Starten statt warten: Bekennen Sie sich zur Nachhaltigkeit mit „Ja, ich will!“

Starten statt warten: Bekennen Sie sich zur Nachhaltigkeit mit „Ja, ich will!“

Woche 10: Fünf neue „Ja, ich will“-Bekenntnisse zur Nachahltigkeit

Die Nachhaltigkeitssäule der Badener Umweltwochen 2019 besuchte in der zweiten August-Woche das Limmatufer am Triebguet und das Martinsbergquartier.
Fünf weitere Personen haben sich mit ihren Beiträgen / Versprechen zur Nachhaltigkeit an der „Ja, ich will“-Mitmach-Aktion beteiligt und eine Karte eingeworfen. DANKE!

Die Mobilität ist auch bei den jungen Teilnehmenden schon ein Thema!

Sie wollen mehr zum Anteil der Mobilität an den Schweizer Umweltbelastungen und den Treibhausgasemissionen erfahren? Dann lesen Sie hier auf der Nachhaltigkeitssäule der Badener Umweltwochen nach!

Woche 9: Ganze sechs neue „Ja, ich will“-Bekenntnisse in der ersten Augustwoche

Eine neue Runde beginnt um Bekenntnisse zur Förderung der Nachhaltigkeit einzugeben und Ende Monat einen kleinen Preis zu gewinnen. Mit diesen sechs starten wir in den August:

Verlosung Juli: die zweite Gewinnerin ist ausgelost!

Wir gratulieren der zweiten Gewinnerin zu ihrem  „Ja, ich will“ Bekenntnis! Wir freuen uns sehr über ihre eingereichte Karte und danken ganz herzlich für die Teilnahme. Wir danken auch den neun anderen Teilnehmer*innen für ihre Nachhaltigkeits-Commitments: weiter so! Die nächste Verlosung findet ende August statt und wir freuen uns bereits auf die nächsten Bekenntnisse. Was haben Sie sich vorgenommen? Schreiben Sie es auf und werfen Ihre „Ja, ich will“-Karte an der Litfasssäule ein. Bis zum 8. August steht sie bei der Cordula Passage.

Diese gute Tat nimmt sich unsere Gewinnerin vor:

Die Gewinnerin im Juli nimmt sich vor nicht mit dem Flugzeug, sondern auf anderen Wegen in die Ferien zu reisen. Top! Denn fliegen ist die klimaschädlichste Art zu reisen. Lesen sie mehr dazu bei der Schweizerischen Energie-Stiftung: Flugverkehr: Energieverschwender Nr. 1

Woche 8: Diese Woche sind leider keine neuen Karten eingegangen.

 

Woche 7: Drei „Ja, ich will“-Karten in der dritten Juli Woche

Woche 6: Zwei neue „Ja, ich will“-Karten in der Nachhaltigkeits-Säule

Woche 5: Der Juli startet mit fünf neuen „Ja, ich will“-Bekenntnissen

Nach der ersten Woche beginnt der Juli mit einer neuen Chance für alle Teilnehmenden wieder einen kleinen Preis zu gewinnen. Diese fünf sind bereits dabei:

Verlosung Juni: die erste Gewinnerin steht fest!

Wir gratulieren der ersten Gewinnerin zu ihrem  „Ja, ich will“ Bekenntnis! Wir freuen uns sehr über ihre eingereichte Karte und danken ganz herzlich für die Teilnahme. Ebenso möchten wir allen Teilnehmer*innen danken, die ihre Nachhaltigkeits-Commitments mit uns teilen und freuen uns bereits auf die nächsten, denn auch im Juli wird es wieder eine Verlosung geben. Was haben Sie sich vorgenommen? Schreiben Sie es auf und werfen Ihre „Ja, ich will“-Karte an der Litfasssäule ein. Aktuell steht sie am Unteren Bahnhofplatz.

Diese guten Taten vollbringt unsere Gewinnerin:

Die Gewinnerin im Juni übt sich bereits seit längerem im nachhaltigen Leben: Sie holt die Milch seit 27 Jahren beim Bauer, macht ihre Seife selber, benutzt Badewasser für die Toilettenspülung, wäscht mit Kastanien, besitzt kein Auto mehr und fährt stattdessen mit dem E-Bike, verursacht keinen Food Waste, betreibt Permakultur im Garten und mäht diesen zwei Mal im Jahr mit einer Sense. Bravo!

