Umweltblog

Abfalltrennung in Baden: ein Überblick

Badenerinnen und Badener trennen ihren Abfall fleissig. Für viele Abfälle gibt es eine gut funktionierende separate Entsorgung. Für andere gibt es keine getrennte Verwertung; diese gehören in den grauen Badener Kerichtsack. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie das Badener Abfalltrenn-System funktioniert, und warum Plastikverpackungen in Baden nicht separat gesammelt werden.

Es gibt einen Haufen Dinge, die wir im Alltag aber auch übers Jahr verteilt entsorgen müssen. Da wir dabei selten den Überblick haben, versendet der Werkhof der Stadt Baden jährlich einen Kalender mit den Einzelheiten zu diversen Entsorgungsarten und den Daten, wann, was, in welchem Quartier eingesammelt wird. Der Kalender lässt keine Frage offen, vom Auspuff übers Grossvieh bis zur Ökowindel – für alles ist darin der korrekte Entsorgungsweg aufgelistet.

Ebenso können wir einiges in Sammelstellen bringen und so aktiv Ordnung schaffen. So zum Beispiel bei Glas, Dosen und Alu.

Der Mythos, das sorgfältig nach Farben getrennte Glas werde bei der Einsammlung in der Ladefläche des Lastwagens wieder durchmischt, stimmt nicht. Unsere Farben-Trennung bleibt bis zum Ende bestehen, sowohl im Transport, der Verwertungsanlage, wie auch der Verrechnung der unterschiedlichen Glasarten.

Dosen und Alu müssen wir nicht trennen, dies passiert in der Verwertungsanlage nach dem Prinzip: Magnetisches vs. Nicht-Magnetisches.

Kerichtsäcke und Kompostkübel stellen wir einmal die Woche vor die Haustür. Gut zu wissen dabei: in den Kompostkübel darf so ziemlich alles organische Material, also auch Speisereste und langsam Abbaubares wie Eierschalen, Orangenschalen, Katzensand, Knochen oder die abbaubaren Bioabfall-Säcke (wobei letztere nicht gern gesehen werden). Der Werkhof bringt die eingesammelten organischen Abfälle in die Kompogasanlage nach Otelfingen. Bei der Vergärung entsteht aus dem Bioabfall methanhaltiges Biogas und Gärgut. Das Biogas dient der Strom- und Wärmeproduktion oder wird ins Gasnetz gespiesen.  Das Gärgut gelangt als Dünger zurück in die Landwirtschaft.

Grünabfälle oder Essenreste, die im Kehrichtsack landen, sind darum schlecht genutzte Energie, weil sie aus dem Verwertungskreislauf fallen.

Die Kompogas-Anlage in Otelfingen. Foto: Axpo Kompogas AG

PET, Kunstoffflaschen, wie die der Milch, Shampoo, Wäschemittel, etc., sowie Batterien, Filterkartuschen, Glühbirnen und CD’s  können wir bei den Grossverteilern entsorgen.

Wenn wir nun fleissig alles getrennt haben, bleiben dennoch diverse Kunststoff-Verpackungen übrig. Dafür gibt es aus Sicht des Werkhofs und der Stadtökologie noch keine überzeugende Lösung für eine nachhaltige Separat-Sammlung. Weil in der Schweiz ausser für PET praktisch keine Wiederverwertungs-Anlagen bestehen, werden Plastik-Separatsammlungen meistens nach Deutschland exportiert, und von dort oft weiter Richtung Asien. Die Stadt Baden verfolgt die Entwicklung des Marktes auf dem Gebiet der Plastik-Wiederverwertung jedoch aufmerksam.

Für Plastik am nachhaltigsten: Abfälle wenn möglich vermeiden

Hartnäckige Abfallvermeider*innen lassen aus ihrer Sicht überflüssige Verpackungen im Laden zurück. Oder sie bitten den Metzger, das Fleisch oder den Fisch ins mitgebrachte Tupperware zu packen. Wenn die Händler das Signal solcher Aktionen verstehen und daraus lernen, verbessern sie eventuell ihre Warenketten. Auch beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt oder in Unverpackt-Läden fällt weniger Verpackungs-Müll an.

Übrigens: Wie die Stadtökologie auf der Litfasssäule der Umweltwochen 2019 illustriert, füllt die Stadt Baden jährlich so viele Kerichtsäcke, dass sie aneinandergereiht bis nach Aarau führen.

Und: Zurzeit findet auf dem Schlossbergplatz auch die Aktion Littering ist nicht Lit! statt. Gehen Sie vorbei und schauen Sie sich die am Wochenende gesammelten Abfälle aus der Stadt an. Einfach nicht zu tief einatmen!

Inspirationen zum Vermeiden von Müll finden Sie im Artikel Zero Waste – Wenn weniger mehr ist!

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