Umweltblog

Zerr- und Flaumeichen auf der Baldegg

Am Waldrand Langemarchstei werden bald Zerr- und Flaumeichen gepflanzt. Sie sind besonders trockenheitstolerant. Ziel ist es, erste Erfahrungen zu sammeln, wie sich die Baumarten bei uns entwickeln.

Bei einem Spaziergang oben auf der Baldegg, am Waldrand Langemarchstei entlang, ist den einen oder anderen wohl aufgefallen, dass ein Blätz Wald weichen musste. Alles ist bereit, dass hier bald ein spannender Praxisversuch starten kann.

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Auf der blau umrahmten Fläche werden bald Zerr- und Flaumeichen gepflanzt.

Anlass für das Experiment sind die durch den Klimawandel zunehmenden Trockenheitsperioden. Sie beeinflussen den Wald, denn verschiedene Baumarten ertragen Trockenheit verschieden gut. Gerade den bei uns häufigen Buchen und Fichten macht die Trockenheit zu schaffen. Über die Verlierer und Gewinner im Klimawandel haben wir im Umweltblog bereits berichtet. Eichen können im Vergleich mit anderen Baumarten besser mit Trockenheit umgehen.

 

Im Badener Praxisversuch werden nun Zerr- und Flaumeichen gepflanzt. Diese beiden Eichenarten kommen besonders gut mit Trockenheit zurecht. Es gibt aber noch kaum Erfahrungen, wie die Baumarten bei uns wachsen. Im Hinblick auf den Klimawandel möchten wir erste Erfahrungen mit diesen beiden Baumarten sammeln. Es wird spannend, ihre Entwicklung zu beobachten.

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Die Flaumeiche hat flaumige Blätter (Bild: Dimìtar Nàydenov, wikimedia commons).

Die Flaumeiche

Die Flaumeiche erkennen Sie an ihren flaumigen Blättern und Trieben. Sie bildet oft mehrere Stämme und wird auf natürlichen Standorten nicht sehr hoch. Da sie nicht konkurrenzstark ist, kommt sie natürlicherweise nur auf sehr trockenen Standorten vor. Dort ist es anderen Baumarten zu trocken. In der Schweiz kommt sie im Wallis und auf den Jura-Höhenzügen vor. Auch auf der Lägern ist sie zu finden. Bei ihr wird es spannend, zu beobachten, wie sie sich auf weniger extremen Standorten entwickelt.

Die Zerreiche

Die Zerreiche erkennen Sie am stumpf gezackten Blattrand und den fransigen Fruchtbechern. Sie kommt vor allem im mediterranen Raum vor, wächst aber auch im südlichen Tessin. Obwohl sie einheimisch ist, ist die Zerreiche bei uns auf der Alpennordseite gebietsfremd. Die Zerreiche ist daher etwas anders als die anderen einheimischen Eichenarten. Sie wächst etwas schneller, ist ökologisch aber vermutlich weniger wertvoll.

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Das Blatt der Zerreiche ist verzerrt (Bild: Baummapper, Wikimedia commons).

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Die Eichelhütchen der Zerreiche sind befranst (Bild: Dimìtar Nàydenov, Wikimedia commons).

Schauen Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang doch vorbei und beobachten Sie selbst, wie sich die Zerr- und Flaumeichen entwickeln!

Und stellen Sie Ihre Fragen rund ums Experiment gerne als Kommentar!

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