
Zero Waste – Wenn weniger mehr ist!
Die Zero Waste Bewegung verspricht ein Leben ohne Müll. Dass die Community derzeit viele Anhänger und Sympathisanten findet, erstaunt spätestens nach der Klimastreikbewegung nicht mehr. Kann Zero Waste ein Ansatz für eine nachhaltigere Gesellschaft sein? Und ist es überhaupt möglich, abfallfrei zu leben? – Ein Gastbeitrag von Deborah Knecht.
Die Schweiz als Müllweltmeisterin
Weniger ist mehr
Diese imposante Menge macht deutlich, dass wir definitiv zu viel Müll produzieren. Klar, wir Schweizer*Innen sind auch Weltmeister*Innen im Recycling. Laut BAFU wird nämlich rund die Hälfte unseres Hausmülls rezykliert. Dies ist überdurchschnittlich viel. Recycling ist grundsätzlich eine gute Sache, bedingt aber, dass die Menschen ihren Müll richtig trennen und entsorgen. Fakt ist, dass das Aufbereiten von Wertstoffen noch immer viel Energie verbraucht, wenn auch erheblich weniger, als die Neugewinnung.
Wer also glaubt, seinen Konsum, uneingeschränkt auf dem momentanen Standard basierend, weiterführen zu können, irrt sich. Trotz Recycling ist der nachhaltigste Abfall jener, der gar nicht erst produziert wird.
Zero Waste – kein neuer Gedanke

Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft
In Privathaushalten begann der Trend zum müllfreien Leben mit Bea Johnson. Die Französin, welche mittlerweile mit ihrer Familie in Kalifornien lebt, führt den Blog „Zero Waste Home“ und brachte ein gleichnamiges Buch auf den Markt. Dabei geht es vor allem darum, dem Abfall den Kampf anzusagen und innovative Lösungen für den Alltag zu finden. Mittlerweile gibt es den Verein „Zero Waste Switzerland“, welcher nicht nur die einzelnen Bürger*Innen, sondern auch die Wirtschaft zu einem abfall- und verschwendungsfreien Konsumverhalten motiviert und erneuerbare Produktionsmethoden der Kreislaufwirtschaft fördert. Für das Gelingen ist der Austausch und der Einsatz aller Beteiligten besonders wichtig.
Das Zero Waste Prinzip
Der Grossteil an Müll kann vermieden werden, indem Verpacktes und Überflüssiges abgelehnt werden. Denn je weniger konsumiert wird, desto weniger muss produziert und später entsorgt werden.
Als nächster Punkt wird Müll im Haushalt reduziert, indem man ungeliebte und ungenutzte Dinge weiter gibt, anstatt sie zu entsorgen. So muss nichts neu produziert werden und Ressourcen werden geschont.
Der dritte Punkt dreht sich hautsächlich ums Wiederverwenden und Reparieren. Denn Einwegprodukte sind vor allem für die Wirtschaft gut, nicht aber fürs Portemonnaie und schon gar nicht für die Umwelt. Langlebiger und somit nachhaltiger sind Produkte, die bestenfalls jahrelang genutzt werden.
Alles, was trotz ablehnen, reduzieren, wiederverwenden und reparieren noch an Müll anfällt, soll dem Recycling-„Kreislauf“ zugeführt werden. Natürlich verschlingt auch der Recycling-Prozess neue Ressourcen, aber zumindest nicht so viele wie eine Neuproduktion.
Der letzte Punkt der 5 R’s bezieht sich aufs Kompostieren. So wird beispielsweise aus Küchenabfällen hochwertiger Dünger, den man zu Hause direkt seinen Pflanzen im Garten oder auf der Fensterbank zuführen kann. Somit muss auch kein Müll durch die Gegend gefahren und aufwendig aufgearbeitet werden.
Zero Waste – eine Utopie?
Aktiv werden
Für Interessierte:
Es sind ungefähr 6,8 kg CO2, die jeder Mensch täglich durch alle seine Handlungen ausstoßen darf, um unsere Welt und unser Klima im Gleichgewicht zu halten. „Ein guter Tag“ rechnet dieses Kontingent in 100 Punkte um. Wie viele Punkte Ihres Budgets verbrauchen Sie täglich?
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