Woche 4: Leider sind diese Woche keine neuen Nachhaltigkeits-Bekenntnisse eingegangen.

 

Woche 3: Neue „Ja ich will!“-Karte in der Litfasssäule eingeworfen

Die Karten-Box an der Säule ist repariert und ein weiteres Bekenntnis zur Nachhaltigkeit ist eingegangen.

Der erste Monat geht somit zu Ende und nach Ablauf der Woche wird bereits die erste kleine Preisverleihung stattfinden für den tollsten Beitrag. Also gehen Sie noch diese Woche zur Säule und schreiben Sie uns, wie sie in Ihrem Alltag etwas Nachhaltiges in Angriff nehmen. Wir freuen uns!

Woche 2: Neue „Ja ich will!“-Karten sind bei der Stadtökologie eingetroffen

Leider hat die Säule das Gewitter vergangene Woche nicht ganz unbeschadet überstanden und einige Karten wurden etwas durchnässt. Aber keine Sorge, alle die etwas eingeworfen haben konnten identifiziert werden und sind in der Urne für die Verlosung Ende Monat. Die einzige, überlebende Karte ist unten abgebildet.

Achtung:

Aufgrund eines Vandalismusaktes, sind zurzeit keine Karten an der Säule angebracht. Das Problem wird eiligst behoben.

Woche 1: Die ersten „Ja ich will!“-Karten der ersten Umweltwoche

Erfreulich, was die Besucher*Innen der Litfasssäule für nachhaltige Tätigkeiten im Alltag verfolgen!

Jede Woche publizieren wir hier die Nachhaltigkeits-Bekenntnisse der Badenerinnen und Badener.

Jeden Monat verlosen wir dazu kleine Preise für die besten Beiträge bis im Januar 2020.

 

Möchten Sie mitmachen? Besuchen Sie die Litfasssäule am Schlossbergplatz, schreiben Sie ihr nachhaltiges Bekenntnis auf die „Ja ich will!“-Karte und werfen Sie diese ein, um teilzunehmen. Wir freuen uns auf Ihr Commitment!

Starten statt warten: Hol- und Bring Aktion im Martinsberg

Starten statt warten: Hol- und Bring Aktion im Martinsberg

Die Hol- und Bring Aktion im Martinsberg am 17. August 2019 war ein voller Erfolg!

Vom Schlitten, über Spielzeug, bis hin zu Fahrrädern und Gartenpflanzen wurde an der Hol- und Bring Aktion im Martinsbergquartier so einiges getauscht. Viele guterhaltene Dinge fanden ein neues Zuhause. Dass tauschen einfach Freude macht, war im Martinsberg spürbar.

Gut 100 Gäste besuchten am Samstag 17. August 2019 die Hol- und Bring Aktion, die anlässlich des Sommerfestes im Quartier Martinsberg und der Badener Umweltwochen 2019 von den Abteilungen Stadtökologie / Kinder- und Jugendanimation Baden zusammen mit dem Quartierverein durchgeführt wurde. Dass ein solcher, nachhaltiger Austausch im Quartier häufiger stattfinden solle, dieser Wunsch war am Samstag auf dem Quartierplatz an der Martinsbergstrasse vermehrt zu hören. Die Aktion kam im Quartier gut an.

Foto: Hol- und Bring Aktion im Quartier Martinsberg in Baden

Steckbriefe Natur und Landschaft: Die Naturschutzobjekte der Stadt Baden

Steckbriefe Natur und Landschaft: Die Naturschutzobjekte der Stadt Baden

Von der Müseren her kamen sie und stahlen sich über die Hohmatt heimlich durchs Unterholz, beim Brenntrain übers Kühstelli bis zum Rütibuck. Was sich wie ein Ausschnitt aus einem alten Gnomen-Märchen anhört, beschreibt nicht etwa mystische Orte, an denen man Trolle, Zwerge oder Feen antrifft. Es sind reale Waldgebiete: die Naturschutzobjekte von Baden.

