Umweltblog

Wie aus einem Funken gekonnt ein Feuer entsteht

Die Ferienzeit lockt viele ins Ausland, aber auch in den wunderschönen Badener Wald. Egal ob Wanderung oder Ausflug in den Wald – was gibt es Besseres zum Zmittag als eine Wurst vom Feuer … oder eben doch das leckere Schlangenbrot? Dafür braucht es allerdings erst einmal ein Feuer – und wie ging das nochmals? Wir zeigen hier die wichtigsten Infos rund ums Bräteln im Wald.

Die Beine sind müde, der Magen knurrt. Angekommen am Rastplatz soll das Feuer meist innert kurzer Zeit fertig sein. Doch Achtung, bevor Sie loslegen, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.

Was gibt es zu beachten vor dem Feuern?

Insbesondere bei Hitzeperioden besteht die Gefahr eines Waldbrandes. Die meisten Waldbrände sind auf menschliche Ursachen zurückzuführen. Deshalb ist es besonders wichtig, einen vorsichtigen Umgang mit dem Feuer zu pflegen. Falls ein starker Wind bläst, sollte der Cervelat lieber roh verzehrt und kein Feuer gemacht werden. Bei starkem Wind kann einerseits die Glut verblasen werden, andererseits trocknet die Umgebung durch den Wind sehr schnell aus. Dies erhöht die Gefahr eines Waldbrandes stark. Damit auch ohne Wind keine Gefahr eines Waldbrandes entsteht, benutzen Sie eine bestehende Feuerstelle und achten Sie auf die nähere Umgebung. Im Umkreis von etwa drei bis fünf Metern sollte nichts Brennbares vorzufinden sein. Auch weitere Faktoren, wie die längerfristige Wetterlage, können zu einer erhöhten Waldbrandgefahr beitragen. Die Waldbrandgefahr wird in fünf Stufen eingeteilt. Wie diese zu Stande kommen und welche Massnahmen bei welcher Gefahrenstufe umgesetzt werden müssen, können Sie in unserem Blogartikel Waldbrand – die Gefahr in fünf Stufen nachlesen.

Die aktuelle Situation zur Waldbrandgefahr können Sie hier nachschauen.

Um das Risiko eines Brandes zu minimieren, ist es wichtig, eine geeignete Feuerstelle zu benutzen. Am besten informieren Sie sich bereits vor Ihrem Ausflug auf unserem Waldplan,  wo es in der Nähe eine offizielle Feuerstelle gibt. Diese werden vom Stadtforstamt unterhalten und dürfen jederzeit benutzt werden.

Link zum Waldplan

Im Sommer 2021 wurde die Feuerstelle bei der Hägelerhütte neu gebaut (Quelle: Stadtforstamt).

Die Feuerstelle beim Chänzeli auf dem Martinsberg (Quelle: Reinhard Lutz)

Was brauche ich für das Feuer?

Wenn dann die Wetterlage stimmt und die Feuerstelle gefunden ist, kann es endlich losgehen mit dem Anfeuern.

Holz

Für das Feuer benötigen Sie zunächst dünne und dicke Äste, die möglichst trocken sind. Der Badener Wald bietet Ihnen genügend Holz an. Herumliegendes Holz darf im Wald für das Feuer gesammelt werden. Machen Sie sich auf die Suche rund um die Feuerstelle und entdecken Sie den Wald mit anderen Augen. Da dieses Totholz vielen Tieren, Pflanzen und Pilzen einen Lebensraum bietet, sollte das Holz aber immer mit Mass gesammelt werden. Verboten ist das Absägen von Ästen oder das Beschädigen der Bäume. Frisches Holz eignet sich allerdings sowieso nicht zum Feuer machen – je dürrer und trockener das Holz, desto besser für das Feuer. Falls Sie auch zuhause ein Feuer machen möchten mit Holz aus dem Badener Wald, können Sie gerne gegen einen symbolischen Preis von zwei Franken beim Stadtforstamt Baden eine Leseholzbewilligung beziehen.

