Umweltblog

Holz sammeln mit Tradition

Ganz selbstverständlich sammeln wir alle im Wald trockenes Holz, um ein Feuer zu machen und unseren Cervelat oder unser Gemüse über dem offenen Feuer zu braten. Dies macht auch der ganzen Familie oder Gruppe grossen Spass.

Doch wie viel Holz darf eigentlich gesammelt werden im Wald? Gibt es dafür Regeln? Und wie war dies früher?

Geschichte der Leseholzbewilligung

In Zeiten vor den Zentralheizungen wurde mit Holz geheizt und vielfach auch gekocht. Da war es natürlich attraktiv, sich das Holz im öffentlichen Wald zu holen. Durch Frevler wurde so viel Holz gesammelt, dass die Wälder fast übernutzt wurden. Um das Ganze in geordnete Bahnen zu lenken und eine Kontrolle über die private Holznutzung zu erhalten, wurde in Baden ab 1957 die Leseholzbewilligung eingeführt. Diese kostete anfangs 50 Rappen, später dann 1 Franken und bis heute 2 Franken pro Jahr. Damit wollte man das Leerräumen der Wälder vermeiden.

Anfangs wurden gegen 100 Bewilligungen erteilt pro Jahr, heute sind es noch etwa 15.

Diese Bewilligung wird bei uns im Sekretariat seit 1957 fein säuberlich von Hand im selben roten Heft eingetragen. Dabei fällt auf, dass ursprünglich neben Name und Adresse auch der Jahrgang sowie der Beruf der Holzsammler eingetragen wurde. Dieses Heft liest sich ein bisschen wie die Industriegeschichte der Stadt Baden, ursprünglich waren dies oft Arbeiter von BBC. So handelte es sich um Mechaniker, Magaziner, Dreher und Schlosser. Dazu kamen aber auch Polizisten, Hausfrauen oder Weissnäherinnen. Häufig waren es pensionierte Personen. Diese waren wahrscheinlich trotz der 1948 eingeführten AHV-Rente froh um günstiges Brennholz.

Bürgernutzen

Der sogenannte Bürgernutzen hatte keinen Zusammenhang mit den Leseholzbewilligungen. Beim Bürgernutzen handelte es sich um ein Privileg der Badener Ortsbürgerinnen und Ortsbürger. So erhielt jeder Haushalt eine bestimmte Menge Brennholz, Stauden oder ursprünglich auch Geld. Dieses Privileg wurde dann in den 1980er Jahren abgeschafft, um nicht zwei Sorten von Bürgern zu schaffen.

Leseholzbewilligung bestellen

Wenn Sie selber Holz für ein Feuer im Garten oder im Cheminée zu Hause sammeln möchten, bitten wir Sie, beim Stadtforstamt eine Leseholzbewilligung für 2 Franken zu bestellen. Dafür braucht es nur noch Ihren Namen und die Adresse. Die Bestellung ist auch per Mail an stadtforstamt@baden.ch möglich. Zahlen können Sie auch mit Briefmarken.

Anleitung zum Holz sammeln

  • Auf der Website des Stadtforstamts www.wald.baden.ch finden Sie jeweils einen Plan mit den Orten, wo im letzten Winter Holz geschlagen wurde. Dort ist Brennholz am einfachsten zu finden.
  • Der Gebrauch einer Handsäge ist erlaubt. Vielleicht sind die Äste sonst zu gross für den Transport.
  • Zum Abholen des Holzes benutzen Sie am besten einen Leiterwagen.
  • Bitte kein Holz ab unseren Hackholzbeigen entfernen. Dieses wurde zusammengeführt und wird später einer Holzschnitzelheizung oder der Energiezentrale der Regionalwerke in Dättwil zugeführt.

Totholz im Wald ist wichtig

Durch das Sammeln waren die Wälder früher sauber aufgeräumt. Heute jedoch weiss man, dass Baumstämme, Astmaterial und auch Laub für die biologische Vielfalt sehr wichtig sind. Zersetztes Totholz liefert die Nähr- und Mineralstoffe für einen gesunden Boden und die nächste Baumgeneration.

Was geschieht mit den grossen Holzbeigen im Wald?

Stammholz von gesunden Bäumen wird verkauft und daraus entstehen hochwertige Produkte. So zum Beispiel für die Fassade des neuen Kantonsspitals Baden. Dafür wurden rund 80 Weisstannen gefällt.
Lesen Sie mehr dazu im Umweltblog.

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