Umweltblog

Greifvogel-Angriff im Badener Wald

Beim Stadtforstamt Baden wurde der Angriff eines Greifvogels im Wald oberhalb des Segelhofs gemeldet. In den Medien hört man immer mehr von solchen Attacken. Was hat es mit den Greifvogel-Attacken auf sich und wie kann man sich davor schützen?

„Beim ersten Mal sah ich ihn von vorne, Sturzflug auf mich zu, da konnte ich mich ducken, dann dreht er und attackierte nochmals und erwischt mich mit seinen Krallen am Kopf. Danach nahm ich einen «Stecken» und lief heimwärts….“

So schilderte eine attackierte Joggerin ihr Erlebnis im Badener Wald.

Meistens handelt es sich bei den angreifenden Vögeln um Mäusebussarde, selten um Rotmilane. Der Mäusebussard ist mit 20’000 bis 25’000 Brutpaaren die häufigste Greifvogelart der Schweiz. Der geschützte Vogel hat eine beachtliche Flügelspannweite von bis zu 130 cm.

Unterscheidungsmerkmale:

Bussard

Der Bussard hat breitere Flügel und einen massigeren Körper. Der relativ kurze Schwanz ist am Ende abgerundet.
 

Milan

Der Milan hat einen gegabelten Schwanz und eine schlankere Flügelform.
Die Angriffe ereignen sich hauptsächlich zwischen Mai und Juni. Denn dies ist die Ästlingsphase, ein Zeitraum, in dem die Jungtiere noch nicht voll flugfähig sind, bereits aber den schützenden Horst verlassen. Dabei begleiten die Elterntiere ihre Sprösslinge und versuchen sie, vor Feinden zu beschützen. Wenn sich nun ein Mensch dem Jungvogel nähert, sehen die Elterntiere in ihm eine Gefahr und versuchen, den vermeintlichen Feind durch Flugattacken zu vertreiben. Die Angriffe erfolgen meist von hinten und fast immer nur auf joggende Personen, wogegen Spaziergänger und Velofahrende in der Regel verschont bleiben.
Ein junger Mäusebussard im Horst (Author: H. Fischer, Quelle: https://commons.wikimedia.org)
Meistens bleibt es bei Scheinangriffen, wobei sich der imposante Vogel dem vermeintlichen Angreifer nähert, dann aber über ihn hinwegsegelt. In einzelnen Fällen setzt der Mäusebussard jedoch seine Krallen ein. Ernsthafte Verletzungen durch Mäusebussard-Angriffe sind glücklicherweise bislang nicht bekannt. Doch auch bei Kratzern sollte man sich vorsichtshalber gegen Starrkrampf (Tetanus) impfen lassen. Tollwut gibt es bei Vögeln nicht.
So schützen Sie sich vor Angriffen:

  • Am besten meiden Sie zwischen Mai und Juni die betroffenen Gebiete oder durchqueren diese nur im Schritttempo.
  • Falls Sie angegriffen werden, nehmen Sie einen Stock oder Ast und halten ihn in die Höhe. Mäusebussarde greifen immer den höchsten Punkt an.
Dass man in den Medien immer häufiger von Greifvogel-Angriffen hört, geht mit der steigenden Nutzung der Wälder für Erholung- und Freizeitaktivitäten einher. Der Lebensraum der Wildtiere wird immer enger. Dies führt zu Konflikten. Der Bestand der Mäusebussarde hingegen ist im Schweizer Mittelland seit längerem konstant geblieben.

Bildquellen, falls nicht angegeben: Pixabay.com

 

Teilen


Badener WaldGreifvogelangriffMäusebussard