Am Bankweg in Turgi saniert die Stadt Baden eine Strasse und testet dabei erstmals regional produzierten Recycling-Asphalt. Der Belag wird vollständig mit Biogas hergestellt und enthält einen hohen Anteil an Recyclingmaterial aus dem Stadtgebiet Baden. So reduziert das Pilotprojekt CO₂-Emissionen und stärkt den regionalen Materialkreislauf.
Der neue Strassenbelag hat eine deutlich bessere CO₂-Bilanz als herkömmliche Beläge. Er wurde gemeinsam mit der Aarvia Gruppe entwickelt, die derzeit mehrere Tiefbauprojekte im Stadtgebiet von Baden umsetzt. Bei der Herstellung wird regionales Biogas statt fossiler Brennstoffe eingesetzt. Dadurch werden rund 21,2 Kilogramm CO₂ pro Tonne Asphalt eingespart. Bei diesem Projekt entspricht das einer CO₂-Reduktion von insgesamt rund vier Tonnen.
Aufnahmen von den Bauarbeiten zeigen den Aufbau der Strasse. Die Fundationsschicht und die Randabschlüsse sind gut erkennbar. 

Recycling-Asphalt

Beim Strassenbau kommen Asphaltmischungen mit einem hohen Recyclinganteil zum Einsatz. In der Tragschicht besteht der Belag zu mindestens 70 %, in der Deckschicht zu 30 % aus Recyclingmaterial. Dieses Material stammt aus rückgebauten Strassenbelägen aus dem Stadtgebiet Baden. Damit wird ein regionaler Materialkreislauf geschlossen.

Hergestellt wird der Asphalt in einer Aufbereitungsanlage in Mülligen, also in der Nähe. Die kurzen Transportwege helfen, zusätzliche Emissionen zu vermeiden. Trotz der ökologischen Vorteile ist der Belag nur leicht teurer als konventioneller Asphalt. Der Mehrpreis liegt bei rund 6 %.
Der Asphalt wird eingebaut und mit Walzen verdichtet. So entsteht ein stabiler und gleichmässiger Strassenbelag.

Warum ein Pilotprojekt

Das Projekt ist bewusst als kleines Pilotprojekt geplant. Ziel ist es, erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig soll gezeigt werden, dass ein klimafreundlicherer Strassenbau auch unter realen Bedingungen möglich ist. Dabei geht es darum, zu prüfen, ob diese Bauweise technisch funktioniert, wirtschaftlich sinnvoll ist und die geforderte Qualität erreicht. Die Erkenntnisse aus dem Projekt bilden die Grundlage für eine spätere, breitere Anwendung.

Wenn solche Projekte in Zukunft in grösserem Umfang umgesetzt werden, können mehrere hundert Tonnen CO₂ eingespart werden. Die Stadt Baden verfolgt dabei einen kontinuierlichen Verbesserungsansatz. Sie prüft laufend weitere Massnahmen und neue, innovative Ideen, um die Emissionen im kommunalen Tiefbau weiter zu reduzieren.
Die Bilder zeigen die neu erstellte Asphalttragschicht.

Ein Gastbeitrag vom Marcus-Cristian Schmidt, Bereich Tiefbau und öffentlicher Raum

Quelle Fotos: Marcus-Cristian Schmidt

Teilen