Umweltblog

Ringelnatter im Badener Stadtbach

Die Ringelnatter ist ungefährlich und ungiftig. In Baden lebt diese geschützte Art mitten in der Stadt.

Dass man zum Mittagslunch eine Schlange sieht, kommt nicht oft vor. Am Stadtbach im Badener Quartier Meierhof hatte Sven Meier das Glück dieser Begegnung. Er konnte eine Barrenringelnatter beobachten. Das ist eine der beiden Ringelnatter-Arten, die es in der Schweiz gibt.

Barrennatter_Stadtbach

Barrenringelnatter im Stadtbach des Badener Quartiers Meierhof. © Foto Sven Meier

„Als ich die Ringelnatter in der Mittagspause gesehen habe, war ich natürlich erstaunt und freute mich über die Entdeckung. Dass es mitten in der Stadt Baden wieder Ringelnattern zu entdecken gibt, freut mich enorm. Ich finde es sehr wichtig, dass man die Artenvielfalt fördert.“

Sven Meier macht eine Ausbildung zum Baumpflegespezialisten bei der Tilia Baumpflege AG und war für Pflegearbeiten im Quartier Meierhof unterwegs.

Zwei ungiftige Schlangenarten leben in Baden

Beim Thema Schlangen bekommen viele Menschen erst mal einen Schreck. Das ist bei den Schlangen, die in Baden vorkommen aber unberechtigt, denn auf dem Badener Stadtgebiet trifft man in der Regel nur auf zwei Schlangenarten, die beide ungefährlich sind: die Barrenringelnatter und die Schlingnatter.

Wer in Baden also eine Schlange sieht, kann sich – wie Sven Meier – nach einem Moment der Überraschung entspannen und dann fasziniert und ruhig bemerkenswerten Tieren zuschauen.

 

Barrennatter Andreas Meyer karch

Barrenringelnatter (Bild: Andreas Meyer, karch).

Es gibt in der Schweiz zwei Ringelnatter-Arten: die Nördliche Ringelnatter (Natrix natrix) und die Barrenringelnatter (Natrix helvetica). In Baden kommt nur letztere vor. Beide Ringelnatter-Arten leben in Gewässernähe, daher wurde die Barrenringelnatter auch am Stadtbach gesichtet. Zusätzliche kommt sie in Baden an der Limmat und an diversen Feuchtgewässern (Biotopen) vor. Kleine Fische sowie Frösche, Molche und Kröten sind die bevorzugte Nahrung der Barrenringelnatter. Nur Unken und Feuersalamander verschont sie, denn diese sondern ein übel schmeckendes, giftiges Sekret ab, das die Barrenringelnatter nicht mag.
Ihre Eier legen Ringelnattern gerne in gut besonnte, warme Komposthaufen ab, wo etwa 15-20 cm unter der Oberfläche die jungen Ringelnattern aus weissen, weichen Eierschalen schlüpfen.

Schlingnat

Schlingnatter (Bild: pixabay).

Einen anderen Lebensraum besiedelt in Baden dagegen die Schlingnatter. Sie bevorzugt die trockenen, sonnigen Kalkfelsfluren des Schartenfelses (der Lägern) und sehr vereinzelt des Martinsbergs. Eine Schlingnatter zu beobachten, ist äusserst selten der Fall, während die Barrenringelnatter im Baden wieder häufiger zu beobachten ist.

Wie kannst du Reptilien schützen und fördern?

Reptilien brauchen Unterschupf-Möglichkeiten z.B. in Form von Ast- oder Steinhaufen. Auch suchen sie gerne Schutz in höherem Gras. Die Ringelnatter bevorzugt zudem Gewässer und für den Nachwuchs gut besonnte Komposthaufen mit einer Stärke von mind. 1 Meter Aufbau.

Allgemein kannst du Reptilien fördern, indem du deinen Garten naturnah gestaltest. Z.B. indem du besagte Ast- und Steinhaufen anlegst, das Gras höher stehen lässt, Tierfallen rund ums Haus entschärfst und im Garten vor allem keine Herbizide und Insektizide verwendest. Von diesen Massnahmen profitieren nicht nur Reptilien wie Eidechsen und Schlangen, auch andere Arten wie Amphibien und Kleinsäuger (z.B. Erdkröte, Igel oder die Gartenspitzmaus) fühlen sich dann in deinem Garten wohler.

Speziell für die Ringelnatter sind zudem ein grösserer Gartenteich und ein sonniger Komposthaufen die „Wohlfühlzone“.

Schlangen-Spezial: Das ist auch noch interessant:

Gibt es im Mittelland giftige Schlangen?

Wie unterscheidet man giftige von ungiftigen Schlangen?

Ringelnattern sind geschützt

 

Für diesen Blogbeitrag danke ich Herrn Andreas Meyer, Amphibien- und Reptilienspezialist bei karch.ch für Fachinformationen und Bildmaterial.

Teilen


Barrenringelnatternaturnaher GartenNaturschutzNördliche RingelnatterRingelnatterSchlangeStadtbachTierfreundlichWildtiere