Umweltblog

Wildkräuter vor der Haustür

Die besten Vitaminbomben wachsen direkt vor dem Haus. Löwenzahn, Brennnessel, Giersch, wilde Primeli, Gänseblümchen und Spitzwegerich schmecken gut und können vielseitig verwendet werden.

In den ersten Frühlingstagen spriessen rund ums Haus bereits viele schmackhafte Wildkräuter. Sie sind super gesund und es macht Spass, sie zu sammeln. Was gibt es Schöneres, als das eigene Essen selber zu ernten? Darauf macht besonders auch der Beitrag zum Wildpflanzen essen aus SRF Puls Lust. Trotzdem ist da eine gewisse Unsicherheit, ob man wirklich die richtige Pflanze pflückt. Wir zeigen Ihnen als Starthilfe einige häufige Wildkräuter und wie Sie sie sicher erkennen.

Löwenzahn

Vom Löwenzahn kann man alles essen. Blätter und Blüten kann man einfach zum Salat geben. Blütenstängel können wie Spargeln gedünstet werden und Blütenknospen eignen sich gut als Gemüse. Löwenzahn enthält viele Bitterstoffe. Sehr gesund – schmeckt aber nicht allen. Je jünger die Blätter, desto milder sind sie.

Erkennen
Die Blätter des Löwenzahns sind gezackt und wachsen in Rosetten. Am sichersten erkennt man sie, wenn ein Blütenstiel aus der Blattrosette wächst. Am hohlen Blütenstiel mit weissem Milchsaft lässt sich der Löwenzahn eindeutig identifizieren. Die grossen gelben Blüten sind auch markant.

Alles am Löwenzahn ist essbar (Bild: Matthias Kabel).

Löwenzahnhonig
Löwenzahn-Kapern

 

 

Brennnessel

Besonders gut schmecken die Spitzen von frischen Brennnesseltrieben mit den obersten Blättern. Dicke Gartenhandschuhe schützen vor den Brennhaaren. Wer sich traut, kann auch versuchen, sie von unten nach oben streichend zu pflücken. Dann brechen die Brennhaare nicht und die juckende Säure wird nicht freigesetzt. Durch Kochen oder Braten gehen die Brennhaare kaputt, aber wie isst man denn frische Brennnesselblätter? Man wallt sie einfach flach mit einem Wallholz. Dann brechen die Brennhaare und pieksen nicht mehr.

Erkennen
Charakteristisch sind die eiförmigen, gezackten Blätter und die Brennhaare der Brennnessel. Die Blätter ähneln den Blättern der Taubnesseln. Diese sind allerdings auch alle essbar. Man braucht sich also keine Sorgen zu machen.

Die Brennnessel ist unverkennbar (Bild: Alexandra Koch).

Franz Hohlers Brennnesselsuppe
Brennnesselchips

 

 

Giersch

Der Geschmack der Gierschblätter erinnert an Petersilie und Rüebli. Die jungen, hellgrünen Blätter schmecken mild. Ältere Blätter sind würziger. Sie peppen jeden Salat auf und eigenen sich hervorragend als Blattgemüse.

Erkennen
Giersch nennt man auch Baumtropf: Er wächst unter Bäumen und Sträuchern an feuchten, schattigen Standorten. Der Blattstiel ist dreikantig und das Blatt ist in drei asymmertische Teile geteilt. Zerreibt man das Blatt zwischen den Fingern, erkennt man ihn am charakteristischen Geruch nach Peterli und Rüebli.

An den unregelmässig zusammengewachsenen Teilblättern ist der Giersch gut erkennbar (Bild: Muriel Bendel).

Gierschpesto
Gierschlimonade

 

 

Wilde Primeli

Manche Gärten sind voll von verwilderten Primeli. Die hübschen Frühjahrsblüher sind auch essbar. Die Blätter können in einen Salat gegeben werden und die Blüten eignen sich als essbare Garnitur.

Erkennen
Wichtig ist, dass keine gekauften Primeli gegessen werden. Die sind oft giftig. Pflücken Sie nur von verwilderten Exemplaren mit pastellfarbenen Blüten in lila, rosa, gelb und weiss. Sie haben kurze Blütenstiele und hellgrüne Blätter.

Wilde Primeln erkennt man an den pastellfarbenen Blüten.

Die Faustregeln zum Wildkräutersammeln

  • Nur sammeln, was man kennt.
  • Nicht an Strassenrändern sammeln. Da ist die Schadstoffbelastung hoch.
  • Wild höchstens ein Drittel des Bestandes ernten. So können sich die Pflanzen erholen und Insekten und Tiere haben auch noch etwas von ihnen.

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen kommt in den meisten Wiesen vor. Seine Blätter schmecken ähnlich wie Nüsslisalat. Auch die Blüten sind essbar und eignen sich wunderbar als Salatgarnitur.

Erkennen
Die Blüten wachsen einzeln an einem unbeblätterten Stiel. Die Blätter wachsen in einer Blattrosette und sind klein und löffelförmig.

Gänseblümchen blühen fast das ganze Jahr hindurch (Bild: Lothar Spurzem).

Gänseblümchensirup
Gänseblümchensuppe

 

 

Spitzwegerich

Spitzwegerich schmeckt ähnlich wie Steinpilz. Er wächst in vielen Wiesen. Am besten schmecken seine jungen Blätter. Ältere Blätter sind etwas zäh. Aber auch der unscheinbare Blütenstand ist essbar.

Erkennen
Die Blätter wachsen in einer Rosette. Sie sind länglich und durch Blattnerven längs gestreift. Andere Wegericharten sehen ähnlich aus, haben aber breitere Blätter. Auch sie sind essbar.

Im Frühling versteckt sich der Spitzwegerich noch etwas im Gras (Bild: Sophie Egger)

Was wächst denn da?

Falls Sie sich bei einer Pflanze unsicher sind, schicken Sie uns ein Foto. Wir geben gerne Auskünfte über Pflanzenarten.

2019 fand im Rahmen der Umweltwochen eine Wildkräuterexkursion statt. In der Dokumentation finden Sie Beschreibungen von weiteren essbaren Pflanzen wie Wiesen-Salbei und Klatschnelke inklusive Rezepte. In diesem Blogbeitrag stellen wir Ihnen einfache Rezepte mit Wildkräutern vor.

Viel Spass beim Sammeln!

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