
Wespennester im Garten können umgesiedelt werden
Wespennester werden oft als Bedrohung wahrgenommen. Anstatt direkt zum Gift zu greifen, kann das Wespenvolk auch umgesiedelt werden. Wespen sind ein wichtiger Teil unserer Natur. Wespen-Profi Roland Diener liess sich bei seiner Arbeit über die Schulter blicken.
Wespen können im Sommer beim Essen ganz schön nerven. Dabei sind es nur gerade zwei der neun einheimischen Wespenarten, die zu uns an den Tisch kommen – die Gemeine und die Deutsche Wespe. Diese bringen den Rest dieser interessanten Nützlinge stark in Verruf. Zu Unrecht; Wespen sind Nützlinge, weil sie eine wichtige Rolle im Ökosystem einnehmen und viele andere Insektenarten kontrollieren. So frisst ein Hornissenvolk am Tag circa 500 Gramm tierisches Eiweiss pro Tag in Form von Insekten, Raupen, Mücken oder Fliegen. Das entspricht einem 35 Liter Abfallsack voll mit Insekten innerhalb von zwei bis drei Tagen. Als Alternative zum Gifteinsatz, haben sich Anbieter wie aculeata.ch, faltenwespe.com und wespenschutz.ch auf die Umsiedlung von Wespen- und Hornissenvölkern spezialisiert. Ich durfte bei einem Einsatz von Roland Diener im Allmendquartier dabei sein.

Wie erkenne ich eine Mittlere Wespe?
Typisch für die Mittlere Wespe (Dolichovespula media) ist die schwarze Färbung mit schmalen gelben Streifen. Manchmal ist die Färbung auch etwas rötlicher, was stark an die Färbung einer Hornisse erinnert. Die Mittlere Wespe wird darum auch Kleine Hornisse genannt. Das Titelbild dieses Artikels zeigt eine Mittlere Wespe, fotografiert von Fritz Geller-Grimm für Wikipedia. Das Nest der Mittleren Wespe hat in der Anfangsphase einen gegen unten gerichteten Kamin beim Einflugloch. Mittlere Wespen sind selten und stören die Menschen kaum. Es kommen lediglich zwei Wespenarten an den Tisch, die Deutsche und die Gemeine Wespe. Diese beiden Arten bewohnen Erdlöcher und keine freihängenden Nester.

Die schnellste und günstigste Variante ein Wespennest im Garten zu entfernen ist leider mit Insektengift. Viele Wespensprays enthalten Nervengifte wie z.B. Dichlorvos und Chlorpyrifos, die auch für Menschen sehr schädlich sind. Besonders für Haustiere oder kleine Kinder können diese Substanzen sehr problematisch bis tödlich sein. Im eigenen Garten Gift zu versprühen ist wahrscheinlich nie die beste Option.





Leider war bei diesem Einsatz die Königin nicht auffindbar, was bedeutet, dass die verbleibenden Arbeiterinnen zwar umgesiedelt werden konnten, jedoch wird sich aus diesen kein neuer Staat bilden. Etwa 80% der Königinnen gehen verloren oder werden gefressen bevor sie sich in das Nest zurückziehen und für Nachwuchs sorgen. Laut Roland Diener sind dieses Jahr durch den nassen und kalten Frühsommer erstaunlich wenige Wespennester vorhanden.
Weiterführende Links
Hornissen und Wespen: Was tun mit alten Nestern? – Umweltblog Baden