden auf erneuerbare Energien. Der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Dächern, Fassaden und weiteren geeigneten Flächen soll konsequent vorangetrieben werden. Bis 2036 sollen jährlich mindestens 45 Gigawattstunden Strom aus neuen erneuerbaren Quellen erzeugt werden.

Im Bereich Mobilität stehen die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs, ein attraktiver öffentlicher Verkehr sowie der Umstieg auf emissionsarme Fahrzeuge im Zentrum. Der Anteil emissionsarmer Fahrzeuge soll bis 2036 auf 50 Prozent steigen.

Konkrete Schritte auf dem Weg zu Netto Null

Die Energie- und Klimastrategie bleibt nicht bei allgemeinen Zielsetzungen stehen. Zwölf Unterziele zeigen auf, wie der Klimaschutz in Baden konkret umgesetzt werden soll. Dazu gehören beispielsweise auch die Förderung energetischer Gebäudesanierungen, der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie die schrittweise Elektrifizierung der Busflotte.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den sogenannten grauen Emissionen. Die Stadt will nachhaltigen Konsum fördern, Food Waste reduzieren und die Kreislaufwirtschaft stärken. Bei Bauprojekten sollen der Erhalt bestehender Bausubstanz sowie die Wiederverwendung von Materialien vermehrt berücksichtigt werden. Auch bei Beschaffungen setzt die Stadt auf Langlebigkeit, Ressourcenschonung und nachhaltige Kriterien.
Die Stadtverwaltung geht dabei mit gutem Beispiel voran. So sollen die Gebäude der Einwohnergemeinde bis 2036 vollständig mit erneuerbarer Energie oder Abwärme beheizt werden. Auch bei Fahrzeugen verfolgt die Stadt eine klare Strategie: Wo technisch möglich, werden bei Neuanschaffungen ausschliesslich emissionsfreie Modelle eingesetzt.

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Technische Lösungen allein reichen nicht aus. Deshalb nimmt auch die Kommunikation einen wichtigen Platz ein. Die Bevölkerung, Unternehmen und Institutionen sollen aktiv in den Wandel einbezogen werden. Information, Beratung und Bildung schaffen die Grundlage dafür, dass Klimaschutz zu einer gemeinsamen Aufgabe wird.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Baden beim Klimaschutz Fortschritte erzielen kann. Mit der Energie- und Klimastrategie 2036 werden die nächsten Etappen festgelegt. Sie schafft Orientierung, formuliert konkrete Ziele und zeigt auf, wie die Stadt ihren Beitrag zu einer klimaneutralen Zukunft leisten will. Gemeinsam mit Bevölkerung, Wirtschaft und Institutionen soll Baden seinen Weg Richtung Netto-Null konsequent weitergehen.

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