Auf dem Rundgang mit Forstwart Pius Moser besuchen wir drei dieser Objekte und wer weiss, vielleicht treffen wir doch das eine oder andere sagenhafte Wesen an.

Nr. 17 Feuchtstandorte und Weiher Baldegg Müseren

Pius Moser lacht ob meiner Überraschung, als wir über einen Trampelpfad aufs Müseren-Plateau vorstossen. Von der Schotterstrasse her scheint der Wald unscheinbar, schattig, nicht sehr einladend für einen Spaziergang. Dringt man aber durch die Fichten hindurch und überquert ein, zwei Gräben auf dem Weg, tritt man in eine andere Welt ein. Vor uns öffnet sich eine Lichtung voller Vielfalt: Büsche, Bäume, Wiesen, Tümpel und Teiche und alles kreucht und fleucht, surrt und schwirrt. Es ist ein kleiner, lebendiger, ja, gar magischer Ort.

So stellen wir uns Natur vor. Aber ist dies natürlich? Eigentlich nicht, wie Moser erklärt. Unsere Breitengrade waren ursprünglich stark bewaldet und Wald ist nicht zwingend artenreich. Dass hier in der Müseren eine so hohe Vielfalt herrscht, ist letztlich den Menschen zu verdanken. Denn die Instandhaltung des Artenreichtums bedarf gewisser Eingriffe und diese werden gezielt durch das Stadtforstamt Baden gemanagt.

Um zu verstehen, wie dieser Wald entstand, dreht Pius Moser die Uhr etwas zurück. Eigentlich sei es schon immer ein Feuchtgebiet gewesen, das bis ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts als Viehweide genutzt wurde. Später ab 1870 folgte eine Umnutzung: Kanäle wurden gegraben, um Wasser abfliessen zu lassen und Fichten übernahmen die wirtschaftliche Hauptfunktion. Das ertragreiche Bauholz überdeckte das Gebiet monokulturell und galt damals als lukrative Einnahmequelle. Bis Holz im 20. Jahrhundert an Wert verlor.

Als in den frühen 90er Jahren Naturschutz immer wichtiger wurde, begann man Biotope anzulegen, in allen Varianten. Kleine bis grössere Laichgewässer, offene Wiesenflächen, Baumhaine mit Pioniergehölze – die Unterschiede sind wichtig für die Vielfalt. Ebenso die Pflege, sagt der Forstwart: „Wir mähen jedes Jahr das Gras, damit die Weiher nicht zuwachsen und Neophyten nicht zu stark Fuss fassen.“ Und rund alle 10 Jahre müssen auch Weiher neu gebaggert werden. Das Ganze ist mosaikartig angelegt, denn es geht um Vielfalt und nicht um einzelne Arten.

Ein Gnom haust im Naturwaldgarten

Dass hier Artenreichtum herrscht, merkt man unter anderem an der hier vorkommenden Gelbbauchunke. Diese kleine, unscheinbare und sehr seltene Amphibie mag einen abwechslungsreichen Lebensraum. Sie gilt als stark gefährdet. Vor allem, weil ihre idealen Lebensräume sehr dynamisch und mit vielen kleinen Tümpeln besetzt sein müssen. Diese sind aber immer seltener vorhanden, da sie üblicherweise in Fluss- oder Bachauen entstehen. Durch Massnahmen der Trockenlegung oder Begradigung von Flussgewässern haben sie stark abgenommen und wurden an andere Orte verlagert. Wie auf dieses Plateau.

Weil dies aber eine für den Wald ungewöhnliche Landschaft ist, bedingt es eine Instandhaltung durch Menschen. Diese ist wichtig für das Funktionieren des Ökosystems und macht unsere Forstwarte somit zum „Naturwald“-Gärtner. „Es braucht aber eine gewisse Affinität und ein Interesse für diese Art der Waldpflege“, sagt Moser, der die Arbeit weiterführt, die der ehemalige Revierförster Bruno Schmidli begann. „Mir gefällt dieser abwechslungsreiche Umgang und solche Flächen sind nicht nur wichtig, sondern machen unsere Arbeit zusätzlich spannend.“

Nr. 14 Föhrenwiese Hohmatt

Eine ganz andere Landschaft präsentiert sich wenige hundert Meter talwärts Richtung Chappelerhof. Wir befinden uns oberhalb des Chappi auf der sogenannten Föhrenwiese Hohmatt. Nicht von ungefähr deutet dieser Name auf die hier wachsenden Föhren hin, wie auch darauf, dass es eine Wiese ist. Oder besser gesagt eine Matte. Denn ähnlich einer Alp diente vor rund 200 Jahren auch dieses Landstück der Viehwirtschaft im Sommer.

