Umweltblog

Holzproduktion – ein vitaler Wald für die Zukunft

Während in den Naturwaldreservaten kaum Eingriffe gemacht werden und kein Holz entnommen wird, werden andere Gebiete im Badener Wald zur Holzproduktion genutzt. Dabei stellen sich die grundlegenden Fragen: Wieviel Holz kann dem Wald entnommen werden und welche Baumarten sollen gefördert und geerntet werden, damit ein stabiler und vitaler Wald entsteht, der für die Zukunft gewappnet ist.

Eine gute Durchmischung schützt den Wald

Der Wald wird sich durch die Klimaerwärmung verändern. Temperaturanstiege, Trockenheit und vermehrte Extremereignisse, wie Sturm werden im Wald ihre Spuren hinterlassen. Auch Krankheiten wie die Eschenwelke werden vermehrt auftreten. Bäume jedoch wachsen langsam und brauchen Jahrzehnte, um sich zu entwickeln. Deswegen ist es wichtig, dass mit einer gut durchdachten Planung für den Waldbau, ein stabiler, widerstandsfähiger, vitaler und anpassungsfähiger Wald gefördert wird.

Der Betriebsplan ist das wichtigste Planungsinstrument für einen Forstbetrieb und dient als Arbeitsgrundlage für jeweils zwölf Jahre. Darin wird unter anderem festgelegt, welche Baumarten gefördert werden und mit welcher Zielsetzung die verschiedenen Waldgebiete bewirtschaftet werden. Grundsätzlich setzt das Stadtforstamt Baden auf eine gute Durchmischung vieler verschiedener, einheimischer Baumarten sowie auf Bäume verschiedenen Alters. Dadurch kann zum Beispiel das Risiko vermindert werden, dass eine Krankheit eine spezifische Baumart befällt und somit den ganzen Wald schwächt. Auch Baumarten, die stark auf Trockenheit oder Hitze reagieren, sind so weniger anfällig.

Nadelhölzer Laubhölzer 
Fichte20%Buche32%
Tanne10%Eiche7%
Föhre2%Ahorn7%
Lärche2%Esche11%
Rest2%Rest7%
Total36%Total64%
Aktuelle Waldzusammensetzung im Badener Wald

Artenreiche Wälder durch Naturverjüngung

Die Eiche ist ökonomisch sowie ökologisch eine interessante Baumart und wird im Badener Wald gezielt gefördert.

Den artenreichen Wald fördert das Stadtforstamt Baden vorwiegend mit Naturverjüngung und gezielten Pflegeeingriffen. Dabei werden natürlich gewachsene, vitale und stabile Jungbäume gefördert, indem andere Bäume im Umkreis entfernt werden. So wird dem jungen Baum Platz und Licht gegeben, um sich optimal zu entwickeln. Um eine gute Durchmischung zu erreichen, werden auf einer Waldfläche Jungbäume verschiedener, dem Standort entsprechenden Baumarten gefördert. Die Naturverjüngung hat den Vorteil, dass die von Natur aus gewachsenen Pflanzen meist kräftiger sind als gepflanzte und besser an die lokalen Begebenheiten angepasst sind.

Nur selten werden im Badener Wald Bäume gepflanzt. So werden zum Beispiel junge Eichen gepflanzt, um den Eichenanteil im Badener Wald zu erhöhen. Denn die Eiche kommt gut mit Trockenheit und Hitze zurecht. Darum wird angenommen, dass sie in Zukunft in unseren Wäldern eine wichtige Rolle spielen wird. Das harte, widerstandsfähige und robuste Holz der Eiche wird für viele Holzprodukte wie Weinfässer, Möbel, Küchen, Türen, Parkett und Treppen verwenden. Zudem ist die Eiche die mit Abstand wichtigste Baumart für die Tierwelt.

Naturnaher Waldbau

Ein naturnaher Waldbau bezeichnet eine möglichst naturschonende Waldbewirtschaftung und Holzproduktion. In Baden wird der Wald nach den Richtlinien des naturnahen Waldbaus bewirtschaftet, welche vom Bund und Kanton vorgeschrieben werden. Die davon abgeleiteten Grundsätze sind im Betriebsplan des Stadtforstamtes integriert:

1. Die Waldbewirtschaftung darf die Fruchtbarkeit des Bodens, beispielsweise durch eine hohe Druckbelastung durch schwere Fahrzeuge, nicht beeinträchtigen.

2. Der Wald soll sich möglichst natürlich verjüngen.

3. Die Durchmischung der Baumarten soll dem Standort entsprechen.

4. Der naturnahe Waldbau soll die Artenvielfalt im Wald erhalten und fördern.

Im Rahmen eines naturnahen Waldbaus ist jeder Forstbetrieb verpflichtet, eine Holzmenge festzulegen, die während eines Jahres geerntet werden darf. Diese Holzmenge nennt man Hiebsatz und wird im Betriebsplan festgehalten. Der Hiebsatz wird anhand der Grösse der Waldfläche, dem aktuellen Holzvorrat und der Abschätzung, wieviel der Wald im Zeitraum von einem Jahr nachwächst, berechnet. So stellt der Forstbetrieb sicher, dass nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit nicht mehr Holz geerntet wird, als wieder nachwächst.

Für eine nachhaltige Holznutzung sollte der Hiebsatz nicht überschritten werden.

Dank dem naturnahen Waldbau ist seit 2000 das Holz aus dem Badener Wald FSC und PEFC zertifiziert. Die beiden Label fördern eine umweltfreundliche, soziale und ökonomisch tragfähige Waldbewirtschaftung und setzen sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem unverzichtbaren Rohstoff Holz ein.

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