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Biodiversität statt Schottergärten: Die Guerilla-Gardening-Armee wächst

Alternativen zu Schottergärten: Die Standaktion der Stadtökologie Baden war ein voller Erfolg. Wir trafen viele interessierte Einwohner*innen und verteilten eine grosse Menge an Samenbomben.

Schottergärten sind vegetationslose Flächen mit grossen Steinen, oft auf wasserdichtem Flies. Sie bieten aufgrund der fehlenden Vegetation keinen Mehrwert für die Biodiversität und lassen durch das Flies weder Versickerung noch Verdunstung zu. Dadurch erhitzt sich das Schotterbeet bei Sonnenschein so stark, dass darin kaum Leben möglich ist. Falls trotzdem einige Pionierpflanzen wachsen, entstehen langfristige Probleme im Unterhalt. Aus ökologischer und stadtklimatischer Sicht klar eine Verschwendung von Boden. Ein Sammlung der schlimmsten Exemplare finden Sie im Buch „Gärten des Grauens“ von Ulf Soltau, meine Buchempfehlung für diese Woche.

Das Buch „Gärten des Grauens“ von Ulf Soltau zeigt viele Schottergärten, untermalt mit sarkastischen Kommentaren. Ein Meisterwerk! (Bild: Eichborn Verlag)

Den meisten Besuchern des Standes war die Problematik der Schottergärten bereits klar und viele konnten von einem störenden Beispiel in der Nachbarschaft berichten. Eine wunderschöne Alternative zu den Schottergärten sind Ruderalflächen. Sie sehen für das ungeübte Auge auch nach einem Steinfeld aus, unterscheiden sich aber massgeblich durch die Pflanzen zwischen den Kieselsteinen. Küchenschellen, Thymian, Graslilien, Kathäusernelken, Wiesensalbei und viele weitere schmucke Blumen gedeihen wunderbar in der kargen Fläche. Auch die Steine unterscheiden sich, um eine Ruderalfläche anzulegen, verwenden Sie am besten Wandkies.

So schön kann eine Ruderalfläche aussehen. (Bild Stadtökologie)

Um karge Flächen zum blühen zu bringen, verteilten wir am Stand kräftig Samenbomben mit Samen von einheimischen Wildblumen. Diese können die Guerilla-Gärtner an Orte werfen, wo sie sich noch mehr Pflanzenvielfalt wünschen. Jung bis alt waren von der Aktion begeistert. Viele nahmen reichlich Samenbomben mit und waren froh um die Anregung zur Begrünung.

Neben der Stadtökologie informierte der Natur- und Vogelschutzverein Baden (NAVO) über Vögel im Stadtturm und am Bio-Terra Setzlingsmarkt waren allerlei Setzlinge für den Garten erhältlich.

 

Links

Schottergärten schrotten: für mehr Biodiversität vor dem Haus – Umweltblog Baden

Weg von Schottergärten – hin zu blühenden Staudenbeeten! – Umweltblog Baden

Gärten des Grauens – Diese Gärten sind der letzte Dreck – Kultur – SRF

Gärten des Grauens – Soltau, Ulf – Bider & Tanner

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