Die Michaeliskarte aus dem 19. Jahrhundert bezeugt die breit angelegten Matten zwischen dem Wald auf der Baldegg und der Siedlung Chappelerhof. Als die Nutzung abnahm, wuchsen diese Wiesen zu und erst unter späteren Eingriffen lichtete das Forstamt die Fläche wieder auf. „Der damalige Revierförster wusste, dass dies hier einmal Wiesen waren und erinnerte sich aus seiner Kindheit daran, dass es Orchideen gab“, erzählt Moser.

Während den letzten 20 Jahren vergrösserte das Forstamt die Wiesen langsam in drei Phasen und förderte damit eine zunehmende Vielfalt. Dazu gehören heute sechs Orchideenarten.

Orchideen auf magerem Boden

„Unsere Wälder bestehen grösstenteils aus Buchen“, erklärt Moser, „aber Föhren bevorzugen solche mageren Böden, wie auf der Hohmatt“. Damit aber die Orchideen hier auch gedeihen, engagiert sich das Forstamt dafür, die Wiesen offenzulegen. Dazu mähen sie einmal im Jahr. Zusätzlich entfernen sie Sträucher und Schlingpflanzen, wie die zum stolpern verleitende Waldrebe. Da diese Pflanzen schnell nachwachsen, will das Forstamt diese Auflichtung ab 2020 zweimal im Jahr durchführen.

Dank dieser Massnahmen nennen heute sechs Orchideenarten die Hohmatt ihr Zuhause. Möchte man im Frühling und Frühsommer also sagenhaften Wesen begegnen, so trifft man hier auf das quirlig benannte Fuchs‘ Knabenkraut, das flugunfähige Weisse Waldvögelein oder den seltenen Frauenschuh.

Fuchs Knabenkraut

Weisses Waldvögelein

Frauenschuh

Nr. 4 Altholz Rütibuck

Auf dem Rückweg über die Allmend besuchen wir das Altholz Rütibuck. Hinter dem Sportplatz und der Pfadihütte liegt ein kleines Waldstück, das sich über eine Felskuppe zur Känelgasse hinunter bückt. Seit 1987 erfährt dieser Wald keine Nutzung mehr und wird nach einem „Nichts tun“-Prinzip geschützt. Demnach wird der Wald sich selbst überlassen. Das Forstamt interveniert nur falls Gefahr durch umfallende Bäume oder herabfallende Äste beim Pfadiheim oder über der Känelgasse besteht.

Ziel dabei ist es, diejenigen Arten zu fördern, die auf Alt- und Totholz angewiesen sind. Somit tummeln sich in diesem Waldstück nebst sogenannten Totholzkäfern noch diverse Holzpilze sowie Grün- und Schwarzspechte. Diese bauen sich gerne Bruthöhlen in den Abbruchstellen heruntergefallener Äste.

Zeugnisse einer anderen Art

Wenn man in den Abendstunden eine Weile ruhig im Wald verharrt, besteht des Öfteren die Möglichkeit einer seltenen Art des Homo Sapiens zu begegnen. Diese Art, auch bekannt als Pfadfinder, treibt sich gerne in diesem Wald herum. Das Forstamt bemüht sich deshalb in guter Manier zu informieren, damit sie beim Bauen, Graben und Werkeln im Wald nicht gefährdet sind. Ebenso gehen die Pfadfinder ihrerseits achtsam mit dem Altholz Rütibuck um.

Erfolgreicher Naturschutz seit 1994

Insgesamt zählen die Ortsbürger- und Einwohnergemeinde 29 Naturschutzobjekte zu ihren Steckbriefflächen. Dabei handelt es sich um Wald- oder Wiesenlandschaften, die spezielle Funktionen für den Erhalt bestimmter Arten und zur Förderung der Biodiversität übernehmen. Ziel dabei ist es, landschaftliche und siedlungsökologische Qualitäten zu erhalten und weiterzubringen. Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten die Stadt und die Ortsbürger fortlaufend für den Naturschutz im Badener Wald.