Zunder

Um das Feuer anzuzünden, benötigen Sie zudem noch Zunder – ein leicht brennbares Material. Natürliche Zunder wie Birkenrinde, Samen oder auch feine Holzspäne oder –äste finden Sie ebenfalls im Badener Wald. Damit die Birken nicht beschädigt werden und uns lange erhalten bleiben, sollten nur die abgefallenen Rindenstücke gesammelt werden. Es gibt aber auch unzählige künstlich hergestellte Zunder, die Sie auf Ihren Ausflug mitnehmen können. So eignen sich zum Beispiel Holzwolle oder in Wachs getränkte Tannenzapfen.

Birkenrinde eignet sich hervorragend als Zunder (Quelle: Stadtforstamt).

Brätelstecken

Brauchen Sie auch einen geeigneten Brätelstecken für Ihre Wurst? In der näheren Umgebung der Feuerstelle lässt sich bestimmt ein Ast auf dem Boden finden, den Sie zuspitzen können. Der Ast sollte genügend dick sein, dass er nicht abknickt, und nicht allzu trocken, damit er nicht direkt verbrennt.

Wie mache ich ein Feuer?

Beim Erstellen eines Feuers gibt es sehr viele verschiedene Herangehensweisen. So ist das Pyramidenfeuer weit verbreitet. Ein Feuerherz aus Zunder bildet das Zentrum, danach werden zuerst dünne, dann dickere Äste pyramidenförmig angeordnet. Altbewährtes ist jedoch nicht immer Bestbewährtes. Im Vergleich zum Pyramidenfeuer bietet das Upside-Down-Feuer viele Vorteile – es ist energieeffizienter und umweltfreundlicher. Bei dieser Methode verbrennt das Holz von oben nach unten – so wie bei einer Kerze. Die Verbrennung erfolgt dabei sehr kontrolliert und langsam. Entstehende Gase strömen durch die Flamme und brennen grösstenteils aus. Die Rauchentwicklung und der Schadstoffausstoss werden somit minimiert. Und zu guter Letzt: Das Feuer ist einfach zu erstellen und brennt schnell.

Upside-Down-Feuer

Um ein Upside-Down-Feuer zu erstellen, legen Sie für die erste Schicht zwei dickere Äste mit Abstand parallel nebeneinander. Dann legen Sie zwei weitere Äste quer darauf und fahren so fort. Achten Sie sich auf eine stabile Bauweise und genügend Platz im Inneren des Turmes, damit die Sauerstoffzufuhr gewährleistet ist. Zuletzt legen Sie Zunder und feinere Äste auf den Turm. Mit dem Anzünden des Anzündholzes entflammt der Turm und brennt von oben nach unten ab. Und schon lodern die Flammen und aus einem kleinen Fünklein ist ein wunderbares Feuer entstanden. Probieren Sie es aus – es lohnt sich!

Schritt-für-Schritt-Anleitung von links oben nach rechts unten für ein Upside-Down-Feuer (Quelle: Stadtforstamt)

Wie lösche ich ein Feuer?

Zuerst sollte der Brennstoff möglichst vollständig verbrannt werden. Lassen Sie also das Holz im Feuer verbrennen und geben Sie kein neues mehr dazu. Begiessen Sie im Anschluss die Feuerstelle mit Wasser, dies kühlt die noch heisse Stelle ab. Im Winter kann das Abkühlen auch durch das Abdecken mit Schnee geschehen. Optimalerweise wird schliesslich die Sauerstoffzufuhr unterbrochen mit dem Bedecken der Feuerstelle mit Schnee oder Sand. Dies ist jedoch praktisch nicht immer umsetzbar. Das Wichtigste ist beim Feuerlöschen, dass die Glut vollständig gelöscht ist beim Verlassen der Feuerstelle.

Gefeuert, gegessen, gelöscht? Dann kanns weitergehen mit Ihren Abenteuern im Badener Wald. Viel Spass bei Ihren Ausflügen und beim gekonnten Feuermachen.

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