Die Hege und Pflege des Forstamts wirkt sich demnach erfolgreich auf die Vielfalt in und um die Stadt aus. Und Baden kann somit nach 25 Jahren stolz auf ihre Wald- und Wiesenlandschaft blicken.

Alles zum Richtplan Natur und Landschaft der Stadt Baden finden Sie hier.

„Vegi fürs Klima“ – Portrait: Restaurant Piazza Baden

„Vegi fürs Klima“ – Portrait: Restaurant Piazza Baden

„Wir präsentieren unseren Gästen die Gerichte mit kleineren Beilage-Portionen, die wir bei Bedarf gerne nachschöpfen. Dabei entsteht so gut wie gar kein Food Waste und das ist uns wichtig.“

Christoph Zillig

Küchenchef, Restaurant Piazza Baden

Inmitten der hochgewachsenen und denkmalgeschützten Stadtbäume am Theaterplatz steht das Restaurant Piazza. Ein lauschiger Ort, um im Zentrum von Baden zu verweilen. Aber nicht nur das Ambiente lädt dazu ein. Auch die Küche lockt mit diversen Gerichten, die in ihrer Herstellung, Verarbeitung und Präsentation auf Nachhaltigkeit setzen. Inhaberin und Gastgeberin Romina Ettisberger und Verlobter und Küchenchef Christoph Zillig achten dabei auf die gesamte Wertschöpfung und besonders auf Food Waste in ihrem Betrieb.

Weil sie für ein Platzangebot von 120 Gästen eine eher kleine Küche führen, arbeiten sie mit einem Gemüsehändler zusammen, der zu diesem Modell passt. Dieser rüstet und schneidet das Gemüse in Dietikon und liefert es aus. Dabei kann der Händler in seinem Betrieb die Rüstabfälle kompostieren und andere Abschnitte weiterverwerten. Das Piazza kann dementsprechend nach Bedarf bestellen und verursacht seinerseits kein Food Waste. „Wir bestellen nur Schweizer Gemüse und immer saisonal. Was geliefert wird, benutze ich auch“, sagt Zillig.

Auch Fleisch kann nachhaltiger sein

Nebst dem Gemüse achtet das Piazza auch beim Fleisch auf Nachhaltigkeit und hat dazu ein umweltverträgliches Konzept erarbeitet. „Unser Credo: Lieber weniger Fleisch, dafür aus nachhaltiger und regionaler Herkunft mit hoher Qualität“, erklärt der Küchenchef. Damit dies funktioniert, arbeitet das Restaurant mit einem Bauern in Baldingen zusammen. Von ihm kaufen sie zum Beispiel ganze Weideschweine, welche vom Metzger gänzlich verarbeitet werden. „Uns ist die Zusammenarbeit mit dem Bauer sehr wichtig und wir führen regelmässigen Dialog. So können wir uns gemeinsam entwickeln und die direkte Zusammenarbeit pflegen.“ Das Ziel hierbei ist, eine faire Verteilung in der Wertschöpfung zu kreieren und Synergien zu nutzen.

Menüempfehlung „Vegi fürs Klima“:

  • Jeden Tag bietet das Piazza über Mittag ein anderes vegetarisches Gericht an. Die Auswahl ist abwechslungsreich und immer saisonal.
  • Nachtisch-Tipp im Sommer: selbstgemachte Glace aus Milch und Früchten vom Bauernhof
  • Zum Abendessen empfiehlt die Küche das Linsencurry mit Schweizer Wurzelgemüse.

Bereits in dieser Reihe vorgestellt: Roter Turm, Spedition und Rampe, Be Blessed Plus, Mira und Colombo, Geissepeter, Blue City Hotel & Lemon, ohne.ch, Biolade Bade

Im Rahmen der „Vegi fürs Klima“ Kampagne während den Umweltwochen stellt die Stadtökologie regelmässig Badener Restaurants vor, die auf der Mittagskarte vegetarische Gerichte anbieten. Zahlreiche Gastronomien beteiligen sich an der Kampagne. Lesen Sie dazu den Beitrag Viele gute Gründe für ein Vegi-Menü der Initiantin der Aktion, Yvonne Bergmann.

Bild: Romina Ettisberger und Christoph Zillig im Restaurant Piazza in Baden

Food Waste – Drei Mahlzeiten und ein Todesfall

Food Waste – Drei Mahlzeiten und ein Todesfall

Wussten Sie, dass wir allein in der Schweiz jedes Jahr 2.6 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwenden? Das heisst bei unserem täglichen Bedarf an Frühstück, Zmittag und Znacht landet fast eine ganze Mahlzeit im Abfall. Und das für jede und jeden der 8.4 Millionen Einwohner*innen.

Der Verein foodwaste.ch unterscheidet dabei zwischen Food Losses und Food Waste. Food Losses sind Lebensmittel die bei Produktion und Transport verloren gehen und gar nie bei Konsumierenden ankommen. Dies beinhaltet zum Beispiel: auf dem Feld aussortierte, unförmige Gemüse oder Früchte, Abfälle aus Überproduktion oder Transportverluste. Bei Food Waste handelt es sich hingegen um Lebensmittel die wir im Konsum verschwenden. Sei dies weil wir zu viel eingekauft haben, nicht aufessen oder Reste entsorgen anstatt sie wiederzuverwerten. Nicht essbare Teile, wie Rüstabfälle, Knochen oder Käserinde zählen nicht dazu.
Laut den Auswertungen von 2014 gehen in der Schweiz rund ein Drittel aller produzierten und noch geniessbaren Lebensmittel verloren. Dies entsprach damals 2,3 Millionen Tonnen, wovon fast die Hälfte (45%) allein im Haushalt entstand. In der gesamten Warenkette vom Feld zum Teller verzeichnen dabei Frischgemüse mit 63% die höchsten Verluste. Gefolgt von Kartoffeln mit 61% und Brot mit 56%.
Wie die neusten Zahlen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zeigen, ist die Menge an Lebensmittelverlusten seit dieser Erhebung angestiegen und erreichte letztes Jahr 2.6 Millionen Tonnen. Davon wären immerhin zwei Drittel vermeidbar, schreibt das BAFU. Es handle sich dabei  jährlich um 190kg geniessbare Lebensmittel pro Person.

Was tut die Schweiz?

2015 hat die Schweiz die UN-Agenda 2030 verabschiedet und sich eine nachhaltige Entwicklung zum Ziel gesetzt. Dieses Ziel strebt unter anderem an, die „Nahrungsmittelverluste pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entstehenden Nahrungsmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferkette zu verringern (Ziel 12.3).“ Während der Bund einen Aktionsplan umsetzt, sind auch wir alle gefordert Massnahmen zu ergreifen. Denn insgesamt macht unsere Ernährung in der Schweiz einen Anteil von 28% der Gesamtumweltbelastung aus. Werden Lebensmittel vor Ende ihrer Lebenszeit nicht verwendet oder weggeworfen, entstehen damit nicht nur vermeidbare Emissionen und Energieverluste, sondern auch hohe unnötige Kosten. Wenn es um die Verhinderung von Lebensmittelabfällen geht, setzt das BAFU die höchste Priorität auf Lebensmittel mit der grössten Umweltbelastung: Fleisch, Kakao und Kaffee, Butter, Käse, und viele andere, leider sehr beliebte Lebensmittel. Die vollständige Liste sehen Sie in dieser Tabelle:

Was können wir tun?

Es gibt viele Möglichkeiten an diversen Orten anzusetzen: So können vom Feld bis zum Teller alle bei ihren jeweiligen Abfällen neue Strategien zur Vermeidung anwenden. In Baden hat zum Beispiel die Restessbar die Aufgabe übernommen, Essensreste im Detailhandel einzusammeln und umzuverteilen, bevor sie weggeworfen werden. Ebenso können Konsumierende achtsamer sein in der Auswahl ihrer Produkte und gezielter Einkaufen. Hierbei empfiehlt der Verein foodwaste.ch unter anderem erst einzukaufen, wenn der Kühlschrank leer ist, eine Einkaufsliste zu benutzen und Zuhause der Nase anstatt dem Haltbarkeitsdatum zu vertrauen.

 

"Taste the Waste" Koch-Aktion und "Foodwaste? Aftertaste!" Podium

Zusätzlich können wir lernen auch Teile unserer Lebensmittel zu verwerten, die vielleicht bereits ungeniessbar erscheinen. Dazu findet am 14. August eine Koch-Aktion mit solchen, vermeintlich verwerflichen Lebensmitteln mit anschliessender Podiumsdiskussion auf dem Triebguet in Baden statt. Schauen Sie vorbei und geniessen Sie einen interaktiven und informativen Abend rund ums Thema Food Waste.

Badener Umweltpreis 2019

Die Stadt Baden vergibt dieses Jahr einen Preis im Gesamtwert von 6000 CHF für Ihre nachhaltige Idee! Sie haben bereits einen Ansatz um Food Waste zu verringern oder gar ein Projekt um Baden nachhaltiger zu gestalten? Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und bewerben Sie sich bis 30. September für den Badener Umweltpreis 2019.

Bild: Maria Teneva auf unsplash.com

„Vegi fürs Klima“ – Portrait: Biolade Bade

„Vegi fürs Klima“ – Portrait: Biolade Bade

„Unser Koch entscheidet am Vortag, was er aus den Lebensmitteln macht, die vorhanden sind. Somit führen wir keinen Wochenplan und können flexibel und mit sehr wenig Food Waste unsere Menüs anbieten.“ Seline Schöpfer

Geschäftsführerin und Inhaberin, Biolade Bade

Der Biolade Bade an der Bahnhofstrasse 25 am Gleis 1 führt sein Geschäft nach einem vollumfänglichen Nachhaltigkeits-Konzept. Dabei achtet der Laden nicht nur im Angebot der Waren darauf, sondern auch in den frisch zubereitet Mittagsmenüs. Diese sind, wie die Geschäftsführerin und Inhaberin Seline Schöpfer betont, aus dem zubereitet, was vorhanden ist. Was für ein volles Menü fehlt, bestellt der Koch dazu und berechnet dies immer auf den momentanen Bedarf.
Im Durchschnitt gehen täglich zwischen 60 und 80 Portionen über die Theke. Was davon am Abend übrig bleibt wird mit 20% Rabatt angeboten, damit alles wegkommt. Sollte trotzdem etwas übrig bleiben, verkauft der Biolade alles, was noch frisch ist am nächsten Tag vergünstigt oder gibt es den Mitarbeitenden mit.
„Damit wollen wir Food Waste bei einem absoluten Minimum halten. Auch für unsere Kundinnen und Kunden“, sagt Schöpfer. „Wichtig ist dabei, dass unsere Gemüse, Salate oder Brote frisch sind, weil sie dann auch Zuhause länger halten“.

Mitgebrachte Behälter sind willkommen

Ebenso bietet der Biolade alles offen an, damit man seine benötigten Mengen wählen kann. Deshalb sind mitgebrachte Behälter sehr willkommen. Darin übergibt das Geschäft alles vom Mittagsmenü über den Käse oder den Kaffee, wie gewünscht. So lässt sich eine Menge Verpackungsmüll einsparen.

Menüempfehlung „Vegi fürs Klima“:

  •  Immer Vegi und Vegane Küche: Lassen Sie sich überraschen, was der Koch aus dem vorhandenen Angebot täglich frisch für Sie zubereitet.

Bereits in dieser Reihe vorgestellt: Roter Turm, Spedition und Rampe, Be Blessed Plus, Mira und Colombo, Geissepeter, Blue City Hotel & Lemon, ohne.ch

Im Rahmen der „Vegi fürs Klima“ Kampagne während den Umweltwochen stellt die Stadtökologie regelmässig Badener Restaurants vor, die auf der Mittagskarte vegetarische Gerichte anbieten. Zahlreiche Gastronomien beteiligen sich an der Kampagne. Lesen Sie dazu den Beitrag Viele gute Gründe für ein Vegi-Menü der Initiantin der Aktion, Yvonne Bergmann.

Bild: Geschäftsführerin und Inhaberin Seline Schöpfer vor dem Gemüse und Früchte Regal im Biolade Bade.